Australian Open: Aryna Sabalenka dreht Finale gegen Elena Rybakina und gewinnt ersten Grand Slam

Aryna Sabalenka hat die Australian Open 2023 gewonnen. Im Finale besiegte die Belarussin die Kasachin Elena Rybakina 4:6, 6:3, 6:4 und holte damit ihren ersten Grand-Slam-Titel. Im Endspiel legte die Wimbledon-Siegerin im ersten Satz mit tollem Tennis vor, dann aber setzten sich Power und Präzision ihrer 24 Jahre alten Kontrahentin durch. Sabalenka wird nun die neue Nummer zwei der Welt.

Spannung pur: Sabalenka braucht vier Matchbälle zum Titel

Quelle: Eurosport

Aryna Sabalenka (Nr. 5) sackte in der tobenden Rod Laver Arena auf den Boden und weinte vor Glück. Die 24-Jährige hat endlich ihren so ersehnten großen Coup gelandet und die Australian Open gewonnen.
Sie setzte sich in einem umkämpften und hochklassigen Endspiel in Melbourne 4:6, 6:3, 6:4 gegen Wimbledonsiegerin Elena Rybakina (Kasachstan/Nr. 22) durch. "Das ist gerade der beste Tag meines Lebens", sagte Sabalenka am Abend.
"Ich zittere, bin immer noch super nervös. Es war ein unglaubliches Turnier", hatte sie zuvor in ihrer Siegerrede gesagt und sich neben ihrem "verrückten Team" auch bei Tennis-Legende Billie Jean King, die ihr die Trophäe übergeben hatte, bedankt: "Danke für alles, was du für unseren Sport getan hast."
Außerdem dankte sie Rybakina für ein packendes Endspiel und hoffte auch noch mehrere Final-Duelle mit der Kasachin. Rybakina betonte, sie freue sich schon auf die Rückkehr im kommenden Jahr: "Ich hatte Gänsehaut, in dieser Atmosphäre zu spielen."

Sabalenka braucht vier Matchbälle zum Titel

Sabalenka, die aus Belarus stammt, ist damit die erste neutrale Athletin, die ein Majorturnier gewinnt. Seit dem russischen Angriffskrieg sind auch die Zeichen ihres Heimatlandes im Tennis gesperrt. "Ich denke, man weiß immer noch, dass ich eine belarussische Spielerin bin", sagte sie.
Sabalenka setzte gegen Rybakina eine beeindruckende Serie vor: Sie hat in diesem Jahr keines ihrer elf Matches verloren. "Das war Werbung für das Damen-Tennis", sagte Boris Becker bei Eurosport: "Das war richtig gut, Hochgeschwindigkeitstennis."
picture

Finale: Sabalenka dreht Endspiel gegen Rybakina - Highlights

Quelle: Eurosport

Bei ihrem ersten Matchball servierte Sabalenka einen Doppelfehler, beim zweiten verschlug sie eine Vorhand. Anschließend musste die Belarussin sogar noch einen Breakball abwehren. Beim dritten Matchball verfehlte eine Rückhand die Grundlinie knapp. Ihren vierten nutzte Sabalenka dann aber nach 2:28 Stunden hochklassigem Tennis auf beiden Seiten.

Sabalenka seit November unbesiegt

"Was für ein tolles Finale, da hat sie so hart für gearbeitet", sagte Bundestrainerin Barbara Rittner bei Eurosport: "Man sieht, was für eine Last auf ihr gelastet hat." Es sei erfrischend, ihr zuzuschauen, fügte Becker an: "Sie hat mehr Tennis-Qualität als viele Spielerinnen. Man sieht auch das Herz bei ihr auf dem Platz."
picture

Toller Final-Ballwechsel reißt Zuschauer von den Sitzen

Quelle: Eurosport

Die Siegerin darf sich in Melbourne über umgerechnet 1.896.503 Euro Preisgeld freuen. Für die Final-Teilnahme gibt's für Rybakina immerhin noch 1.035.905 Euro Prämie. Die gebürtige Russin spielt seit 2018 für Kasachstan und sorgte in Wimbledon für den ersten Grand-Slam-Triumph ihres Landes.
Sabalenka hatte vor dem Finale zuletzt im November im Endspiel der WTA-Finals gegen Caroline Garcia (6:7, 4:6) einen Satz auf der Tour verloren. Vor den Australian Open hatte die Belarussin das Turnier von Adelaide mit makelloser Bilanz gewonnen.

Rybakina bietet Sabalenka Paroli

Sabalenka war mit größtmöglichem Selbstvertrauen und dem Wissen um ihre positive Bilanz gegen Rybakina in das mit Spannung erwartete Duell zweier Power-Frauen gegangen. Alle drei bisherigen Aufeinandertreffen hatte die Belarussin gewonnen - ihre Kontrahentin wollte mit dem Erfahrungsvorsprung ihres Finaltriumphs von Wimbledon wuchern.
picture

Enge Kiste - Russell Crowe leidet mit Rybakina

Quelle: Eurosport

Und das gelang Rybakina, die Sabalenka früh das Service abnahm und nachlegte. Sie schlug wie auch ihre Kontrahentin knallhart auf und war dann bestrebt, von der Grundlinie das Kommando zu übernehmen. Auch eine kurze Schwächephase im ersten Satz brachte sie nicht aus dem Konzept.
picture

Serie gerissen! Rybakina nimmt Sabalenka Satz im Finale ab

Quelle: Eurosport

"Die spielt es so trocken und humorlos", sagte Rittner: "Sie spielt wesentlich besser als im Halbfinale." Und nahm Sabalenka als erste Spielerin in diesem Jahr einen Satz ab.
Doch Sabalenka gelang im zweiten Satz der Bruch des Momentums ihrer Gegnerin, sie spielte nun teilweise groß auf und schaffte per Ass den Satzausgleich. Sabalenka blieb auf dem Gaspedal und setzte Rybakina auch im Entscheidungssatz weiter unter Druck. Sie schaffte das Break zum 4:3 - und ließ sich ihren Triumph nicht mehr nehmen.
picture

Kampf auf Messers Schneide: Sabalenka breakt in Satz drei

Quelle: Eurosport

Petkovic sieht neue Rivalität wachsen

"Es ist so erfrischend - das ist etwas, was dem Damen-Tennis gefehlt hat: Diese Rivalitäten, die sich dann auch über Jahre aufbauen", fand die ehemalige deutsche Weltklassespielerin Andrea Petkovic als Co-Kommentatorin des Endspiels bei Eurosport:
"Ich glaube, wir sehen hier zwei Spielerinnen, die sich in der Zukunft oft in großen Finals gegenüberstehen werden und das wird dem Damen-Tennis ein Push geben."
Petkovic weiter: "Diese Matches auf Augenhöhe, wo man nicht weiß, in welche Richtung es sich drehen wird, machen einfach Spaß."
picture

Tennis vom Feinsten - Petkovic sieht neue Rivalität entstehen

Quelle: Eurosport

Rybakina mit tollem Lauf bis zum Finale

In Melbourne schlug Sabalenka die gesetzten Spielerinnen Elise Mertens (Belgien/Nr. 26) und Belinda Bencic (Schweiz/Nr. 12). Rybakina musste sich mit Iga Swiatek (Polen/Nr. 1), Jelena Ostapenko (Lettland/Nr. 17) und Victoria Azarenka (Nr. 24) gleich gegen drei ehemalige Grand-Slam-Siegerinnen durchsetzen.
Rybakina hatte 2022 Wimbledon gewonnen, für den Sieg aber aufgrund des Ausschlusses russischer und belarussischer Spieler und Spielerinnen keine Weltranglistenpunkte erhalten.
Bei den Australian Open war sie vor 2023 in drei Teilnahmen nie über die dritte Runde hinausgekommen.
picture

Mit Netzkante! Sabalenka hat Glück bei Breakbällen gegen sich

Quelle: Eurosport

Sabalenka gewinnt ihr erstes Grand-Slam-Finale

Sabalenka stand zuvor noch nie in einem Grand-Slam-Finale. 2021 in Wimbledon, sowie 2021 und 2022 bei den US Open war sie jeweils im Halbfinale gescheitert. Jetzt feierte sie ihren ersten großen Triumph.
"Bei dieser Trophäe geht es mehr um euch als um mich", meinte Sabalenka, die den Titel "mit Pizza, jeder Menge Süßigkeiten und vielleicht einem Glas Champagner" feiern will.
picture

Sabalenka als verdiente Siegerin: So lief das Damen-Turnier 2023

Quelle: Eurosport

In der neuen WTA-Weltrangliste wird die 24-Jährige auf ihrem neuen Karrierehoch direkt hinter Swiatek auf Platz zwei stehen. Rybakina wird erstmals in die Top Ten einziehen (10.).
Swiatek hatte in Melbourne im Achtelfinale gegen Rybakina verloren.
(mit SID)
picture

Matchball Becker mit Petkovic: "Hoffe auf Next Level Tennis"

Quelle: Eurosport

Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung