Victoria Azarenka beeindruckt mit offenen Worten: "Eine der schlimmsten Erfahrungen meiner Profi-Karriere"
Victoria Azarenka hat nach ihrem Halbfinaleinzug bei den Australian Open klare Aussagen zu schwierigen Themen getroffen, die weit über den Tennissport hinausgehen. Die zweimalige Melbourne-Championesse sprach offen über Panikattacken und nahm auch Stellung zu zehn Jahre alten Vorwürfen, wonach sie auf dem Platz betrogen habe. Letzteres kümmere sie inzwischen nicht mehr, so Azarenka.
'There is a desire for a villain and a hero story' - Azarenka press conference
Quelle: Eurosport
"Mir wurde vorgeworfen, dass ich betrüge, dass ich täusche, dass ich Leute aus dem Spiel werfe. Das ist im Hinblick auf meinen Charakter so falsch", erklärte Victoria Azarenka auf der Pressekonferenz nach dem 6:4, 6:1-Erfolg gegen Jessica Pegula im Viertelfinale.
Die Belarussin sah sich - wieder einmal - mit Fragen zu jenem Australian-Open-Match 2013 gegen Sloane Stephens konfrontiert. Damals hatte Azarenka im Halbfinale für knapp zehn Minuten den Platz verlassen, die Partie aber letztlich für sich entschieden.
Sie habe "nicht mehr atmen" können, sei von Gefühlen "überwältigt" und panisch geworden, begründete Azarenka die Auszeit.
Trotzdem war die Kritik massiv. Namhafte Ex-Profis wie Pam Shriver oder Patrick McEnore warfen ihr Unsportlichkeit und Regelbruch vor, auch in den sozialen Netzwerken wurde Azarenka angegangen.
Azarenka: "Eine der schlimmsten Erfahrungen ..."
"Die Art, wie mit mir umgegangen wurde, war eine der schlimmsten Erfahrungen meiner Profi-Karriere. Wie ich mich bis 22:30 Uhr am Abend erklären musste, weil die Leute mir nicht glauben wollten", erinnerte sich Azarenka an die Vorfälle von vor zehn Jahren. Man frage sich irgendwann, ob man vielleicht tatsächlich so sei, wie es die Kritiker formulieren.
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'I don't care!' - Azarenka hits back at those who have accused her of cheating
Quelle: Eurosport
Es bestehe leider oft ein "Wunsch nach einer Schurken- und Heldengeschichte", so die 33-Jährige, "aber wir sind keine Schurken und keine Helden, sondern Menschen, die viel durchmachen".
Die ganzen "Bewertungen und Vermutungen" seien "scheiße". Denn: "Niemand ist da, der die ganze Geschichte sieht, es zählt nicht, wie oft ich meine erzähle, denn die kommt nicht durch."
Azarenka hakt Thema ab: "Kümmert mich nicht mehr"
Es habe sie "verdammte zehn Jahre gekostet, um darüber hinwegzukommen", stellte Azarenka klar. "Jetzt kümmert es mich nicht mehr. Ich bin selbstbewusster und habe meinen Frieden damit gemacht."
Beeindruckend auch, wie offen Azarenka über die Probleme sprach, die sie zuletzt belasteten. "Vergangenes Jahr war ich mental nicht gut drauf, habe mit vielen Beklemmungen und Ängsten zu kämpfen gehabt. Das war sehr schwierig für mich", erklärte die Nummer 24 der Weltrangliste.
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Azarenka im PSG-Trikot: Tennis-Star vermisst Sohn und Hund
Quelle: Eurosport
Sie habe aber inzwischen viel an ihrem "Mindset" gearbeitet, was sich auch sportlich auswirkt.
Azarenka hat erstmals seit 2013 wieder das Halbfinale in Melbourne erreicht - und die Chancen, die Australian Open nach 2012 und 2013 zum dritten Mal zu gewinnen, stehen nicht schlecht.
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Viertelfinale: Azarenka gewinnt Freundinnen-Duell - Highlights
Quelle: Eurosport
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