Daniil Medvedev sorgt für neuen Aufreger in Peking - und gesteht Fehler ein: "Benehme mich manchmal etwas verrückt"

Daniil Medvedev sorgt nicht nur sportlich wieder für Schlagzeilen, sondern auch mit ungewöhnlich offenen Worten über sein eigenes Verhalten. Der Russe gestand zuletzt, dass er auf dem Tennisplatz oft die Kontrolle verliert: "Ich gehe ein bisschen zu weit, ich benehme mich auf dem Platz manchmal etwas verrückt." Insbesondere bei den US Open fiel Medvedev durch sein aufbrausendes Verhalten auf.

Medvedev sorgt wieder für Wirbel: Aus im Halbfinale gegen Tien

Quelle: SNTV

Denn nach seiner Auftakt-Niederlage gegen Benjamin Bonzi war der Frust des 29-Jährigen übergekocht - er zerlegte auf der Bank gleich mehrere Schläger.
Kurz darauf folgte die Trennung von Langzeit-Coach Gilles Cervara und Fitness-Trainer Eric Hernandez. Mit Ex-Australian-Open-Sieger Thomas Johansson an seiner Seite will Medvedev nun sportlich wie mental zurück in die Spur finden.
Medvedev betonte, er sei mit dieser Problematik nicht allein: "Viele Fans kommen, um mich in Frankreich oder Monaco zu sehen. Sie sagen mir: 'Hören Sie, ich bin wie Sie. Im Leben bin ich ruhig. Unterwegs bin ich ruhig. Wenn ich mit meiner Frau diskutiere, bin ich ruhig. Und sobald ich Tennis spiele, drehe ich durch. Tennis kann einen verrückt machen'."
Auch seine sportliche Delle der vergangenen Monate erklärte er vielschichtig: "Die Leute fragen mich, warum ich ein schlechtes Jahr hatte. Es könnte an meiner zweiten Tochter liegen. Es könnte an meiner Beziehung zu Gilles liegen. Es könnte daran liegen, dass ich erwachsen geworden bin und angefangen habe, mehr nachzudenken als in meiner Jugend. Es könnte einfach Pech sein oder ich habe mich einfach irgendwo nicht wohl gefühlt. Man weiß nie."

Dominanz gegen Zverev – 60. Karriere-Halbfinale

In Peking zeigt sich der einstige Weltranglistenerste lange wieder deutlich stabiler. Nach souveränen Auftritten ohne Satzverlust schlug er im Viertelfinale Alexander Zverev mit 6:3, 6:3 - bereits sein fünfter Sieg in Serie gegen den Deutschen.
Die Statistiken untermauerten seine Überlegenheit: Medvedev gewann 86 Prozent der Punkte nach dem ersten Aufschlag und wehrte alle vier Breakbälle ab, die er zuließ. Besonders: Mit diesem Erfolg zog er in sein 60. Karriere-Halbfinale auf der ATP-Tour ein.

Medvedev gibt gegen Tien auf - und wettert gegen Referee

Im Kampf ums Endspiel kam es zum Wiedersehen mit US-Youngster Lerner Tien, der ihn Anfang des Jahres bei den Australian Open überraschend besiegt hatte. Schlussendlich musste sich der einmalige Grand-Slam-Champion jedoch mit 7:5, 5:7 und 0:4 unter dramatischen Umständen geschlagen geben.
Tien bestritt dabei sein erstes Halbfinale auf der ATP-Tour und lag bereits mit 1:4 und 3:5 im zweiten Satz hinten. Dann aber nutzte er einige Fehler von Medvedev in der Schlussphase des zweiten Satzes und profitierte schließlich von den zunehmend stärker werdenden körperlichen Problemen des 29-Jährigen im Entscheidungssatz. Im dritten Satz musste Medvedev dann aufgeben - nicht ohne zuvor durch eine Auseinandersetzung mit dem Schiedsrichter für Wirbel zu sorgen.
Denn Medvedev hatte beim Stand von 0:1 im dritten Satz eine Verwarnung erhalten, weil er zum Teil nicht mehr auf die Aufschläge des 19-jährigen Tien reagierte und zum Teil über den Court humpelte. Das erboste den Russen, der wütend den Oberschiedsrichter holen ließ und dem Stuhlschiedsrichter rüde das Wort abschnitt. Wenig später folgte die Aufgabe - und ein sarkastischer Kommentar zum Schiedsrichter nach dem Handschlag.
Tien erklärte nach dem Match: "Ich dachte nicht, dass etwas mit ihm nicht stimmte, aber dann kam er aus der Toilettenpause und humpelte irgendwie, sodass ich mir nicht sicher war, ob er Krämpfe hatte oder verletzt war, da er ein Tape am Bein hatte. Ich glaube, es waren Krämpfe, und ich habe das auch schon erlebt, und es ist nicht angenehm. Ich wünsche ihm alles Gute, und so möchte man ein Match natürlich nicht beenden, aber ich bin froh, im Finale zu stehen."
Seit Mai 2023 wartet Medvedev auf einen Titel - in Peking hatte er die große Chance, diesen Negativlauf zu beenden.
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Quelle: SNTV


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