ATP in Rom: Jannik Sinner macht den Houdini - Career Golden Masters bei historischem Endspiel zum Greifen nahe

Jannik Sinner macht derzeit den Houdini des Tennis-Sports. Phasenweise gerät der Weltranglistenerste in seinen Matches in Schwierigkeiten - und findet doch stets einen Weg zum Erfolg. Nach seinem dramatischen Halbfinal-Sieg gegen Daniil Medvedev beim ATP Masters in Rom steht der Italiener nicht nur erneut im Finale des Heimturniers in der Hauptstadt, sondern auch vor einem historischen Rekord.

Sinner nach Krimi: "Normalerweise keine Schlafprobleme, aber ..."

Quelle: SNTV

Seit Adriano Panatta in der Saison 1976 wartet Italien auf einen Heimsieger beim ATP Masters in Rom. 50 Jahre später ist Jannik Sinner nun dabei, diese historische Durststrecke zu beenden - und gleichzeitig Tennis-Geschichte zu schreiben.
Denn nach seinem spektakulären Halbfinal-Sieg gegen Daniil Medvedev fehlt dem Weltranglistenersten nur noch ein Erfolg zum sogenannten Career Golden Masters.
Dieses Kunststück - also alle neun Masters-Turniere auf der Tour mindestens einmal zu gewinnen - gelang bislang lediglich Novak Djokovic.
Wie einst Entfesselungskünstler Harry Houdini befreite sich Sinner im Duell mit Medvedev dabei immer wieder aus brenzligen Situationen. Der Südtiroler dominierte zunächst den ersten Satz, verlor anschließend jedoch den Faden.
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Sinner gewinnt Halbfinale im Nachsitzen gegen Medvedev

Quelle: SNTV

Medvedev kämpfte sich zurück, Sinner wirkte körperlich angeschlagen, atmete schwer und musste den zweiten Durchgang mit 5:7 abgeben. Auch im dritten Satz plagten ihn Probleme am rechten Oberschenkel.

Auf Rekordjagd: Sinner muss "sehr, sehr hart kämpfen"

Hinzu kam die außergewöhnliche Unterbrechung: Beim Stand von 4:2 für Sinner im dritten Satz stoppte Regen die Partie kurz vor Mitternacht. Erst rund 18 Stunden später wurde das Match fortgesetzt - eine mentale Belastung, die selbst für den viermaligen Grand-Slam-Champion Neuland war.
"Ja, ich musste gestern wirklich sehr, sehr hart kämpfen. Ich wusste vor dem Match, dass es sehr physisch werden könnte. Den ersten Satz habe ich sehr gut gespielt, dann wurden die Bedingungen aber extrem schwer. Es war hart, da durchzukommen", sagte Sinner anschließend.
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Medvedev zu Halbfinal-Aus gegen Sinner: "Glücklich über Level, aber ..."

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Besonders die lange Unterbrechung habe ihn beschäftigt. "Gleichzeitig habe ich versucht zu verstehen, was am besten funktioniert. Ich habe versucht, mit der bestmöglichen Energie zu spielen. Gestern war sehr hart."
Zudem gestand der Italiener: "Ich hatte diese Nacht ein bisschen Probleme zu schlafen. Das war eine Situation, die ich so noch nie erlebt habe - dass man ein Match beenden muss, obwohl man eigentlich schon fast durch ist. Man schläft und weiß nicht, was am nächsten Tag auf einen zukommt."

Sinner entwickelt seine Widerstandsfähigkeit

Genau diese Widerstandsfähigkeit macht Sinner inzwischen stärker. Noch vor wenigen Jahren verlor der Ausnahmekönner Partien nach Rückschlägen oder körperlichen Problemen häufiger. Mittlerweile scheint ihn genau das zusätzlich anzustacheln.
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Jannik Sinner gegen Daniil Medvedev: Seit Jahren ein besonderes Duell

Fotocredit: Getty Images

Denn ausgerechnet gegen Medvedev hat Sinner inzwischen eine besondere Widerstandsfähigkeit entwickelt.
Bereits im Finale der Australian Open 2024 hatte Sinner gegen den Russen nach einem 0:2-Satzrückstand seinen ersten Grand-Slam-Titel gewonnen. Auch in Rom kämpfte er sich nun erneut durch ein Match voller Rückschläge.

Medvedev, Masters, Rom: Sinner und die Vorgeschichten

Dabei könnte sein historischer Lauf in der italienischen Hauptstadt sogar noch größer werden. Seit dem Masters in Paris 2025 gewann Sinner sämtliche Masters-Turniere. Ein Titel im Foro Italico wäre bereits sein sechster Masters-Erfolg in Serie - ebenfalls eine neue Rekordmarke.
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Regen stoppt Halbfinal-Show zwischen Sinner und Medvedev

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Zusätzliche Brisanz erhält die Geschichte durch Sinners besondere Verbindung zu Rom. Vor einem Jahr feierte er in der Ewigen Stadt nach seiner dreimonatigen Dopingsperre sein Comeback auf der ATP Tour. Damals erreichte er direkt das Finale, verlor dort jedoch gegen Carlos Alcaraz.
Sollte Sinner nun das Endspiel gegen Casper Ruud (ab 17:00 Uhr im Liveticker) gewinnen, würde er nicht nur Tennis-Geschichte schreiben, sondern zugleich eine italienische Sehnsucht beenden, die seit einem halben Jahrhundert andauert.
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Ruud beendet Darderi-Märchen im Halbfinale - Highlights

Quelle: SNTV


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