Grigor Dimitrov (Bulgarien/Nr. 18) verletzte sich allerdings während der Partie auf der rechten Seite an der Rückenmuskulatur, konnte nicht mehr richtig aufschlagen und musste sich Anfangs des vierten Satzes offcourt ein "medical timeout" nehmen.
Der Bulgare hatte im Achtelfinale den Mitfavoriten Dominic Thiem (Österreich/Nr. 3) ausgeschaltet und bis zum Match gegen Karatsev keinen Satz verloren. Nach 2:32 Stunden verwandelte Karatsev seinen ersten Matchball. "Es ist ein unglaubliches Gefühl", sagte er.
Karatsev, dessen Spielerprofil auf der offiziellen Webseite der Australian Open bis zum Achtelfinale nicht einmal ein Porträtfoto aufwies, hatte in den Runden zuvor schon Diego Schwartzman (Argentinien/Nr. 8) und nach 0:2-Satzrückstand auch Felix Auger-Aliassime (Kanada/Nr. 20) besiegt.
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Gegen Dimitrov begann die Nummer 114 der Welt nervös und machte eineinhalb Sätze lang viele Fehler. Dann aber wurde Karatsev immer stärker, holte sich das Break zum 5:4 im zweiten Satz und ward fortan vom gehandicapten Bulgaren nicht mehr aufzuhalten.
Australian Open: Ergebnisse Herren-Einzel

Highlights | Sieg gegen Dimitrov: Karatsev schreibt Geschichte

"Er ist ziemlich bei sich, hat gar nichts zu verlieren", analysierte Experte Barbara Rittner bei Eurosport: "Was mich beeindruckt hat: Er hat gar nicht ins Match gefunden, war sehr nervös und hat viele leichte Fehler gemacht. Dimitrov hatte alles in seiner Hand, doch dann hat sich Karatsev zurückgekämpft, gutes Tennis gespielt - bevor Dimitrov sich verletzt hat. Es war nicht nur die Verletzung - am Ende war es dann Formsache, das zu Ende zu bringen. Hut ab!"

Dimitrov hat's am Rücken

Dimitrov war es nach eigener Aussage schon am Montag in den Rücken gefahren. "Ich konnte mir nicht mal mehr die Socken anziehen", erzählte er: "Da wusste ich, dass es ein harter Tag werden würde."
"Er konnte sich kaum noch hinsetzen", sagte Rittner. An eine Aufgabe habe Dimitrov jedoch nie gedacht: "Ich bin kein Quitter."

Da kommt die Faust: Karatsev mit Rückhand-Winner zur Wende im Spiel

"Ich wusste nicht, dass Grigor verletzt ist", sagte dagegen Karatsev: "Es war sehr hart am Anfang, meine Nerven im Griff zu haben. Im zweiten Satz habe ich einen Weg gefunden und im Dritten hat er dann den Rücken gespürt."
Im Halbfinale trifft der Russe nun auf Novak Djokovic (Serbien/Nr. 1), der Alexander Zverev (Hamburg/Nr. 6) in vier Sätzen besiegte. Durch den Einzug in die Runde der letzten Vier hat Karatsev schon 850.000 Australische Dollar Preisgeld verdient (661.546 US-Dollar/545.075 Euro) - mehr als bisher in seiner gesamten Karriere (618.354 US-Dollar/509.540 Euro).
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Ehrlicher geht's nicht: Großartige Antwort von Karatsev auf Pressekonferenz

Karatsev auf McEnroes Spuren

Vor dem schon 27 Jahre alten Karatsev war nur John McEnroe 1977 in Wimbledon, Bob Giltinan 1977 in Melbourne, Filip Dewulf 1997 bei den French Open und Vladimir Voltchkov 2000 in Wimbledon als Qualifikanten der Einzug ins Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers gelungen.
Da in einem weiteren Viertelfinale am Mittwoch Andrey Rublev (Russland/Nr. 7) und Daniil Medvedev (Russland/Nr. 4) gegeneinander spielen, werden zum dritten Mal zwei Russen in einem Major-Halbfinale stehen. Bei den Australian Open stand letztmals 2005 mit Marat Safin ein Russe im Halbfinale. Safin gewann damals das Turnier.
Karatsev hatte sich vor dem Turnier in Melbourne schon durch drei Runden Qualifikation in Doha kämpfen müssen.
"Das ist eine unglaubliche Geschichte", stellte Ex-Tennisstar Tim Henman dazu bei Eurosport fest. "Er scheint von der Persönlichkeit her sehr ruhig zu sein, was ihm hilft."

Phänomen Karatsev: Das ist der Mann, der Djokovic stoppen will

Australian Open - Viertelfinale der Herren:

Halbfinale der Herren:

  • N. Djokovic (SRB/1) - A. Karatsev (RUS/Q) - Donnerstag, 9:30 Uhr
  • D. Medvedev (RUS/4) - S. Tsitsipas (GRE/5) - Freitag, 9:30 Uhr
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