Dominic Thiem spricht über Karriereende in Wien in vergangener Saison mit 31 Jahren: "Der Spaß ist verloren gegangen"
Update 20/10/2025 um 13:17 GMT+2 Uhr
Dominic Thiem hat im Interview mit dem österreichischen "Standard" über die Gründe für sein Karriereende im vergangenen Jahr gesprochen. Tennis habe ihm keine Freude mehr bereitet, sagte der Österreicher. "Der Spaß ist verloren gegangen. Früher habe ich nach dem Training gegen eine Wand gespielt, mit anderen noch ein Kleinfeld-Match oder ein Doppel an die Einheit drangehängt", so der 32-Jährige.
Thiems letztes Karrierematch - die besten Szenen
Quelle: SNTV
Dieses Feuer sei ihm "im Laufe der Zeit abhandengekommen". Ein Umstand, der für ihn aber nicht besonders ist: "Dieser Abnutzungsprozess ist normal, wenn man den Sport jeden Tag intensiv ausübt. Man muss darauf schauen, den Spaß aufrechtzuerhalten. Bei mir war es das Gefühl nach Siegen, das Erreichen von Zielen. Diese Gefühle sind so unglaublich schön, dass man in Kauf nimmt, den kindlichen Spaß am Spiel zu verlieren."
Ein Jahr nach seinem Rücktritt habe sich sein körperlicher Zustand zwar verbessert, aber frei von Schmerzen sei er immer noch nicht, erklärte der US-Open-Champion von 2020, der vor einem Jahr mit 31 Jahren beim ATP-Turnier in Wien sein letztes Match als Profi spielte.
"Kleine Wehwehchen in Knie, Sprunggelenken, Schulter und Ellbogen sind besser geworden", sagte Thiem. Früher habe er in intensiven Phasen mit vielen Matches Probleme mit den Gelenken bekommen - mittlerweile sei er davon aber befreit.
"Wenn ich als Aktiver einen Zehn-Kilometer-Lauf auf dem Trainingsplan stehen hatte, waren die ersten Kilometer eine Katastrophe. Das war ein Gehumpel, bis alles warm war. Erst gestern lief ich wieder zehn Kilometer, das ging beinahe ohne Schmerzen", freute er sich: "Ich merke, dass der Körper sich regeneriert."
Thiem: "Kann von Glück sprechen"
Dennoch sei er weiterhin nicht ohne Beschwerden. Neben der Patellasehne bereiteten ihm vor allem die Fersen und Ödeme in den Sprunggelenken Schwierigkeiten.
Allerdings will sich der 32-Jährige lieber auf das Positive konzentrieren. "Ich kann von Glück sprechen. Anderen Sportlern, die länger gespielt haben als ich, sieht man die Schmerzen beim Gehen an. Da habe ich es gut erwischt", so Thiem.
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Thiem nach dem Karriereende: "Es ist die richtige Entscheidung"
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Auf die Frage, ob er Verständnis für die Teilnahme von Jannik Sinner, Carlos Alcaraz und Co. am lukrativen Six Kings Slam trotz der anhaltenden Kritik an dem zu vollen Turnierkalender habe, bezog Thiem klar Stellung.
Thiem: Verständnis für Stars beim Six Kings Slam
Seiner Meinung nach gebe es "nur ganz wenige Personen, die bei solchen Beträgen wirklich 'Nein' sagen würden." Zumal man als Sportler wenig Zeit habe, um sich finanziell abzusichern.
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Dominic Thiem beim ATP-Turnier in Wien
Fotocredit: Getty Images
"Du beginnst vielleicht mit neun, zehn Jahren und setzt alles auf eine Karte. Von den Top 100 haben wahrscheinlich 99 keinen ordentlichen Schulabschluss. Du solltest jede Chance ergreifen, finanziell gut auszusteigen, damit du ein Polster hast", erklärte Thiem.
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