Rafael Nadal scherzte und lachte im Oncourt-Interview mit Jim Courier nach seinem Erstrundensieg gegen Marcos Giron bei den Australian Open. Fast, wie in alten Zeiten. Fast so, als wäre nichts gewesen. Doch als es um die Verletzung ging, die ihn fast die komplette zweite Saisonhälfte 2021 und beihnahe den Start in Melbourne gekostet hatte, wurde der 35-Jährige ernst.
"Ich habe herausfordernde Monate hinter mir, ein paar schwere Momente und viele Zweifel", sagte Nadal und sprach damit vor allem die Müller-Weiss-Krankheit an, die den Spanier bereits seit Beginn seiner Karriere begleitet und ihm in den vergangenen Monaten viele Probleme bereitet hatte.
Bereits im Jahr 2005, Nadal war damals gerade einmal 19 Jahre alt, wurde die seltene Knochenkrankheit bei ihm diagnostiziert. Es handelt sich dabei um eine degenerative Erkrankung des Kahnbeins im Mittelfuß, die zu einer Deformierung dieses Knochens führt. Äußere Knochenanteile des Kahnbeins sterben spontan ab, die Folgen für die Fußstellung und Fußform sind gravierend.
Australian Open
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Unbehandelt führt ein geschädigtes Kahnbein zu einer massiven Beeinträchtigung des Fußes. Bei Nadal ist der Knochen in zwei Hälften gespalten, wie er verriet: "Es ist ein Problem ohne Lösung."

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Nadal genießt es, wieder auf dem Court zu stehen: "Bleibe positiv"

Komplett heilbar ist die Krankheit also nicht, doch Nadal lernte damit umzugehen. Durch sehr aggressive Einlagen und eine Umstellung seines Bewegungsablaufs konnte er damals ein frühes Karriereende verhindern – und wurde zu einem der besten Tennisspieler aller Zeiten.
Doch nicht erst seit dem jüngsten Rückschlag weiß Nadal, dass seine Jagd nach dem 21. Grand-Slam-Titel und damit dem alleinigen Rekord vor seinen Rivalen Novak Djokovic und Roger Federer auch daran hängt, wie er in Zukunft mit der Krankheit zurechtkommt.
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"Man weiß nie, wie es läuft, wenn man von Verletzungen zurückkommt. Du musst immer von Tag zu Tag schauen", so Nadal, der es einfach wieder genießt, auf dem Court zu stehen und Tennis auf dem höchsten Level zu spielen: "Ich bleibe positiv."

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Australian Open: Nadal könnte auf Zverev treffen

Mitterweile steht der Spanier in der dritten Runde der Australian Open und trifft am Freitag auf den Russen Karen Khachanov. In der zweiten Runde hatte er Yannick Hanfmann in drei Sätzen 6:2, 6:3, 6:4 geschlagen.
Im Viertelfinale könnte es zum Giganten-Duell gegen den an Position zwei gesetzten Deutschen Alexander Zverev kommen. Immer vorausgesetzt, der Fuß hält.
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