ATP Shanghai: Valentin Vacherot mischt mit Cousin Arthur Rinderknech die Tennis-Welt auf - Halbfinale als 204 der Welt

Valentin Vacherot begann diese Woche auf Platz 204 der Weltrangliste. Am kommenden Montag wird er unter den ersten 100 stehen. Beim Masters-Turnier in Shanghai steht der Monegasse sensationell im Halbfinale. Mit 26 Jahren erreicht Vacherot bisher ungekannte Höhen - und damit ist er in seiner Familie nicht alleine. Cousin Arthur Rinderknech schaltete in Shanghai schon drei gesetzte Gegner aus.

Valentin Vacherot steht beim Masters-Turnier in Shanghai im Halbfinale

Fotocredit: Getty Images

Mit einem Sieg gegen Felix Auger-Aliassime könnte der Franzose das Familien-Glück erweitern und ins Halbfinale nachziehen. Dann wären beide nur noch einen Sieg von einem wahrhaft historischen Finale entfernt. Vacherot müsste im Halbfinale keinen Geringeren als Novak Djokovic besiegen.
"Unsere Familien-WhatsApp-Gruppe brummt in den letzten Tagen", sagte Rinderknech. "Ich kann mich nicht beschweren, es ist großartig und bringt die Familie zusammen, zumindest online und wir haben ein bisschen Spaß. Jeder schaut auf den anderen, es ist echt cool."
Mit seinem Halbfinaleinzug nach einem wahren Thriller gegen den an Position zehn gesetzten Holger Rune erreichte Vacherot schon historisches. Er ist der am zweit-niedrigsten platzierte Spieler überhaupt, der ins Halbfinale eines Masters-Turniers einzog. Chris Woodruff war 1999 in Indian Wells die Nummer 550 der Welt, als er es mit einem Sieg über Tim Henman in die Vorschlussrunde schaffte - dort war gegen Mark Philippoussis krachend Endstation (1:6, 2:6).
Aber Woodruff gewann knapp eineinhalb Jahre zuvor das Masters-Turnier in Montreal, sein Ranking war eher auf eine lange Verletzungspause zurückzuführen, seine beste Weltranglisten-Platzierung war Platz 29. Für Vacherot gilt das nicht im gleichen Maße, der Monegasse hatte vergangenes Jahr sein bestes Ranking - Platz 110 - nach einigen Erfolgen auf der Challenger-Tour.

Vacherot von Verletzungen ausgebremst

Eine Verletzung warf ihn in der zweiten Hälfte des Jahres tatsächlich zurück. "Er konnte nicht aufschlagen oder eine Vorhand schlagen", sagte sein Coach Benjamin Balleret - ein Halbbruder Vacherots und somit das nächste Mitglied der Erfolgsfamilie. "Wir hatten Angst, dass er für zwei Jahre oder so kein Tennis würde spielen können. Wir haben viel probiert, er hat sogar Qualifikation bei den US Open gespielt, aber er hat nur ein Match gespielt und dann aufgegeben. Das war ein harter Moment."
Jetzt knackt der 26-Jährige die Top 100. "Es war schwer beim Matchball nicht darüber nachzudenken"; sagte Vacherot über den Meilenstein. "Ich weiß, dass es nur ein Schritt ist, aber ich habe das ganze Turnier über versucht, nicht auf die Rankings zu schauen. Ich habe gelesen, dass ich in die Top 100 käme, wenn ich gewinne, aber das ist unglaublich für mich. Ich kann das Halbfinale kaum erwarten, ich bin einfach so glücklich den Traum zu leben."
Auch Cousin Rinderknech erlebte bisher eine der besten Turnier-Wochen seines Lebens - und schaute dabei immer auch auf seinen Verwandten. "Ich folge dir, Val", schrieb er auf die Kamera nach seinem Sieg gegen Jiri Lehecka (6:3, 7:5) im Achtelfinale.
Es war sein dritter Sieg in Serie gegen einen gesetzten Spieler - in Runde drei fiel ihm auch Alexander Zverev zum Opfer. Der Deutsche verlor auch in der ersten Runde von Wimbledon überraschend gegen den Franzosen, der nach 16 Niederlagen in Serie seit Juni eine 6:3-Bilanz gegen Top-20-Spieler aufzuweisen hat. Mit Platz 42 erreicht auch er einen Karrierebestwert in der Weltrangliste.
Zweieinhalb Jahre spielte die beiden gemeinsam am US-College Texas A&M. Der zwei Jahre ältere Rinderknech "rekrutierte" seinen Cousin - die Bindung der beiden wurde enger. Nun spielen sie zeitgleich ihr bestes Tennis. Das Glück in der tennisverrückten Familie ist fast schon perfekt - noch drei Siege fehlen zum Traumfinale. Kaum auszumalen, was dann in der WhatsApp-Gruppe los wäre.
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Quelle: Perform


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