Böses Erwachen für Dominic Thiem: Der US-Open-Sieger aus Österreich ist überraschend im Achtelfinale der Australian Open gescheitert. Der Vorjahresfinalist und Weltranglistendritte unterlag dem Bulgaren Grigor Dimitrov am Sonntag mit 4:6, 4:6, 0:6 und wirkte dabei deutlich gehemmt.
Besonders im dritten Satz konnte der Österreicher überhaupt nicht mehr sein gewohntes Tennis abrufen und machte insgesamt nur sieben Punkte. Bereits nach knapp zwei Stunden war das mit Spannung erwartete Achtelfinale beendet.
"Es gibt diese Spiele, wo der Ball einfach läuft. Das war heute so eins", meinte der siegreiche Dimitrov im Interview nach dem Match: "Ich glaube, Thiem hatte Probleme, ich weiß aber nicht welche. Aber ich gebe mir auch Kredit dafür, dass ich die drei Sätze gewonnen habe."
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Dabei hatte das Match spannend begonnen.

Thiem gibt Führung zweimal aus der Hand

Im ersten Durchgang lieferten sich die beiden Kontrahenten 58 Minuten lang intensive Ballwechsel. Thiem gelang das erste Break zum 3:1, doch Dimitrov konterte mit drei Spielgewinnen in Folge und letztendlich mit dem Satzgewinn. Auch, weil Thiem überraschend viele Fehler machte und bei eigenem Aufschlag wackelte. Im kompletten Match unterliefen dem Österreicher 23 Unforced Errors mehr als seinem Gegenüber (41 zu 18).

Highlights | Angeschlagener Thiem bricht gegen Dimitrov ein

Insgesamt 20 Mal ging es in den ersten beiden Sätzen über Einstand. Doch auch im zweiten Durchgang gab Thiem eine 3:1-Führung und damit das Match endgültig aus der Hand.
Im dritten Satz konnte der Österreicher nichts mehr entgegensetzen. Ungewohnt für den 27-Jährigen, der in der 3. Runde noch einen 0:2-Satzrückstand gegen Nick Kyrgios aufgeholt hatte.

Thiems ehrliche Worte nach Aus: "Richtig schlechter Tag"

Auch für Eurosport-Experte Boris Becker schwer nachzuvollziehen. "So kampflos habe ich das selten gesehen, er ist eigentlich das größte Kämpferherz. Da muss irgendwas sein", analysierte der 53-Jährige in "Matchball Becker": "Grigor spielt gerne gegen Dominic, aber dass er ihn so deutlich schlägt, habe ich nicht erwartet. Das ist schon eine Überraschung."
Thiem bestätigte auf der anschließenden Pressekonferenz den Verdacht: "Es waren kleinere körperliche Probleme. Ich will aber nicht genauer darauf eingehen und keine Entschuldigungen suchen", so der US-Open-Sieger: "Ich bin keine Maschine, auch wenn ich es gerne wäre."

Gnadenlos beim Matchball: Dimitrov lässt gegen Thiem nichts anbrennen

Dimitrov jetzt gegen Qualifikant Karatsev

Bei allen drei Majors des Vorjahres hatte Thiem mindestens das Viertelfinale erreicht. Dimitrov nutzte die Gunst der Stunde und erreichte bereits zum vierten Mal die Runde der letzten Acht in Melbourne, 2017 schaffte er es ins Halbfinale.
Nun trifft er auf den Russen Aslan Karatsev, der zuvor für eine ebenso große Überraschung gesorgt hatte. Der 27 Jahre alte Qualifikant setzte seinen wundersamen Siegeslauf mit einem 3:6, 1:6, 6:3, 6:3, 6:4-Erfolg gegen den klar favorisierten Kanadier Felix Auger-Aliassime fort.

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(mit SID)

"Was ist das denn jetzt?" Dimitrov spielt mit gerissener Saite weiter

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