Big 4 jetzt auch bei den Frauen - wie lange dominieren Swiatek, Sabalenka, Gauff und Rybakina?

Beim Porsche Tennis GP in Stuttgart kommt es zum Duell der vier besten Spielerinnen der Welt. Iga Swiatek, Aryna Sabalenka, Coco Gauff und Elena Rybakina haben gemeldet - eine absolute Besonderheit außerhalb der Grand Slams. Im Frauen-Tennis hat sich eine Big-4-Regentschaft entwickelt - aber hat diese auch Bestand? Ja, sagt Andrea Petkovic im Exklusiv-Interview mit Eurosport.de und nennt Gründe.

Iga Swiatek (re.) mit Coco Gauff (li.)

Fotocredit: Imago

Grand-Slam-Atmosphäre in Stuttgart, zumindest im Hinblick auf die Meldeliste. Neun Spielerinnen aus den Top 10 der Welt haben gemeldet in der Schwaben-Metropole.
Damit kommt es beim Porsche Tennis Grand Prix zum Showdown zwischen Iga Swiatek, Aryna Sabalenka, Coco Gauff und Elena Rybakina. Das Quartett dominiert die Szene.
Sie rechne damit, dass dies noch eine ganz Weile so bleiben werde, sagt Andrea Petkovic. "Ich sehe das genannte Quartett einen Tick über allen anderen", unterstreicht die ehemalige Nummer neun der Welt.
"Diese Dominanz wird erst einmal anhalten", sagt auch Anke Huber im Gespräch mit Eurosport.de.
Die Bezeichnung Big 4 sei schon zutreffend, "allerdings wird es nicht so lange gehen wie bei den Big 4 der Männer. Das wird es so wohl nie wieder geben", zieht die sportliche Leiterin des Porsche Tennis Grand Prix in Stuttgart den Vergleich zu Novak Djokovic, Rafael Nadal, Roger Federer und Andy Murray.

Swiatek im Vorteil - wirklich?

Von der Papierform her hat Siwatek derzeit die besten Karten aus dem Kreise der großen Vier. Die Polin steht sicher an Platz eins im WTA-Ranking, gewann im Vorjahr in Stuttgart und zum krönenden Abschluss der Sandplatzsaison die French Open in Paris.
Das bedeutet allerdings, dass die 22-Jährige, die bereits vier Grand-Slam-Wettbewerbe für sich entscheiden konnte, eine Menge Punkte zu verteidigen hat - alleine in Stuttgart und Roland-Garros sind es 2500.
Sabalenka wiederum tat sich lange schwer auf Sand, setzte aber mit den Turniersiegen beim 1000er-Event in Madrid 2021 und 2023 dicke Ausrufezeichen.

Huber: "Sabalenka in der Lage, Swiatek im Ranking abzulösen"

"Ich traue ihr sehr viel zu auf Sand und sehe Aryna durchaus in der Lage, Swiatek im Ranking als Nummer eins abzulösen", unterstreicht Huber. Dennoch halte sie die Polin aktuell für die "stärkste Spielerin auf Sand".
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Quelle: Perform

US-Open-Siegerin Gauff hat dagegen als einzigen Titel auf dem roten Belag den Erfolg von Parma in der Saison 2021 vorzuweisen.
Rybakina, derzeit die Nummer vier im WTA-Ranking, hat eine ähnliche Bilanz. Die Kasachin gewann 2019 in Bukarest und vergangene Saison in Rom. Gelingt es den beiden, auf Sand nachzubessern, wäre die kleine Lücke zu Swiatek und Sabalenka geschlossen.

Petkovic: Mehr direkte Duelle der Weltspitze wünschenswert

In den Augen von Ex-Profi Petkovic fehlt dem Big-4-Menü an der Weltspitze allerdings noch eine Zutat. "Es wäre wünschenswert, wenn diese Vier noch häufiger gegeneinander spielen. Beim Porsche Tennis Grand Prix in Stuttgart ist das der Fall, insgesamt passiert es aber noch zu selten. Wenn sich das ändert, werden diese Spielerinnen zu Stars, die über den Tennissport hinausstrahlen", sagt die Darmstädterin, die 2014 im Halbfinale von Roland-Garros stand.
Und dann ist da noch Simona Halep, die lange Zeit als die Beste auf Sand galt. Die Rumänin, Roland-Garros-Championesse von 2018 und mit acht Sandplatz-Titeln hoch dekoriert, ist nach einer verkürzten Dopingsperre erst seit dem Turnier in Miami im März wieder auf der Tour dabei.

Fall Halep sorgt für Wirbel - Petkovic kann Zweifel nachvollziehen

Ein Comeback, das nicht ohne Misstöne über die Bühne ging. Caroline Wozniacki etwa machte keinen Hehl daraus, was sie von der Rückkehr der 32-Jährigen hält. "Ich finde nicht, dass Leute anschließend mit einer Wildcard belohnt werden sollten", gab die Dänin zu bedenken, nachdem der Veranstalter des 1000er-Events von Miami Halep eingeladen hatte.
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Quelle: Perform

"Die Zweifel von Caro an der Handhabung der Sache verstehe ich", sagt Petkovic. "Vergessen wir aber nicht, dass Maria Sharapova ebenfalls mit Wildcards ausgestattet wurde, als sie nach ihrer Dopingsperre zurückkam. Warum sollte man jetzt andere Maßstäbe anlegen?" Der CAS sei Haleps Sichtweise, dass sie nichts falsch gemacht habe, gefolgt, "von daher sollte man ihr die Möglichkeit, zurückzukommen, nicht nehmen", sagt Petkovic.
Sportlich wiederum dürfte es schwer werden für Halep, den Anschluss an die neuen Big 4 zu finden. Das gilt allerdings für die gesamte Konkurrenz.
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Quelle: Eurosport

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