ATP München: Alexander Zverev will in Deutschland die Trendwende schaffen - Auftakt gegen Holger Rune

Für Tennis-Olympiasieger Alexander Zverev soll das ATP-Turnier in München die Wende nach bisher durchwachsenen Monaten bringen. Geht es nach ihm, dann steht Großes bevor. Immerhin konnte sich der Hamburger in der Vergangenheit bereits zweimal im Süden Deutschlands die Krone aufsetzen. Dafür muss er jedoch die Trendwende schaffen und sich von seiner Pechsträhne befreien.

Alexander Zverev

Fotocredit: Getty Images

Wie Sieger aussehen, konnte Zverev mit seiner Freundin Sophia Thomalla in München schon erleben. Der bekennende Anhänger des FC Bayern hatte Karten für den Klassiker gegen Borussia Dortmund besorgt und wurde so zum Augenzeugen der Meisterfeier. Ein paar Kilometer weiter südlich am Rande des Englischen Gartens will der Olympiasieger nun selbst feiern, klares Ziel: Zum dritten Mal das Münchner ATP-Turnier gewinnen.
Schon seit Freitag bereitet sich Zverev dafür beim MTTC Iphitos vor - unter Anleitung von Trainer Sergi Bruguera, mit dem er schon mal heftig diskutiert wie am Montag, als die eher durchwachsene Übungseinheit von Thomalla, Mutter Irina und zahlreichen Kiebitzen verfolgt wurde. Am Abend präsentierte sich Zverev mit seiner Freundin dann noch bei der Spieler-Party. Am Mittwoch wird es dann ernst im Auftaktmatch gegen den Dänen Holger Rune.
In München lockt neben dem Preisgeld und einer Lederhose wie immer auch ein schickes Siegerauto, dessen Enthüllung Zverev mit einem breiten Grinsen verfolgte: "Ich habe", sagte er, "schon ein paar Zweisitzer, aber noch keinen Viersitzer." Mehr noch ist dem Weltranglistenvierten allerdings daran gelegen, in München selbst die Kurve zu kriegen in einem Jahr, das bislang nicht so lief, wie er sich das ursprünglich vorgestellt hatte.
Es begann mit der großen Enttäuschung bei den Australian Open in Melbourne - und dem Scheitern bei dem Versuch, Nummer eins der Welt zu werden. Diese große Chance, sagt Zverev, "war immer in meinem Kopf", und deswegen habe das Jahr dann auch schlecht angefangen. Vor lauter Gedanken an die Spitzenposition habe er seine Lockerheit verloren, den Blick aufs Wesentliche: "Ich habe mich immer unter Druck gefühlt."

Zverev: "Kann das beste Jahr meines Lebens haben"

Auch danach lief's nicht rund. In Montpellier verlor Zverev das Endspiel, in Acapulco machte er mit seinem Ausraster Schlagzeilen. In Indian Wells verlor er in Runde eins, in Miami im Viertelfinale gegen Casper Ruud aus Norwegen, der in München hinter ihm an Nummer zwei gesetzt ist. Zuletzt scheiterte Zverev in Monte Carlo im Halbfinale knapp am späteren Sieger Stefanos Tsitsipas aus Griechenland.
Zverev findet freilich, dass er zuletzt "sehr gut" gespielt hat - aber dann vom Pech verfolgt war: In Miami sei er krank gewesen, in Monte Carlo am Oberschenkel lädiert. Das alles hat den 25-Jährigen aber nicht in seinem Optimismus und den Glauben an seine Stärken erschüttert. "Ich bin mit dem Gefühl hier", betont er selbstbewusst, "dass sich vieles ändern kann und ich das beste Jahr meines Lebens haben werde."
Dazu wären Turniersiege nötig, vor allem endlich mal bei einem der vier Grand Slams. Zverev weiß, dass es an der Zeit wäre, diese Lücke in seiner Vita zu schließen - zugleich deutet er an, dass die Zeit gekommen sei. "Es geht in die Richtung", sagt er ein wenig verklausoliert, "wo ich den Höhepunkt meiner Karriere haben werde." So gesehen sei München ein perfekter Ort zur "Vorbereitung auf die großen Turniere".
Nach München wird Zverev in Rom und Madrid spielen, beide Masters hat er schon gewonnen. Wichtiger deshalb: Am 22. Mai beginnen die French Open.
(SID)
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