ATP Miami: Alexander Zverev backt nur noch kleine Brötchen - Krawietz und Petkovic erwarten Turnaround beim Masters
Publiziert 22/03/2025 um 00:27 GMT+1 Uhr
Seit der bitteren Niederlage im Australian-Open-Finale gegen Jannik Sinner (3:6, 6:7, 3:6) durchschreitet Alexander Zverev ein sportliches Tal. Bei seinen drei Auftritten in Süd- und Mittelamerika kam er lediglich ein Mal über Runde zwei hinaus, beim Masters in Indian Wells scheiterte er an der Auftakthürde. Der Olympiasieger backt nur noch kleine Brötchen - wie gut, dass Miami vor der Tür steht.
Zverev über Indian Wells: "War ein komisches Turnier"
Quelle: Perform
Da war sie wieder, die Ratlosigkeit.
"Ich habe keine Antworten momentan. Ich habe keine Ahnung, um ehrlich zu sein", sagte ein sichtlich mitgenommener Alexander Zverev nach seinem überraschenden Aus gegen Tallon Griekspoor in Runde eins des ATP Masters von Indian Wells (6:4, 6:7, 6:7).
Seine inneren Zweifel hatte der 27-Jährige zuletzt am 1. Februar derart offen nach außen getragen, wenige Momente nach seinem Scheitern an Jannik Sinner im Finale der Australian Open. "Ich bin einfach nicht gut genug, so einfach ist das", ließ er mit Blick auf den bis dato ausgebliebenen Grand-Slam-Titel verlauten.
Sieben Wochen später muss sich Zverev vom nächsten Rückschlag erholen, die Jagd auf die Nummer eins der Welt - die durch die Abwesenheit des für drei Monate gesperrten Sinner so erfolgversprechend klang - endete in einem Debakel. Jetzt hofft der Hamburger auf die Wende, und zwar in seinem selbst auserkorenen Wohnzimmer.
Zverev fühlt sich in Miami wohl
"Miami ist meine Lieblingsstadt in den USA", meinte Zverev jüngst hinsichtlich der Metropole an der Küste Floridas. "Ich verbringe wirklich gern Zeit hier. Die Bedingungen sind wahrscheinlich einfach besser für mich. Die Plätze sind viel schneller. Es ist feuchter, daher bremst der Ball in der Luft vielleicht etwas mehr als in der Wüste."
Perfekte Voraussetzungen also dafür, die Tiefschläge von Buenos Aires (Viertelfinale), Rio de Janeiro (Viertelfinale), Acapulco (Achtelfinale) und nicht zuletzt Indian Wells hinter sich zu lassen.
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Alexander Zverev sucht nach seiner Form
Fotocredit: Getty Images
Zum Auftakt trifft Zverev auf Jacob Fearnley (Samstag ab 16:00 Uhr im Livescoring), dem er bereits in der Runde der letzten 32 bei den Australian Open gegenüber gestanden hatte. Damals setzte er sich souverän mit 6:3, 6:4, 6:4 durch. Doch die Zeiten haben sich geändert. Pflichtaufgaben fielen der deutschen Nummer eins zuletzt alles andere als leicht.
"Ich habe in den letzten Wochen nicht mein Bestes gegeben", gab Zverev zu. "Ich bin in Australien gut in die Saison gestartet, spiele jetzt jedoch seit ein paar Wochen nicht mehr mein bestes Tennis. Aber ich hoffe, dass ich hier wieder das Blatt wenden und gutes Tennis zeigen kann."
Krawietz über Zverev: "Er zieht sich runter"
Vor allem die psychologische Komponente wurde beim Olympiasieger von Tokio zum viel zitierten Zünglein an der Waage.
"Er zieht sich runter", erklärte Kevin Krawietz im Gespräch mit "Sky". Im Laufe der vergangenen Jahre sei der Gewinn eines Grand-Slam-Titels die oberste Priorität von Zverev gewesen. "Und er war kurz davor. In dem Finale war Sinner aber einfach besser", so der zweimalige French-Open-Sieger im Doppel weiter. "Danach ist er in ein Loch gefallen."
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Auftakt-Aus: Zverev verliert Tiebreak-Thriller gegen Griekspoor
Quelle: Perform
Trotz aller Dämpfer geht Krawietz davon aus, dass Zverev an seinen Höhenflug der vergangenen Saison wieder anknüpfen kann.
"Er wird da schnell wieder rauskommen. Er ist ein Trainingsmonster, er macht so viele Wiederholungen", hob der 33-Jährige hervor. "Er kommt automatisch wieder in seinen Rhythmus rein. Wenn er ein, zwei Matches gewinnt, seine Vorhand wiederfindet. Er wird wieder gut spielen."
Petkovic: Zverev holt sich sein Selbstbewusstsein zurück
Schritt für Schritt lautet die Devise für Zverev nun, anstatt der Quantensprünge auf dem Court muss sich die Nummer zwei der Welt erst mal wieder an die kleinen Brötchen machen. Sein Pfad in Miami ist zudem kein Selbstläufer.
Nach Fearnley droht Zverev ein Duell mit dem aufstrebenden Franzosen Giovanni Mpetshi Perricard, danach stünde ein Aufeinandertreffen mit den unangenehmen Arthur Fils oder Frances Tiafoe auf dem Programm.
"Aber es sind alles Spieler, die gerade nicht unbedingt in Bestform sind", merkte Andrea Petkovic gegenüber "Sky" an. "Und deswegen glaube ich, dass er wieder gut spielen wird, dass er sich sein Selbstbewusstsein zurückerobern wird."
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Tien shocks Zverev in straight sets in Mexico
Quelle: SNTV
Geht es nach der 37-Jährigen, hat Zverev in den zurückliegenden Wochen nicht abgebaut. "Ich glaube, dass sein Tennis nicht schlecht ist - es war die Turnierplanung. Er wollte auf Sand spielen, schon mal gucken und vorfühlen, wie es bei den French Open sein wird", mutmaßte sie. "Es war eine unheimlich lange Reise nach Südamerika und er ist da ein bisschen aus dem Tritt gekommen. Aber er hat durchaus wieder aufblitzen lassen, wozu er in der Lage ist."
Wie Krawietz zeigte sich auch Petkovic davon überzeugt, dass Zverev nicht lange brauchen wird, um in seinen alten Rhythmus zurückzufinden. "Er braucht ein, zwei Matches, um sich dieses Selbstbewusstsein wieder zurückzuholen. Und dann wird er durchaus wieder gut spielen."
Dieser Flow wird in der Sonne von Florida bitter nötig sein, könnte Zverev doch im Viertelfinale bereits auf Jack Draper, den sensationellen Triumphator von Indian Wells, treffen.
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Quelle: SNTV
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