Dominic Thiem in der Sackgasse? Barbara Schett macht dem Österreicher trotz "Schock"-Los Hoffnung
Dominic Thiem feierte nach seiner langwierigen Handgelenksverletzung im vergangenen Jahr sein Comeback. Sonderlich erfreulich lief es für den Österreicher seither nicht auf dem Court. Bei seinen beiden Grand-Slam-Teilnahmen war jeweils in Runde eins Schluss, Wimbledon ließ er aus. In Australien will er die Wende schaffen - doch dieses Vorhaben könnte sich schwierig gestalten.
Dominic Thiem
Fotocredit: Getty Images
Als Dominic Thiem und Andrey Rublev Mitte Oktober vergangenen Jahres letztmals aufeinandertrafen, war der Drops ziemlich schnell gelutscht. Im Halbfinale der Gijón Open behielt Rublev souverän die Oberhand (6:4, 6:4).
Keine neue Erfahrung für Thiem, der bereits die drei vorangegangen Duelle mit dem Russen in zwei Sätzen verlor. In der Gruppenphase der ATP-Finals 2020 siegte Rublev 6:2, 7:6, kurz zuvor musste Thiem vor heimischem Publikum bei den Wiener Open gegen Rublev die Segel streichen (6:7, 2:6), im Juli 2019 hieß es am Hamburger Rothenbaum 6:7, 6:7 aus Thiems Sicht.
Entsprechend gering dürfte die Vorfreude des 29-Jährigen ausgefallen sein, als die Auslosung ihm eine erneute Begegnung mit Rublev bei den Australian Open bescherte. Thiem, der im Vorfeld des ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres eine Wildcard vom Veranstalter erhalten hatte, muss also gleich zum Auftakt gegen die Nummer fünf der Welt ran.
"Es war bestimmt für beide ein Schock, dass sie schon in der ersten Runde gegeneinander spielen", sagt die ehemalige Top-Ten-Spielerin Barbara Schett im Gespräch mit Eurosport. Rublev sei für Thiem eine "riesige Hürde." Schett ergänzt mit Blick auf auf die aktuelle Form des US-Open-Siegers von 2020: "Dominics Start in Australien ist nicht optimal verlaufen, in Adelaide ist er in der Qualifikation an Kwon Soon-woo gescheitert (4:6, 1:6, d. Red.). Ich glaube, dass er als Außenseiter ins Spiel gegen Rublev geht."
Handverletzung hinterlässt Spuren bei Thiem
Diese Meinung dürfte Schett nicht exklusiv haben. Während Rublev im vergangenen Jahr vier ATP-Turniere gewann, war Thiem darum bemüht, sich auf der Tour zurückzukämpfen. Allerdings nur mit mäßigem Erfolg. Offensichtlich, dass die schwerwiegende Handgelenksverletzung, die Thiem zwischen Juni 2021 und März 2022 außer Gefecht setzte, ihre Spuren hinterlassen hatte.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2022/08/25/3438249.jpg)
Dominic Thiem - Winston-Salem
Fotocredit: Getty Images
"Dominic arbeitet immer noch an seinem Comeback. Er braucht Spiele und weiterhin ein bisschen Zeit", erklärt Schett und fordert: "Diese Zeit sollten wir ihm geben." Dass sich die bisherigen Rückkehrbemühungen einigermaßen schwierig gestalten, hat aus Schetts Sicht Gründe: "Ich glaube, dass es eine individuelle Geschichte ist, wie schnell ein Spieler nach langer Verletzung wieder zurückkommt. Rafael Nadal braucht zum Beispiel nicht viel Zeit. Er macht sechs Monate Pause und gewinnt danach ein Grand-Slam-Turnier."
Dies sei bei Thiem "nicht der Fall." Schett weiter: "Er holt sich sein Selbstvertrauen über intensives Training und viele Spiele." Die Eurosport-Expertin glaubt, dass Thiems Lage sich nicht erst mit besagter Verletzung, sondern bereits kurz nach dem Triumph in Flushing Meadows vor zweieinhalb Jahren verschlechtert habe. "Es war für ihn nicht leicht. Er hatte mit dem Grand-Slam-Triumph sein allergrößtes Ziel erreicht und im Anschluss, vielleicht das Problem, sich neue Ziele zu setzen. Die Luft war ein bisschen raus."
Schett: "Er hat die Liebe zum Tennis wiederentdeckt"
Während seiner Abwesenheit habe sich der Tennissport zudem "weiterentwickelt." Junge Spieler wie Carlos Alcaraz, Jannik Sinner oder Holger Rune drängen an die Spitze. Doch Schett nährt in Thiems Fall auch Hoffnungen. "Er hat die Liebe zum Tennis wiederentdeckt. Aus meiner Sicht ist bei ihm noch einiges drin. Ich hoffe für ihn, dass er bald in die Gänge kommt - spätestens, wenn die Sandplatzsaison losgeht. Denn: Wenn du immer Niederlagen kassierst, leidet das Selbstbewusstsein."
/origin-imgresizer.eurosport.com/2022/12/08/3504890-71444973-2560-1440.jpg)
Thiem exklusiv zum Kampf um alte Stärke: "Das war das Schwierigste"
Quelle: Eurosport
Thiem selbst gibt sich vor dem Start der Australian Open vorsichtig optimistisch: "Ich bin froh, dass ich meine Verletzung hinter mir gelassen habe, körperlich fühle ich mich gut", sagte er unlängst. Er schob nach: "Ich bin bereit, ein Grand Slam zu spielen, aber ich weiß nicht, wie gut ich bin. Es ist immer schwierig, bei einem Grand Slam weit zu kommen. Alle Spieler sind auf einem hohen Level. Aber ich hatte eine gute Vorbereitung, also warten wir mal ab."
"An manchen Tagen läuft bei Rublev nichts"
Allzu viel Eingewöhnungszeit darf Thiem sich in Melbourne mit Blick auf seinen hochkarätigen Kontrahenten jedenfalls nicht einräumen. Angstgegner Rublev dürfte sich gleich zu Beginn in körperlicher Top-Form präsentieren. Allerdings weiß auch Schett, dass der gebürtige Moskauer immer mal wieder mit Strauchlern aufwarten kann.
"Bei Rublev weiß man nie, was man von ihm erwarten kann. Er ist natürlich ein Top-Ten-Spieler, aber an manchen Tagen läuft bei ihm nichts." Thiem würde sich gegen ein derartiges Szenario sicherlich nicht wehren.
Das könnte Dich auch interessieren: Schritt für Schritt zum Coup: Schett traut Zverev Grand-Slam-Sieg zu
/origin-imgresizer.eurosport.com/2023/01/11/3522578-71798728-2560-1440.jpg)
Zverev-Brüder exklusiv: Wer wird die Nummer eins der Welt?
Quelle: Eurosport
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/01/06/image-ea4c9f95-f41e-4a1d-95f7-4af46e7639e1-68-310-310.jpeg)