Novak Djokovic zeigt es beim Masters in Shanghai den Jungen: Der alte Mann und der Schmerz

Carlos Alcaraz? Nicht angetreten. Jannik Sinner? Verletzt aufgegeben. Alexander Zverev und Holger Rune? Angeschlagen ausgeschieden. Novak Djokovic? Trotz brutaler Bedingungen beim ATP-Masters in Shanghai noch im Turnier. Der Serbe trotzt auf dem Weg zu neuen Rekorden auch den widrigsten Begleiterscheinungen. Die biologische Uhr tickt, doch Djokovic hat scheinbar unerschöpfliche Reserven.

Djokovic bleibt cool im Viertelfinale - Highlights

Quelle: SNTV

Die Vorhand cross landete seitlich im Aus, der Satz war futsch. Doch was sich unmittelbar danach abspielte, stellt selbst in der unglaublichen Karriere von Novak Djokovic ein Novum dar.
Völlig entkräftet ließ der Serbe seinen Schläger fallen, sank zu Boden, legte sich auf den Rücken und streckte alle Viere von sich. Beim Stand von 6:3, 5:7 aus seiner Sicht im Shanghai-Achtelfinale gegen den Spanier Jaume Munar schien der 38-jährige Djokovic physisch gebrochen.
Das Match gegen den zehn Jahre jüngeren Munar war die reinste Tortur. Schon Mitte des ersten Satzes hatte sich Djokovic im Rahmen eines Medical Timeouts wegen Problemen am linken Knöchel behandeln lassen.
Doch Djokovic biss sich - wieder einmal - durch. Er trotzte den Schmerzen und der unbarmherzigen Schwüle in Shanghai und gewann Satz drei 6:2. Bereits in der Runde zuvor hatte er sich beim hart erkämpften Dreisatzsieg gegen Yannick Hanfmann übergeben müssen.
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Highlights: Djokovic kämpft sich gegen Munar durch

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Djokovic schnappt sich Federer-Rekord

Auch im Viertelfinale gegen Zizou Bergs war Djokovic körperlich nicht in bester Verfassung, der linke Fuß macht nach wie vor Zicken. Letztlich rang er den Belgier nach 1:50 Stunden 6:3, 7:5 nieder.
Das Halbfinale gegen Sensationsmann Valentin Vacherot aus Monaco ist Djokovics 80. bei einem Masters-Event - Rekord ausgebaut. Er ist der älteste Spieler, der je in einem Masters-Halbfinale stand und löst damit Roger Federer ab. Er kann zum 61. das Finale eines Masters-Turniers erreichen und seinen 41. Titel holen. Alles natürlich schon jetzt Bestmarken.
Und das alles bei einem Turnier, das die besten Spieler der Welt opferte. Carlos Alcaraz erschien wegen "körperlicher Probleme" gar nicht erst in der chinesischen Metropole. Jannik Sinner gab gegen Tallon Griekspoor wegen Schmerzen im rechten Oberschenkel auf und Alexander Zverev schleppte sich bis zur Pleite gegen Artur Rinderknech angeschlagen durch die Veranstaltung.

Rune poltert: Müssen Spieler auf dem Platz sterben?

Am Donnerstag erwischte es zudem Holger Rune. Von Krämpfen geplagt humpelte der Däne seiner Niederlage gegen Vacherot entgegen.
Rune war während der Woche einer der lautesten Kritiker angesichts der Bedingungen. Im Match gegen Ugo Humbert fragte er den Stuhlschiedsrichter, ob Spieler bei über 30 Grad Hitze und einer Luftfeuchtigkeit von 80 Prozent "auf dem Platz sterben" müssten.
Auch Djokovic mahnte die Umstände in Shanghai an. "Es ist für jeden Spieler auf dem Platz dasselbe, aber es ist brutal. Es ist brutal, wenn die Luftfeuchtigkeit Tag für Tag über 80 Prozent liegt. Besonders für die Jungs ist es noch brutaler, wenn sie tagsüber bei Hitze und Sonne spielen", sagte er nach dem Match gegen Hanfmann. Für ihn sei es "biologisch gesehen noch etwas schwieriger, damit umzugehen", ergänzte Djokovic.

Djokovic trotzt seinem Alter und beißt sich durch

Doch im Gegensatz zu den Topstars der Szene ist er noch im Turnier und bastelt an weiteren Rekorden - dank seiner Mentalität und seines unbändigen Willens, es der Konkurrenz noch immer zu zeigen. Djokovic legt in Shanghai alles rein und liefert sich eine Schlacht nach der anderen.
"Diese Woche ist sehr herausfordernd für uns Spieler. Es braucht alles, um durchzuhalten. Ich versuche einfach, auf dem Court zu überleben", sagte Djokovic nach dem Sieg gegen Bergs.
Sein Halbfinale gegen den Weltranglisten-204. Vacherot steigt am Samstag. Bei einem Sieg klettert Djokovic an Taylor Fritz vorbei auf Weltranglistenplatz vier. Ein bisschen Extra-Motivation. Aber wenn ein Spieler das nicht benötigt, dann der ewige Evergreen Novak Djokovic.
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Sensations-Coup: Nummer 204 der Welt bucht Masters-Halbfinale

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