French Open - Druckresistenter Alexander Zverev vor der Krönung in Paris: "Sascha hat ganze Arbeit geleistet"

Alexander Zverev hat sich mit sechs überzeugenden Siegen bei den French Open beste Voraussetzungen geschaffen, um am Sonntag die erste Grand-Slam-Trophäe seiner Laufbahn einzuheimsen. Während die physischen und spielerischen Fähigkeiten des Hamburgers seit langem unumstritten sind, hat er nun eine Stärke gezeigt, die Boris Becker und Jim Courier begeistert: den souveränen Umgang mit Druck.

Halbfinale: Zverev knackt Mensik und bucht Finale - Highlights

Quelle: Eurosport

"Eines muss man loben", betonte Eurosport-Experte Boris Becker: "Seit der Niederlage von Jannik Sinner redet jeder davon, dass Alexander Zverev nun der Favorit ist. Er geht damit hervorragend um, denn der Druck liegt bei ihm, egal was er sagt."
Damit liegt Becker auf einer Linie mit nahezu allen Experten, den meisten Fans und einer Mehrheit der Spieler. Zverev rückte durch das sensationelle Aus von Dominator Sinner in den Rang des Topfavoriten auf. Umso mehr, als dass sich nach und nach alle anderen vermeintlichen Titelaspiranten verabschiedeten aus Paris.
Novak Djokovic? Aus in Runde drei. Casper Ruud? Endstation Achtelfinale. Shootingstar João Fonseca und der an Position vier gesetzte Félix Auger-Aliassime? Geschlagen im Viertelfinale.
Ganz anders Zverev. "Der spielt hervorragendes Tennis genau dann, wenn er es muss", lobte Becker. Allzu häufig ist der Hamburger nicht in die Bredouille geraten bislang.
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Becker-Analyse: So gut war Zverevs zweiter Aufschlag im Halbfinale

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Zverev gelassen bei Fehlern: "Das ist okay ..."

Ein Satzverlust gegen Quentin Halys in der 3. Runde, einer gegen Jakub Mensik im Halbfinale. Ein 0:3-Rückstand im Tiebreak des ersten Satzes gegen Jesper de Jong (Achtelfinale), ein 2:5-Rückstand im ersten Satz gegen Senkrechtstarter Rafael Jódar eine Runde später. Alles wettgemacht, aufgeholt, gedreht, verdaut.
Wenn der Druck steigt, hebt sich das Niveau. Das ist der Paris-Zverev in diesem Jahr. Auffällig auch: Der 29-Jährige ist zurückhaltend im Umgang mit der Presse und nachsichtig mit sich selbst.
Sicher, er habe im verlorenen dritten Satz gegen Mensik "ein paar Vorhandfehler gemacht, die ich nicht hätte machen müssen", aber: "Das ist okay. Es ist ein Fünfsatzmatch, das ist lang. Ich habe mich gut wiedergefunden und zum Glück das Match gewonnen", erzählte Zverev im Eurosport-Interview.
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Zverev analysiert Satzverlust: "Vielleicht bisschen zu aggressiv"

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Courier über Zverev: "Der Job ist noch nicht erledigt"

Eine Gelassenheit und Fokussierung auf das Wesentlich, die auch dem zweimaligen Roland-Garros-Champion Jim Courier (1991, 1992) nicht entgangen ist. "Der Job ist noch nicht erledigt und Sascha hat auch nicht so gefeiert, als wäre er es. Es ist nur ein weiterer Schritt auf dem Weg zu dem Ziel, das er anstrebt: den Pokal in den Händen zu halten", unterstrich der 55-Jährige bei Eurosport.
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Becker analysiert Zverevs beste Waffe: "Grund, warum er gewonnen hat"

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Zverev habe seine "Aufgabe in diesen sechs bisherigen Spielen außergewöhnlich gut gemeistert. Er hat dabei zwei Youngster - Jódar und Mensik - ausgeschaltet." Der Deutsche sei zum "Veteran" im Feld avanciert, so Courier.
Was positiv zu verstehen ist, schließlich brachte Zverev im Vergleich mit seinen vergangenen zwei Herausforderern einen wesentlich größeren Erfahrungsschatz mit.

Henman begeistert: "Sascha hat wirklich ganze Arbeit geleistet"

Das gilt freilich auch fürs Endspiel gegen Flavio Cobolli. Der 24-Jährige ist bei diesen French Open erstmals über die 3. Runde hinausgekommen, hat sein Grand-Slam-Topresultat (Viertelfinale Wimbledon 2025) pulverisiert - und bewegt sich nun in gänzlich unbekannten Sphären.
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Zverev nach Finaleinzug: "Wird ein taffes Match"

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Für Zverev ist es bereits das vierte Major- und zweite Paris-Finale. Nach den teils auf dramatische Weise verlorenen Grand-Slam-Endspielen, erinnert sei an jenes in New York gegen Dominic Thiem (2020) und das vor zwei Jahren in Roland-Garros gegen Carlos Alcaraz, scheint die Zeit reif für den Titel.
So wie Zverev sich in den vergangenen Wochen präsentiert hat, dürfte ihm die gewaltige Erwartungshaltung nichts anhaben - oder wie es Eurosport-Experte Tim Henman ausdrückte: "Wenn der Druck zugenommen hat bei diesem Turnier, hat Sascha wirklich ganze Arbeit geleistet."
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