Alex Michelsen wird nach Fan-Abschuss nicht disqualifiziert - Nick Kyrgios und Co. zeigen Unverständnis für Entscheidung
Update 26/08/2024 um 16:59 GMT+2 Uhr
Alex Michelsens Fehlschlag sorgt für anhaltende Diskussionen. Der US-Profi hatte nach einem Punktverlust den Ball frustriert ins Publikum gehämmert und eine Zuschauerin getroffen, wurde aber nicht disqualifiziert. Die Entscheidung löste heftige Kritik seitens Spielern wie Denis Shapovalov, Bruno Soares und Nick Kyrgios aus. Alle bemängelten die unterschiedliche Auslegung der Regel.
Haarscharf an Disqualifikation vorbei: Michelsen feuert Ball ins Publikum
Quelle: SNTV
Der gerade 20 Jahre alt gewordene Michelsen hatte am vergangenen Samstag im Finale des ATP-250-Turniers in Winston-Salem gegen Lorenzo Sonego (0:6, 3:6) einen Halbvolley ins Aus gespielt. Zu diesem Zeitpunkt lag er im ersten Satz mit zwei kassierten Breaks und 0:4 beinahe schon aussichtslos zurück.
Wütend schmetterte der Weltranglisten-49. einen Ball ins Publikum, eine Zuschauerin wurde dabei getroffen. Nachdem sich die Stuhlschiedsrichterin Aurélie Tourte bei der Zuschauerin vergewissert hatte, dass alles in Ordnung sei, setzte sie die Partie nach einer Verwarnung Michelsens fort. Das sorgte unter Tenniskollegen bei "X" für Aufruhr.
Der kanadische Weltranglisten-98. Denis Shapovalov, der selbst Anfang August für einen Eklat gesorgt hatte, als er beim Turnier in Washington einen Zuschauer beleidigte und disqualifiziert wurde, regte sich darüber auf: "Ich liebe es, wie sie sagen, dass Regeln Regeln sind, und dann sind sie plötzlich keine."
Der sechsfache Grand-Slam-Sieger im Doppel, Bruno Soares, zeigte ebenso kein Verständnis für die Entscheidung: "Der Schlag von Michelsen verursacht eine sofortige Disqualifikation, da gibt es keine Diskussion. Komisch, dass das nicht passiert ist. Hier gibt es doppelte Standards."
Nick Kyrgios, der in in seiner Karriere ebenfalls schon mehrfach disqualifiziert worden war, schrieb: "DISQUALIFIKATION. Mein Gott, hört auf mit diesen Grauzonen. JEDERZEIT VERBOTEN. Immer gleich. Der Sport muss für jeden fair bleiben."
Djokovic-eklat ist unvergessen
Der Fall weckt Erinnerungen an den Skandal um Novak Djokovic, der 2020 im Achtelfinale der US Open gegen Pablo Carreño Busta unbedacht einen Ball weggeschlagen und eine Linienrichterin am Hals getroffen hatte. Nach langer Diskussion mit den Schiedsrichtern wurde Djokovic disqualifiziert. Besonders pikant: Stuhlschiedsrichterin war damals so wie am Samstag die Französin Tourte, die sich diesmal gnädig zeigte.
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