Novak Djokovic - die Reaktionen zum Urteil: "Sie haben schlicht und ergreifend gelogen"
Der Fall Novak Djokovic kann nach knapp zwei Wochen zu den Akten gelegt werden. Der Federal Court of Australia wies den Einspruch des Tennisstars gegen die erneute Annullierung seines Visum zurück. Das Urteil löste teils heftige Reaktionen aus. Serbiens Präsident Aleksandar Vucic sprach ob des gesamten Ablaufs erneut von einer "Hexenjagd". Eurosport.de fasst die Reaktionen zusammen.
Im Training: Novak Djokovic
Fotocredit: SID
Für Serbiens Präsident Aleksandar Vucic ist klar dass die Anklage im Fall Novak Djokovic mit falschen Karten gespielt hat.
"In dem sinnlosen Gerichtsverfahren konnte man sehen, wie sehr die Anklage lügt. Sie haben schlicht und ergreifend gelogen", monierte der Politiker.
Die ATP reagierte indes vor allem auf die sportliche Komponente des Urteils. Djokovics "Fehlen bei den Australian Open ist ein Verlust für das Spiel", teilte die Tennis-Profiorganisation mit.
Der dreimalige Australian-Open-Champion Mats Wilander sprach dem 34-Jährigen indes seine "Anerkennung" dafür aus, dass er versucht hat, einen Weg zu finden, um an den Start zu gehen.
Der australische Tennisstar Nick Kyrgios hielt sich kurz und twitterte nur ein Emoji, das den Schluss nahelegt, dass er den Ablauf der Ereignisse kritisch sieht.
Die Reaktionen zum Urteil im Fall Djokovic:
Boris Becker (Australian-Open-Sieger 1991 und 1996): "Regierungen sind immer größer als Einzelpersonen. Wie jeder andere war ich etwas überrascht, dass das Gericht am Montag zu Novaks Gunsten entschieden hat. Das letzte Wort aber die Regierung. Aus meiner Sicht gibt es in der Sache keinen Gewinner. Novak zahlt sicherlich den höchsten Preis - aber Tennis Australia, der Bundesstaat Victoria und Australien haben keine gute Figur abgegeben."
Aleksandar Vucic (Präsident Serbien): "Ich habe Novak gesagt, dass ich es kaum erwarten kann, dass er nach Serbien zurückkommt, in sein Land, wo er immer willkommen ist. Es ist nicht hinnehmbar, den besten Tennisspieler zehn, elf Tage lang so zu behandeln, und ihm dann am elften Tag die gleiche Entscheidung mitzuteilen wie am ersten Tag. In dem sinnlosen Gerichtsverfahren konnte man sehen, wie sehr die Anklage lügt. Sie haben schlicht und ergreifend gelogen. Sie sagen, dass es weniger als 50 Prozent geimpfte Menschen in Serbien gibt, aber es sind offiziell 58 Prozent. Das ist mehr als in vielen anderen europäischen Ländern. Das war ein sinnloses Argument. Sie glauben, dass sie Djokovic gedemütigt haben, aber sie haben nur sich selbst gedemütigt. Er kann in sein Land zurückkehren und jedem erhobenen Hauptes in die Augen sehen."
Patrick Mouratoglou (Coach Serena Williams): "Der große Verlierer dieses Schlamassels ist das Turnier. Die einzige gute Nachricht ist, dass wir nun hoffentlich anfangen können, über Tennis zu reden."
Mats Wilander (siebenfacher Grand-Slam-Turniersieger und Eurosport-Experte): "Ich bin vom Urteil überrascht, geschockt und etwas erschöpft von der Angelegenheit. Novak muss sich ziemlich schlecht fühlen nach dieser Zeit hier. Er findet meine Anerkennung dafür, dass er es versucht hat. Er hat alles unternommen, was möglich war. Aber er kannte die Regeln und die besagen, dass eigentlich nur geimpfte Profis teilnehmen dürfen. Ich halte die Entscheidung des Gerichts für fair. Weltweit sind Millionen von Menschen gestorben und Australien hat über lange Zeit einen vollen Lockdown gehabt. Das Land hat sehr gelitten.
Srdjan Djokovic (Vater Novak Djokovic): "Das Attentat auf den besten Sportler der Welt ist vorbei, 50 Kugeln in Novaks Brust."
Serhij Stachowskyj (Tennisprofi): "Ein sehr trauriger Tag in der Geschichte des Tennis. Es ist eine Schande, jemanden für seine Ansichten, die von jenen der anderen abweichen, ins Visier zu nehmen."
Vasek Pospisil (Tennisprofi): "Novak wäre nie nach Australien gegangen, hätte er nicht von der Regierung eine Ausnahmebewilligung für die Einreise erhalten. Er hätte die Australian Open ausgelassen, wäre zuhause bei seiner Familie geblieben – und niemand würde jetzt über diese ganze Sauerei reden."
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Djokovic-Fans argwöhnen: "Abschiebung politisch motiviert"
Quelle: Perform
ATP (Profiorganisation im Herren-Tennis): "Unabhängig davon, wie dieser Punkt erreicht wurde, ist Novak einer der größten Champions unseres Sports, und sein Fehlen bei den Australian Open ist ein Verlust für das Spiel. Wir wissen, wie turbulent die letzten Tage für Novak waren und wie sehr er seinen Titel in Melbourne verteidigen wollte. Wir wünschen ihm alles Gute und freuen uns darauf, ihn bald wieder auf dem Platz zu sehen."
Barbara Schett (Ex-Profi und Eurosport-Expertin): "Für die australische Bevölkerung war es ein wenig eine Erleichterung. Die meisten Menschen waren dafür, dass er das Land verlassen muss und stimmen nun mit der Entscheidung überein. Viele Spieler sind ebenfalls der Auffassung, dass man Djokovic nicht hätte ins Land lassen dürfen. Aber es besteht auch Einigkeit darüber, dass sich das Ganze zu lange hingezogen hat und es einer schnelleren Entscheidung bedurft hätte."
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'It’s a bit of a relief for the Australian population' – Schett on Djokovic visa row
Quelle: Eurosport
Scott Morrison (Premierminister Australien): "Ich begrüße die Entscheidung, unsere Grenzen stark und die Australier sicher zu halten. Bereits am Freitag habe ich erklärt, dass die Menschen in Australien während der Pandemie viele Opfer gebracht haben und erwarten, dass die Ergebnisse dieser Opfer geschützt werden."
Podcast Das Gelbe vom Ball - Becker blickt auf Australian Open voraus
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