ATP München - Alexander Zverev nach Sieg gegen Daniel Altmaier wieder da? Materialwechsel und Rückkehr der "Waffe"
Alexander Zverev zeigt sich bei seinem Sieg über Daniel Altmaier (6:3, 6:2) im Achtelfinale der BMW Open in München - verglichen mit den vergangenen Monaten - deutlich verbessert. Auf der Pressekonferenz im Anschluss lässt der Hamburger zwei Gründe für die Rückkehr des "alten" Zverevs durchblicken. Doch die Trendwende bleibt fragil und mit Tallon Griekspoor wartet ein gefährlicher Gegner.
Highlights: Zverev lässt Altmaier im deutschen Duell keine Chance
Quelle: Eurosport
"Am Ende des Tages habe ich trotzdem 6:3, 6:2 gewonnen. Das war okay für mich. Aber ich finde, dass er jemand ist, der es schwierig macht, schönes Tennis gegen ihn zu spielen", sagte Alexander Zverev nach seinem Sieg gegen Daniel Altmaier im Achtelfinale des ATP-Turniers in München.
Dann philosophierte der Hamburger weiter: "Und das ist ja das, was die Top-Spieler ausmacht. Wenn die den Ball gut im Schläger und einen guten Rhythmus haben, dann sind sie schwer zu spielen und dann sind sie auch unschlagbar für jemanden, der auf 50 oder 60 in der Weltrangliste steht."
Die Auslassungen des 27-Jährigen hörten sich an, als gehöre er selbst nicht zur Weltspitze. Dabei belegt die deutsche Nummer eins im ATP-Ranking immerhin den dritten Platz.
Doch die rhetorische Distanzierung von den Besten der Besten hat gute Gründe. Seit der Niederlage im Finale der Australian Open gegen Jannik Sinner spielte Zverev rätselhaft schwach und reihte vorzeitiges Aus an vorzeitiges Aus. Auf einen Schritt nach vorne folgte ein Schritt zurück.
Formtief wegen SChlägerwechsel?
Insofern war der Sieg im deutschen Duell mit Altmaier bei den BMW Open trotz eines Unterschiedes von 65 Positionen in der Weltrangliste alles andere als Routinearbeit.
Zverev brauchte auf der Suche nach seiner Form dringend eine Trendwende, welche ihm gegen Altmaier augenscheinlich gelang. Der Olympiasieger von Tokio spielte wieder mehr wie er selbst. Zwei Gründe für die Rückkehr seines alten Ichs ließ Zverev auf der Pressekonferenz nach der Partie durchblicken.
Erstens nutze er seit dem Masters in Monte Carlo, wo er zum Auftakt am Italiener Matteo Berrettini (6:2, 3:6, 5:7) gescheitert war, wieder seinen alten Schläger, erzählte Zverev.
Er habe bei den Turnieren in Südamerika (Buenos Aires und Rio de Janeiro) und im Training in seiner Wahlheimat Monaco einen neuen Schläger ausprobiert, der sich aufgrund des etwas weicheren Materials und eines breiteren Rahmens aber als "zu schnell für Sand" erwiesen habe.
Zverevs Aufschlag ist zurück
"Ich konnte ihn nicht kontrollieren", berichtete Zverev: "Ich hatte einen super Aufschlag und eine super Vorhand, aber meine Rückhand flog im Schnitt vier Meter zu weit."
Als Konsequenz aus diesen Problemen habe er entschieden, für die Sandplatzsaison zu dem vertrauten Schläger zurückzuwechseln. Eine doppelte Umstellung, die seine jüngste Ergebniskrise immerhin etwas erklärt.
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Alexander Zverev auf der Pressekonferenz nach seiner Partie gegen Daniel Altmaier
Fotocredit: Imago
Tatsächlich wirkte er gegen Altmaier wieder mehr wie der Zverev, den man noch in Melbourne gesehen hatte. Insbesondere bei eigenem Aufschlag schien er im Vergleich zu den vorherigen Partien deutlich verbessert.
Auch Altmaier analysierte auf der Pressekonferenz nach der Partie, dass Zverev "richtig gut serviert und mir das Leben in meinen Return-Spielen schwer gemacht" habe.
Griekspoor vor der BRust
Das Fazit des Kempeners bestätigte auch der Blick auf die Statistik: Zverev gewann im Achtelfinale 79 Prozent seiner First-Serve-Points, was den frisch gebackenen Viertelfinalisten sichtlich erleichterte.
Er habe seit den Australian Open "schrecklich aufgeschlagen", führte Zverev an. Der Hauptgrund dafür sei eine Ellenbogenverletzung gewesen, die verhindert habe, dass er die nötige Arbeit in den für ihn "unnatürlichen Schlag" habe investieren können.
Auch wenn er mit seiner "größten Waffe" noch nicht wieder an dem Punkt sei, an dem er sich etwa in Melbourne befunden habe, bemerkte Zverev Fortschritte bei seinem Aufschlagspiel und zeigte sich überzeugt, dass "der Schlag in den wichtigen Momenten für mich wieder unfassbar wichtig werden wird".
Im Großen und Ganzen dürfte der siebenmalige Masters-Sieger sein bevorstehendes Viertelfinale gegen Tallon Griekspoor wohl eher nicht zu jenen "wichtigen Momenten" zählen, schließlich lautet das große Ziel nicht BMW-Open-Halbfinale, sondern Grand-Slam-Titel.
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Tallon Griekspoor bei seinem Sieg gegen Alexander Zverev in Indian Wells
Fotocredit: Getty Images
Revanche für Indian Wells?
Dennoch könnte die Partie auf dem Weg dorthin eine gewisse Signifikanz bekommen, denn ein Sieg gegen einen nicht zu unterschätzenden Gegner wäre eine Bestätigung der Erfolge der ersten beiden Runden in München, während eine Niederlage Zweifel an den jüngsten Fortschritten schüren würde.
Die Bedeutung des Duells mit dem Niederländer ist Zverev durchaus bewusst: "Das nächste Match ist für mich natürlich eine Herausforderung, weil ich gegen den Mann spiele, gegen den ich in Indian Wells verloren habe, deswegen ist das ein guter Test."
Eine gelungene Revanche gegen Griekspoor könnte die Bestätigung liefern, die ihm vielleicht noch zur endgültigen Wiederherstellung seines Selbstvertrauens fehlt.
Es wäre der nächste Schritt auf dem Weg in Richtung Major-Krone und vorerst wahrscheinlich auch das Ende der sprachlichen Selbstabkapselung Zverevs von der Weltspitze.
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Highlights: Nach Leistungssteigerung - Seidel gewinnt deutsches Duell
Quelle: Eurosport
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