"Ich bin extrem enttäuscht über die Entscheidung, die bedeutet, dass ich nicht in Australien bleiben und an den Australian Open teilnehmen kann", schrieb Djokovic in einem Statement.6
Er "respektiere die Entscheidung des Gerichts und werde mit den zuständigen Behörden in Bezug auf meine Ausreise kooperieren".
Das Urteil im finalen Akt vor Gericht trafen drei Richter des Federal Courts of Australia, es ist aufgrund dieser Zusammensetzung nur äußerst schwer anzufechten.
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"Das Gericht hat beschlossen, dass der abgeänderte Antrag kostenpflichtig abzuweisen ist", erklärte der Vorsitzende Richter James Allsop.

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Statt am Montag im Erstrundenduell gegen seinen Landsmann Miomir Kecmanovic anzutreten, hat Djokovic das Land nur etwa fünf Stunden nach der Urteilsverkündung verlassen.

Djokovic verlässt Australien wenige Stunden nach Urteil

Der Serbe hob um 22:52 Uhr (Ortszeit) mit Flug EK409 von Melbourne nach Dubai ab. Kurz vor 18:00 Uhr hatten die Richter den Einspruch des Weltranglistenersten gegen die erneute Annullierung seines Visums vom Freitag zurückgewiesen.
"Es ist mir unangenehm, dass der Fokus in den vergangenen Wochen auf mir lag. Ich hoffe, dass wir uns nun alle wieder auf das Spiel konzentrieren können und auf das Turnier, das ich liebe. Ich wünsche allen Spielern alles Gute für das Turnier und möchte mich bei meiner Familie, meinen Fans und meinen serbischen Landsleuten für die Unterstützung bedanken", teilte Djokovic mit.
Vorausgegangen war eine beispiellose Auseinandersetzung des Weltranglistenersten mit den Behörden seit seiner Ankunft in Melbourne am 5. Januar.

Djokovic-Fans argwöhnen: "Abschiebung politisch motiviert"

Der 20-malige Grand-Slam-Sieger war ungeimpft und mit einer medizinischen Ausnahmegenehmigung in das strikt gegen die Corona-Pandemie vorgehende Land eingereist. Die Kontroverse fand in der ganzen Welt Beachtung.
So auch die Online-Anhörung ab Sonntagmorgen (Ortszeit), für die Djokovic die Unterkunft für Ausreisepflichtige in Melbourne verlassen konnte. Er wurde ins Büro seiner Anwälte gebracht, wo er das Geschehen verfolgte. Die Richter peilten zunächst eine Entscheidung bis zum Mittag an, sollten den Zeitplan aber nicht einhalten können.

Djokovic-Anwälte: Vorgehen "irrational"

Das Gericht prüfte die Frage, ob Einwanderungsminister Alex Hawke seine Entscheidung vom Freitag, Djokovic zum zweiten Mal die Aufenthaltsgenehmigung zu entziehen, im Rahmen seiner Befugnisse getroffen hatte. Djokovics Anwälte bezeichneten das Vorgehen als "irrational" und "unangebracht". Sie versuchten die zentralen Argumente von Hawke, Djokovics Verbleib im Land könne eine Stimmung gegen die Corona-Impfung befeuern und zu "zivilen Unruhen" führen, zu widerlegen.
EURE MEINUNG ZUM URTEIL IM FALL DJOKOVIC?
Der Anwalt der Regierung, Stephen Lloyd, hielt dagegen, der Beschluss von Hawke sei rechtmäßig. Djokovic sei ein Vorbild für viele Menschen und habe in der Vergangenheit und jüngst Maßnahmen gegen das Coronavirus missachtet. Zudem habe es bereits seit seiner Ankunft in Australien Proteste gegeben.
Djokovic war nach seiner Ankunft in Melbourne von den Grenzschutzbehörden sein Visum entzogen worden.
Dagegen ging er am vergangenen Montag erfolgreich vor und nahm die Vorbereitung auf die Australian Open wieder auf. Danach geriet er vor Hawkes Entscheidung immer stärker in Bedrängnis. Unter anderem räumte er ein, dass er im Dezember in Serbien an einem Interview mit französischen Journalisten trotz des Wissens um einen positiven Coronatest teilgenommen habe.

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