Jakub Mensik nach Miami-Masters-Coup im Porträt - Beinahe-Absage und Messis Segen: Das ist der Djokovic-Bezwinger
Es sollte die große Novak-Djokovic-Show werden, ein weiterer Meilenstein für den Meilenstein-Metz. Doch anstatt den 100. Titel auf der ATP-Tour zu feiern, musste der Serbe nach dem Finale seinem Gegner huldigen. Einem Gegner, den vor dem Masters in Miami wohl kaum jemand auf dem Zettel hatte. Einem Gegner, der in Florida beinahe gar nicht angetreten wäre: Dem 19-jährigen Jakub Mensik.
Highlights: Mensik gelingt Meisterstück im Finale gegen Djokovic
Quelle: Eurosport
Novak Djokovic brach mit dem Brauch, dem siegreichen Gegner am Netz zu gratulieren.
Stattdessen hastete der serbische Superstar, der gerade im Finale von Miami von einem 19-Jährigen um den 100. ATP-Titel gebracht worden war, auf die Seite seines Kontrahenten und bedachte Jakub Mensik mit einer langen Umarmung.
"Es schmerzt mich zuzugeben, aber du warst besser. In den entscheidenden Momenten hast du abgeliefert", räumte Djokovic im Anschluss an seine 6:7, 6:7-Niederlage ein. Gegenüber Reportern erklärte er: "Ich verliere nie gerne, aber er ist einer der wenigen Spieler, gegen die ich gerne verlieren würde, um ehrlich zu sein."
Der Grund: Djokovic und Mensik pflegen ein freundschaftliches Verhältnis. Die beiden seien in Djokovics Belgrader Tennis-Center bereits häufig Trainingspartner gewesen, verriet der Grand-Slam-Rekordsieger. Djokovic weiter: "Er ist einer der besten Aufschläger auf der Tour und ihm steht eine großartige Zukunft bevor".
Mensik: "Der schönste Tag meines Lebens"
Und der Sensationssieger selbst? Der sang ebenfalls eine Lobeshymne auf seinen Gegner - beziehungsweise auf sein Idol. "Du warst der Grund, warum ich überhaupt mit dem Tennis angefangen habe", erklärte Mensik in Richtung des sichtlich gerührten Djokovic. Er schob nach: "Das war der schönste Tag meines Lebens."
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Novak Djokovic verlor das Finale in Miami gegen Jakub Mensik.
Fotocredit: Getty Images
Doch dazu wäre es beinahe gar nicht gekommen. Mensiks Teilnahme in Miami war offenbar nur einem Zufall (und der großartigen Arbeit eines Physiotherapeuten namens Alejandro) geschuldet.
"Ich muss Euch etwas erzählen", leitete Mensik nach der Begegnung ein: "Eine Stunde vor meinem ersten Spiel hier in Miami hielt ich bereits eine Rückzugserklärung in den Händen. Mein Knie hat einfach so sehr geschmerzt."
Doch Mensik wurde den Wisch, der seine Nicht-Teilnahme besiegelt hätte, offenbar nicht los. Aufgrund eines Kuriosums: "Ich hatte Glück – denn der Schiedsrichter war gerade beim Mittagessen."
Physio rettet Mensiks Miami-Reise
Aufgrund dessen habe er einen letzten Versuch unternommen und sei wegen seines lädierten Knies bei Alejandro vorstellig geworden. "Er hat ein Wunder vollbracht, seinetwegen konnte ich letztlich doch auf den Platz gehen, seinetwegen stehe ich jetzt hier. Vielen Dank, Alejandro", schwärmte Mensik, der im Nachgang auf seinem Weg ins Endspiel namhafte Spieler wie Jack Draper, Arthur Fils und Lokalmatador Taylor Fritz ausschaltete.
Apropos namhaft – prominent war auch der Beistand, den Mensik sich schon vor dem Halbfinal-Duell mit Fritz geholt hatte. Lionel Messi, der seine ruhmreiche Karriere beim David-Beckham-Klub Inter Miami ausklingen lässt, hatte sich für den Youngster Zeit genommen.
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Jakub Mensik hatte auf seinem Weg ins Finale auch Taylor Fritz bezwungen
Fotocredit: Getty Images
"Ich habe ein bisschen mit ihm gechillt und ihm die Hand geschüttelt", sagte Mensik und ergänzte: "Und nachdem ich ihm die Hand geschüttelt hatte, habe ich sie vor dem Spiel nicht gewaschen, um mir etwas Glück zu holen." Das Glück, das die Hand des Fußball-Gottes an ihn weitergegeben hatte, sollte nicht nur für Fritz, sondern auch für Djokovic reichen.
Freilich der größte Erfolg in der noch jungen Laufbahn Mensiks. Doch völlig aus dem Nichts kam der Coup nicht, in der jüngeren Vergangenheit hatten immer wieder große Spieler den Kürzeren gegen den aufstrebenden Shootingstar gezogen (Andrey Rublev und Grigor Dimitrov in Shanghai, Casper Ruud bei den Australian Open).
Mensik als Drummer
Die Türen stehen dem Top-Talent, das mit seinem Sieg in Miami von Weltranglistenplatz 54 auf Rang 24 springt, also offen. Dabei stimmt Mensik nicht nur im Tennis mit seiner herausragenden Longline-Rückhand laute Töne an.
"Während der Corona-Pandemie hat sich Schlagzeug spielen zu meinem größten Hobby entwickelt", sagte Mensik unlängst gegenüber "ATPTour.com": "Ich hatte keinen Lehrer, sondern habe mir ein paar Youtube-Videos angeschaut."
Welchen Song er besonders gerne spielt? "Ich kann Stairway to Heaven von Led Zeppelin". Wie passend – als Marschroute für eine möglicherweise ganz besondere Karriere.
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Highlights: Pegula kann Sabalenka nicht aufhalten
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