Thiem exklusiv: "Der erste Satz gegen Murray ..."
Dominic Thiem ist derzeit Österreichs Nummer eins im Tennis. Der 21-Jährige steht auf Platz 44 der Weltrangliste. Im Exklusiv-Interview mit eurosport.yahoo.de zieht Thiem eine durchwachsene Zwischenbilanz und blickt zurück auf ein besonderes Match gegen Andy Murray.
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Wie fällt Ihre Zwischenbilanz nach den ersten vier Monaten der Saison?
Dominic Thiem: Es gab für mich viele Aufs und Abs. Das große Highlight war natürlich das ATP Masters von Miami, wo ich bis ins Viertelfinale kam. Das hat mir sehr viel Selbstvertrauen gegeben. Leider habe ich das zu Beginn der Sandplatz-Saison ein wenig verloren. Inzwischen passt es aber wieder und ich hoffe, bei den anstehenden Sandplatz-Highlights ebenfalls gute Leistungen zeigen zu können.
Welches Match würden Sie als Ihr bestes in der laufenden Saison bezeichnen?
Thiem: Der erste Satz im Viertelfinale von Miami gegen Andy Murray (6:3, A.d.R.). Aber auch die Matches gegen Feliciano López und Jack Sock in Miami waren sehr gut. Gleiches gilt für die Partie hier in München gegen Fabio Fognini (Achtelfinale / 6:3, 6:0 – A.d.R.). Es waren also schon ein paar gute Spiele dabei, aber noch einmal: Es waren insgesamt zu viele Aufs und Abs. Ich muss mein Niveau konstanter bringen.
Was bedeutet das aktuelle Turnier von München für Sie?
Thiem: Die Bedingungen liegen mir sehr. Die Höhenluft kommt mir entgegen, die Sandplätze sind hervorragend und die Turnier-Atmosphäre ist sehr speziell. Ich finde es schön, dass man hier in einem "echten" Tennisklub spielt, das Publikum ist sehr interessiert.
Wo liegen derzeit die Schwerpunkte im Training?
Thiem: Aufschlag, Return und Beinarbeit stehen im Fokus. Gerade der Return gelingt mir in dieser Saison sehr viel besser, nichtsdestotrotz ist der Unterschied zwischen Trainingsleistung und Match-Performance noch zu groß. Im Match funktioniert manches einfach noch nicht so wie im Training - und daran werde ich so lange arbeiten, bis das anders ist.
Welche Ziele haben Sie, trotz noch fehlender Konstanz, ins Auge gefasst?
Thiem: Ich will auf jeden Fall meine guten Leistungen bestätigen und verhindern, in der Weltrangliste zu fallen. Im kommenden Jahr werde ich dann voll angreifen. Das darf man jetzt aber nicht falsch verstehen, denn selbstverständlich gilt Devise "voller Einsatz" auch in dieser Saison. Ich freue mich schon sehr auf die drei kommenden Grand-Slam-Turniere - und will unbedingt eine bessere Rasensaison spielen als im vergangenen Jahr. Das war eine Katastrophe. In der zweiten Jahreshälfte liegen mir besonders die Turniere von Kitzbühel und Wien am Herzen.
Was halten Sie für wahrscheinlicher? Andy Murray gewinnt München oder Rafael Nadal die French Open?
Thiem (lacht): Schwer zu sagen, aber lassen Sie mich mal nachdenken: Rafa hat in Roland Garros schon neun Titel, Andy in München noch keinen. Vielleicht ist er daher ein Quäntchen mehr motiviert. Aber es ist doch so: Wann immer Rafa bei den French Open aufschlägt, ist er der Favorit.
Herr Thiem, vielen Dank für das Gespräch.
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