Alexander Zverev haderte noch ein bisschen mit der Niederlage der deutschen Mannschaft im Halbfinale des ATP Cups, dann richtete der Weltranglistensiebte seine ganze Konzentration auf die Australian Open. "Ich liebe dieses Team so sehr. Danke für dies unglaubliche Woche. Es tut mir leid, dass ich uns nicht über die Ziellinie gebracht habe", sagte der Hamburger nach dem 1:2 gegen Russland, mit dem Zverev und Co. das Finale des Teamwettbewerbs in Melbourne verpassten.
Auch, weil bei Zverev im Einzel in aussichtsreicher Position der Rücken zwickte. Gegen den Weltranglistenvierten Daniil Medwedew lag er nach gewonnenem ersten Satz auch im zweiten Durchgang mit Break in Führung, ehe er sich kurze Zeit später auf dem Platz behandeln lassen musste. Letztlich stand trotz einer kämpferischen Leistung eine 6:3, 3:6, 5:7-Niederlage.
"Die letzten Tage waren für meinen Körper ein bisschen viel. Ich hoffe, ich kann mich schnell erholen, um für den Start der Australian Open gesund und bereit zu sein", sagte er. Dafür bleibt aber nur wenig Zeit. Voraussichtlich bereits in der Nacht von Sonntag auf Montag (deutscher Zeit) muss der 23-Jährige sein Auftaktmatch gegen den US-Amerikaner Marcos Giron (27/ATP-73.) absolvieren.
Australian Open
25-Millimeter-Riss: So schlimm ist die Verletzung von Djokovic
22/02/2021 AM 11:56
Selbstvertrauen dürfte Zverev in seinen ersten Spielen des Jahres für das Grand-Slam-Turnier durchaus getankt haben. Zwar gelang ihm im ATP-Cup nur ein Einzelsieg, aber sowohl Medwedew, Gewinner des ATP-Finals im vergangenen Jahr, als auch den dominierenden Weltranglistenersten Novak Djokovic hatte er am Rand einer Niederlage.

Zverev droht Duell mit Djokovic

Und auch eine weites Vordringen im Tableau wird für Zverev höchstwahrscheinlich nur über Djokovic gehen. Im Viertelfinale träfe er - läuft alles nach Plan - auf den Serben. "Sascha hat in den ersten Runden eine ordentliche Auslosung", sagte Michael Kohlmann, neuer Head of Men's Tennis im DTB, dem "SID". Dann allerdings sei "Topfavorit" Djokovic eine "richtig große Hürde".

Zverev scheitert an Medvedev: Die Highlights zum Duell

Bei den Frauen gibt es dagegen nicht die eine dominierende Spielerin. Zu ausgeglichen, zu anfällig präsentierte sich die Weltspitze bei den vergangenen Grand Slams. Vielleicht eine Chance für Angelique Kerber, die bei ihrem Vorbereitungsturnier nach 14-tägiger strikter Quarantäne und zwei Siegen letztlich im Viertelfinale der "Grampians Trophy" 4:6, 2:6 gegen die Griechin Maria Sakkari verlor - aber noch wichtige Spielpraxis sammelte. Ebenfalls voraussichtlich in der Nacht von Sonntag auf Montag startet die 33-jährige Kielerin gegen Bernarda Pera aus den USA in den "Happy Slam" in Melbourne.

Australian Open: Kerber startet ins Ungewisse

Kerber selbst hat nach der Quarantäne die Erwartungen zurückgefahren, kann so ohne Last aufspielen. Nach 14 Tagen Isolation auf dem Hotelzimmer erwartet niemand Wunderdinge. "Das lässt ein bisschen den Druck abfallen", sagte auch Barbara Rittner, Frauen-Chefin im Deutschen Tennis Bund (DTB), dem "SID". "Aber", schränkte sie ein, "ich mache mir mehr Gedanken um das Körperliche". Zwar habe Kerber offenbar die Quarantänezeit gut weggesteckt. Die "große Frage" sei aber nun: "Über welchen Zeitraum hält der Körper so gut?"
Eine Antwort darauf müssen aber eine ganze Reihe Topstars finden. Nach Serena Williams (USA) traten auch US-Open-Siegerin Naomi Osaka (Japan) und die zweimalige Australian Open-Siegerin Wiktoria Asarenka (Belarus) wegen Verletzungssorgen bei ihren Vorbereitungsturnieren nicht zu weiteren Spielen an.
Größere Probleme hat offenbar die Weltranglistenzweite Simona Halep, die beim 2:6, 1:6 gegen Jekaterina Alexandrowa (Russland) von einer Rückenverletzung beeinträchtigt wurde. Die Weltranglistenerste und Lokalmatadorin Ashley Barty muss zudem eine elfmonatige Tennispause wegstecken.
Vorjahressiegerin Sofia Kenin machte jedenfalls für die körperlichen Probleme die 14-tägige Quarantäne verantwortlich. "Man sieht, dass zwei Wochen Training in einem Hotelzimmer nicht das Gleiche sind, wie Spielpraxis zu sammeln."
Das könnte Dich auch interessieren: Osaka und Williams sagen Spiele ab: Probleme wegen Quarantäne?
(SID)

"Umstellung wegen schnellerer Plätze": Thiems exklusiver Ausblick

Australian Open
Champion Djokovic ganz offen: "Früher ging es wild zu ..."
22/02/2021 AM 11:48
Australian Open
Djokovics Schattenmann: Wer hinter dem Titel-Coup steckt
22/02/2021 AM 11:23