Carlos Alcaraz zahlt hohen Preis für goldenen Saisonstart - Weltranglistenerster wirkt ungewohnt müde und verwundbar
Update 24/03/2026 um 22:12 GMT+1 Uhr
Carlos Alcaraz ist bei seiner überraschenden Niederlage beim Masters in Miami vor allem mit seinen klagenden Kommentaren aufgefallen, dass er "nach Hause" will. Für Eurosport-Experte Àlex Corretja kein Wunder: "Es ist völlig normal, dass man irgendwann müde wird und das auch so deutlich zur Sprache bringt." Der Triumph bei den Australian Open spielt bei der mentalen Blockade eine große Rolle.
Highlights: Alcaraz scheidet überraschend gegen Korda aus
Quelle: SNTV
"Ich kann nicht mehr. Ich will nach Hause, Mann. Ich kann nicht mehr. Ich kann nicht mehr."
Die Klagen von Carlos Alcaraz am vergangenen Sonntag beim ATP-Masters in Miami schlugen hohe Wellen - und zwar fast schon höhere als sein überraschendes Aus gegen US-Amerikaner Sebastian Korda (3:6, 7:5, 4:6).
Es war ein Auftritt, wie man ihn vom spanischen Weltranglistenersten nicht gewohnt ist. Müde und verwundbar wirkte er, Erinnerungen an sein Formtief vor exakt einem Jahr wurden wach. Damals schied Alcaraz sogar in Runde eins von Miami gegen David Goffin aus.
Die Vorzeichen nun waren jedoch andere, dieses Mal sogar deutbarer.
Alcaraz "im Kopf ein wenig blockiert"
"Es ist völlig normal, dass man irgendwann müde wird und das auch so deutlich zur Sprache bringt", ordnet Eurosport-Experte Àlex Corretja die Aussagen von Alcaraz ein. "Das sind typische Gedanken, wenn man im Kopf ein wenig blockiert ist. Und genau das ist Carlos passiert."
Die Müdigkeit des siebenmaligen Grand-Slam-Turniersiegers sei auch auf den bisherigen Kalender zurückzuführen. "Viel zu gewinnen ist zwar spektakulär, aber es kann einen auch auslaugen. Der Start ins Jahr war außergewöhnlich, aber er hatte kaum Spielraum und nur wenige Tage, um sich zu erholen", erläutert Corretja.
Der Saisonstart ist ein gutes Stichwort. Dieser nahm bei Alcaraz nämlich eine besondere Rolle ein: Den Titel bei den Australian Open und die damit verbundene Vollendung des Karriere-Grand-Slams hatte er als großes Ziel ausgerufen, welches er schließlich auch erreichte. War danach die Luft einfach raus?
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Er hat es! Karriere-Slam für Alcaraz perfekt - der Matchball gegen Djokovic
Quelle: Eurosport
"Es war ein Auftakt mit vielen Matches, bei dem er sich zudem seinen wichtigsten Traum erfüllt hat: den Triumph bei den Australian Open", erklärt Pablo Sarmiento, Redakteur und Tennis-Experte bei Eurosport Spanien, und meint weiter: "Das könnte nun seinen Tribut gefordert haben."
Wie vor einem Jahr habe Alcaraz zwar auch mit körperlichen Problemen zu kämpfen, seine kleine Formdelle drücke sich aktuell "aber vor allem mental" aus. Dieses Tief im Kopf gilt es nun zu überwinden.
Alcaraz braucht in schwierigen Momenten seine Familie
Kurios: Korda, Nummer 36 der Welt, avancierte am Sonntag zum am schlechtesten platzierten Spieler der ATP-Tour, der Alcaraz seit Goffin (55.) zwölf Monate zuvor besiegt hat. Nur drei Wochen später reckte er beim Monte Carlo Masters wieder eine Trophäe in die Höhe.
Was war damals eigentlich sein Wunderheilmittel? Ganz einfach: Zeit mit seinen Liebsten.
"Es ist nicht ungewöhnlich für Alcaraz, sich im Laufe der Saison gezielt Auszeiten zu nehmen", meint Sarmiento. "Er ist ein sehr familienbezogener Mensch und sucht in schwierigen Momenten schnell die Nähe seines engsten Umfelds. Diese Pausen braucht er."
Ein Beobachter, dem diese Handhabe nach der Niederlage gegen Korda ebenso wieder in den Sinn kam, war Boris Becker. "Erinnert ihr euch, als sich Carlos vor einem Jahr mit seiner Familie eine Auszeit in Mexiko genommen hat, um neue Kraft zu tanken?", schrieb er auf X. "Ich schätze, es hat sich gelohnt."
Alcaraz: Der rote Sand ruft
Dieses Mal zieht es Alcaraz nicht nach Mexiko, vielmehr will er einige Tage in seiner Heimat Murcia verbringen. Das Déjà-vu von Miami dürfte jedenfalls nicht mehr als eine Delle sein - zumal er in den kommenden Wochen auf seinen liebsten Belag zurückkehrt.
Auf dem roten Sand beim Monte Carlo Masters (5. bis 12. April) gilt er als Titelverteidiger freilich wieder als Topfavorit. Damit der 22-Jährige dieser Rolle gerecht werden kann, muss er laut Corretja nur eine einzige Hürde überwinden.
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Carlos Alcaraz hat beim ATP-Masters in Miami einen enttäuschenden Rückschlag erlebt
Fotocredit: Getty Images
"Carlos spielt so explosiv, so aggressiv, so kreativ, dass er einen klaren Kopf braucht", so der 52-Jährige. Sobald Alcaraz zögert, "verliert er seine Effektivität." Die Aufgabe also lautet: Batterien aufladen und im Kopf alles auf null stellen.
Für seinen geschichtsträchtigen Triumph bei den Australian Open mag der Superstar vor allem mental einen hohen Tribut gezahlt haben. Corretja ist jedoch davon überzeugt, dass sein Landsmann in der Crunch Time wieder zuschlagen wird: "Für die Sandplatzsaison wird Carlos wieder in Topform sein."
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