Australian Open - Novak Djokovic denkt über Verzicht nach und lässt Frage nach Impfung bewusst offen
Novak Djokovic ist mit neun Titeln der Rekordsieger bei den Australian Open. Ob der Weltranglistenerste im kommenden Januar seinen zehnten Triumph in Melbourne in Angriff nimmt, ist aber offenbar noch nicht sicher. "Aus sportlicher Sicht kann ich sagen, dass ich nicht weiß, ob ich hingehe oder nicht", sagte der 34 Jahre alte Serbe in einem Interview mit der serbischen Zeitung "Blic".
Novak Djokovic ist sich noch nicht sicher, ob er bei den Australian Open antreten wird
Fotocredit: Getty Images
"Natürlich möchte ich nach Australien. Es ist mein erfolgreichstes Grand-Slam-Turnier. Deshalb will ich auch teilnehmen. Ich liebe den Sport noch immer und bin noch motiviert", erklärte Djokovic zwar weiter. Seine Unschlüssigkeit dürfte vor allem darauf zurückzuführen sein, dass ungeimpfte Tennisprofis möglicherweise kein Visum für Australien erhalten.
"Ich verfolge die Situation in Australien und soweit ich weiß, wird die endgültige Entscheidung in der ersten oder zweiten Novemberwoche fallen. Wie auch in diesem Jahr wird es einige Einschränkungen geben", so Djokovic, der als "Impfskeptiker" gilt.
Zugleich gab er sich aber bezüglich der Corona-Maßnahmen während des ersten Grand-Slam-Turniers des Jahres optimistisch: "Was ich gehört habe, werden Regierung und Tennis Australia versuchen, die Bedingungen für alle zu verbessern - sowohl für Geimpfte als auch für Umgeimpfte. Es kann nicht sein, dass wie dieses Jahr 70 Spieler in Quarantäne müssen, weil sie mit einer positiven Person im Flugzeug saßen."
Am Dienstag erhielten diese Hoffnungen in Person von Dan Andrews, Premierminister des Bundestaats Victoria, jedoch einen Dämpfer. "Ich denke nicht, dass ein ungeimpfter Spieler ein Visum für dieses Land bekommt. Dem Virus ist es egal, wo du in der Weltrangliste stehst oder wie viele Grand Slams du gewonnen hast", sagte Andrews: "Selbst wenn es ein Visum geben sollte, müssten betroffene Spieler wahrscheinlich mehrere Wochen in Quarantäne."
Djokovic blockt bei Impf-Thematik ab: "Frage unangemessen"
Für Djokovic dürften dies keine guten Nachrichten sein, auch wenn sein genauer Impfstatus unbekannt ist. Und das wird auch vorerst so bleiben. "Ich habe meine Meinung und daran ändert sich nichts. Ich verrate nicht, ob ich geimpft bin oder nicht", sagte der Weltranglistenerste.
Zugleich machte er deutlich, dass er in Zukunft nicht mehr danach gefragt werden möchte: "Das ist Privatsache und gemäß unseres Gesetzes könnte ich jemanden dafür belangen, der mich danach fragt. Die Frage ist unangemessen."
"Zu viele Leute nehmen sich die Freiheit, um Dinge zu fragen und Personen dafür zu verurteilen. Egal ob du mit 'ja', 'nein', 'vielleicht', 'weiß nicht' oder 'ich überlege' antwortest - sie werden die Antwort umdrehen", fuhr Djokovic fort und holte zu einer Medienschelte aus: "Mir fehlen die Worte, um die Medien zu beschreiben. Sie verbreiten Angst und Panik unter den Leuten und ich will kein Teil davon sein. Gefühlt sind alle feindselig. Nun da ich dies gesagt habe, kann einer von euch Journalisten einen Skandal daraus machen. Aber ich will nicht ein Teil dieses Shitstorms sein."
Bereits im Sommer 2020 hatte Djokovic für seine mitten in der Pandemie vor Fans ausgerichtete "Adria Tour" heftige Kritik einstecken müssen, nachdem mehrere Profis dort an Covid-19 erkrankten. Auch Djokovic selbst infizierte sich mit dem Sars-CoV2-Virus und musste in Quarantäne.
Djokovic verpasste 2021 den Grand Slam
Sportlich verliefen die vergangenen Monate für Djokovic hingegen blendend, auch wenn er zuletzt zwei bittere Niederlagen einstecken musste.
Nachdem er in diesem Jahr in Melbourne, Paris und Wimbledon triumphieren konnte und somit mit 20-Grand-Slam-Siegen mit Roger Federer und Rafael Nadal gleichzog, hatte er bei den Olympischen Spielen in Tokio die historische Chance, mit dem Gewinn der Goldmedaille den nächsten Schritt Richtung Golden Slam zu machen. Doch im Halbfinale unterlag er dem späteren Olympiasieger Alexander Zverev und musste sich am Ende mit Platz vier begnügen.
Im September vergab er bei den US Open dann auch seine zweite historische Chance: Mit einem Sieg im Finale gegen Daniil Medvedev hätte er der erste Profi seit Rod Laver 1969 werden können, dem der kalendarische Grand Slam gelingt. Jedoch verlor der Serbe das Endspiel glatt in drei Sätzen.
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Quelle: SNTV
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