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Alexander Zverev und Angelique Kerber gehen in Melbourne getrennte Wege
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Publiziert 27/01/2020 um 15:32 GMT+1 Uhr
Alexander Zverev hatte gut lachen. Der 22 Jahre alte Hamburger hat seine besten Tage offensichtlich noch vor sich, für Angelique Kerber dagegen droht die Zeit langsam abzulaufen. Während Zverev erneut ohne Satzverlust und mit einer imposanten Leistung in das Viertelfinale der Australian Open einzog, verabschiedete sich Kerber mit leerem Blick von dem Turnier, das sie 2016 gewonnen hatte.
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Seit ihrem Sieg in Wimbledon 2018 hat sie die Runde der letzten Acht bei jedem Grand Slam verpasst.
Die Unterschiede am Montagabend im Melbourne Park hätten größer kaum sein können. In der Melbourne Arena setzte sich Zverev mit beachtlicher Souveränität gegen seinen Jugendfreund Andrey Rublev durch - 6:4, 6:4, 6:4 stand es nach nicht einmal 1:37 Stunden. Genau eine Stunde länger kämpfte in der Margaret Court Arena Kerber um das Viertelfinale - vergebens. Die 32 Jahre alte Kielerin verlor gegen Anastassija Pavljutschenkova mit 7:6 (7:5), 6:7 (4:7), 2:6.
Kerber zu passiv
"Ich habe mein Herz auf dem Platz gelassen", betonte Kerber, räumte aber zugleich ein: "Im dritten Satz war ich zu passiv und hatte nichts mehr drauf." Die deutsche Damentennis-Chefin Barbara Rittner attestierte Kerber trotz der Niederlage eine "Weltklasseleistung" - tatsächlich war die 18. der Weltrangliste in vielen Phasen nicht aktiv genug. So kam Kerber nur auf 35 Gewinnschläge - Pavljutschenkova auf 71. "Sie hat das konsequent durchgezogen und das Spiel selbst gewonnen", erkannte auch Kerber.
Die dreimalige Grand-Slam-Siegerin merkte allerdings an, dass sie nicht ganz fit gewesen sei. "Das ist keine Ausrede für ein verlorenes Match", versicherte sie, aber ab Mitte des zweites Satzes habe sich bei ihr doch wieder der lädierte Muskel im linken Oberschenkel bemerkbar gemacht. Gesund zu werden habe deshalb nun "Priorität" für sie, betonte Kerber, nur wenn sie hundertprozentig fit sei, "kann ich Matches gewinnen wie heute". Melbourne werde sie angesichts der Umstände aber "mit erhobenem Kopf verlassen".
Zverevs Mantra: "Es wird nicht leichter"
Zverev darf mindestens noch ein Match bestreiten. Gegner wird der dreimalige Grand-Slam-Champion Stan Wawrinka sein, Sieger unter anderem in Melbourne 2014. Der 34-Jährige besiegte Daniil Medvedev (Russland) in fünf Sätzen, und Zverev war beeindruckt. "Dachte ich, dass das passiert? Nein. Aber bin ich riesig überrascht? Nein", sagte er über Wawrinka, den er wiederholt respektvoll als "Champion" bezeichnete. Nein, mahnte er, "es wird nicht leichter." Ein Satz, den er nach jedem seiner vier Siege angebracht hat.
Allerdings: Nach vier Runden ohne Satzverlust und dem imposanten Sieg gegen den in 15 Matches ungeschlagenen Rublev kommt auch Zverev nicht mehr umhin, an seine stetig besser werdenden Chancen beim ersten Grand Slam des Jahres zu glauben. "Ich habe keinen Grund", sagte er lapidar, "nicht selbstbewusst zu sein." Aber: eins nach dem anderen. "Es sind nur noch die besten acht Spieler der Welt im Turnier", sagte Zverev, und er sei erst mal "froh, auf diesem Level zu sein", nachdem das Jahr ja nicht sonderlich gut begonnen hatte.
Im Viertelfinale bei einem Grand Slam steht der aktuelle Weltranglistensiebte erst zum dritten Mal. In den 18 Versuchen zuvor gelang ihm dies nur bei den French Open, 2018 und 2019. Nun scheint er bereit für das nächste Level.
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(SID)
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