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Australian Open 2024: Alexander Zverev vor brisantem Halbfinale gegen Daniil Medvedev: Aus Freunden wurden Feinde
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Publiziert 25/01/2024 um 14:37 GMT+1 Uhr
Wenn Alexander Zverev im Halbfinale der Australian Open am Freitag auf Daniil Medvedev trifft, müssen beide Kontrahenten nicht nur ihr bestes Tennis abrufen. Das mehr als angeknackste Verhältnis zwischen den einstigen Freunden könnte ebenfalls Teil des Spiels werden und beide mental bis zum Äußersten fordern. 2023 beschimpften sich beide öffentlich. Zuletzt sorgte eine "Netflix"-Doku für Wirbel.
Mischa Zverev vor Zverev-Medvedev: "Nerven müssen gut sein"
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Alexander Zverev und Daniil Medvedev ´haben dieser Tage in Melbourne eindrucksvoll bewiesen, dass sie tennistechnisch und physisch auf dem aller höchsten Level agieren.
Der heiß gehandelte Carlos Alcaraz attestierte Zverev nach dessen Viersatzsieg im Viertelfinale eine herausragende Offensiv-Leistung: "Er startete sehr offensiv, returnierte mega gut. Es war schwer, mit dem Druck umzugehen, den er mir bei fast jedem Aufschlag gemacht hat."
Nahezu die gesamte Fachwelt zeigte sich beeindruckt von der viel offensiveren Grundeinstellung Zverevs, der selbst erklärte: "Ich habe ihn ziemlich viel gehetzt und extrem aggressiv gespielt. Ich habe ihm in gewisser Weise den Schläger aus den Händen genommen."
Eurosport-Experte Boris Becker brachte es im Kommentar zwischenzeitlich auf den Punkt: "Es ist das beste Tennis, das ich je von ihm gesehen habe."
Hinzu kommt die überragende Grundfitness des Olympiasiegers, der in der Presserunde trotz einiger Blutblasen unter den Zehen selbstbewusst verkündete: "Ich möchte nicht arrogant klingen, aber ich fühle mich physisch schon gut auf dem Platz. Ich habe physisch viel gearbeitet. Von der physischen Seite gibt es kaum Spieler, die mehr daran arbeiten als ich."
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Sport-Psychologe lobt Zverev: "Er bleibt ruhiger"
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Medvedev hat in diesem Bereich nach ersten unprofessionelleren Profijahren bekanntermaßen ebenfalls deutlich zugelegt, was ihn im Zusammenwirken mit seiner Rückhand und seinem variablen, unkonventionellen Spiel als Hardcourtspezialisten auf dem Melbourner Untergrund gegen jeden Gegner Vorteile einbringt.
Emil Ruusuvuori, Félix Auger Aliassime oder zuletzt auch Hubert Hurkacz konnten sich von der physischen und spielerischen Kombination aus nächster Nähe überzeugen.
Im Halbfinale (Freitag ab 9:30 Uhr im Ticker) kommt nun die mentale Komponente hinzu: Wer kann besser ausblenden, was zuletzt zwischen beiden Protagonisten passiert ist?
Freundschaft zwischen Zverev und Medvedev zerbrochen
Die Saga kurz zusammengefasst: Beide waren als talentierte Junioren mit russischen Wurzeln einst befreundet. Gleiches galt für die Juniorinnenspielerinnen Daria Chernyshkova, die heute mit Medvedev verheiratet ist, sowie Olga Sharypova, die zu Juniorinnen-Zeiten das erste Mal eine Beziehung mit Zverev führte.
Seit Ende der zweiten Beziehung im jungen Erwachsenenalter gilt das Verhältnis zwischen Zverev und der Familie Medvedev als angespannt. Daran änderten auch Zverevs öffentliche Dankesreden nach Turnierfinals in Richtung des Paares nichts.
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Becker begeistert: "So gewinnt Zverev die Australian Open"
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Sportlich entwickelte sich zeitgleich eines der intensivsten Duelle auf der Tour. Nach Zverevs verletzungsbedingter Zwangspause gewann Medvedev 2023 fünf der sechs Partien und verbesserte die Bilanz im direkten Vergleich auf 11:7 aus seiner Sicht.
Zverev: Medvedev einer der "unfairsten" Spieler
Nach dem knappen Erfolg Medvedevs beim Masters-Turnier in Monte-Carlo im Frühjahr 2023 nannte Zverev - noch voller Emotionen kurz nach Matchende - Medvedev öffentlich im "Sky"-Interview einen der "unfairsten" Spieler der Welt.
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Medvedev kontert Zverev: "Schau in den Spiegel"
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"Es gibt 1000 Situationen, in denen er das Gefühl hat, dass ich anfange, besser zu spielen und in denen er jedes Mal versucht, etwas zu tun. Ich bin extrem enttäuscht von ihm als Sportler", sagte Zverev und bezog sich dabei auf eine Toilettenpause Medvedevs und das ein oder andere Ablenkungsmanöver.
Medvedev: "Zverev lebt in seiner eigenen Welt"
Mit den Aussagen konfrontiert, holte Medvedev zum Rundumschlag gegen seinen Kontrahenten aus. "Ich werde nicht zu sehr ins Detail gehen. Ich werde nur sagen, dass wir nie wirklich enge Freunde waren, vielleicht nur in der Juniorenzeit. Das ist nur, dass er in seinen Gratulationsreden so etwas sagt wie, dass er mit mir und meiner Frau befreundet sei, was seit langer Zeit nicht der Fall ist."
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Becker analysiert Zverev: "... dann ist er kaum zu schlagen"
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Sascha lebe in seiner eigenen Welt, sagte er den Reportern damals in Monte-Carlo. Medvedev ergänzte, dass es möglich sei, "vielleicht 25 Interviews von ihm (Zverev, A.d.R.) zu finden, in denen er nach einer Niederlage einige seltsame Dinge sagt. Sascha ist nicht so ein Typ. Wenn er sagt, dass jemand nicht fair ist, dann sagst du: 'Okay, toll. Schau dich mal im Spiegel an.'"
Wirbel um Netflix-Doku über Zverev
Als wäre das nicht schon genug, sorgt in diesem Jahr eine Zverev gewidmete Episode der zweiten Netflix-Staffel "Breakpoint" für neuen Zündstoff unter den Kontrahenten. Die Folge ist fast ausnahmslos aus der Sicht Zverevs gedreht. Dementsprechend überwiegt, wie bei einer PR-Doku üblich, sein eigenes Narrativ.
Doch auch wenn Medvedev im besagten Match in Monte-Carlo und an der ein oder anderen Stelle unfair und übertrieben agiert hat, wird in der Episode ein am Ende deutlich überzeichnetes Image von Medvedev als Bösewicht präsentiert.
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Kyrgios feiert Aufschlagriese Zverev: "Das ist fast absurd"
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In Melbourne damit konfrontiert, erklärte Medvedev: "Ich habe ein bisschen hier und da gesehen, aber ich habe es nicht komplett geschaut und werde es wahrscheinlich auch nicht tun, weil ich wahrscheinlich frustriert sein werde." Landsfrau Daria Kasatkina fand auf Twitter/X ebenfalls klare Worte.
Medvedev erklärte lediglich: "So ist Netflix und deshalb lieben die Leute es, weil es die Dinge übertreibt. Normalerweise ist es heiß und kalt, nicht neutral. Die Leute um mich herum, die Leute in der Umkleidekabine, sie wissen, wie ich bin. Wie ich auf dem Platz bin, kann schwierig sein, aber wie ich außerhalb des Platzes bin, habe ich das Gefühl, dass ich zu fast allen auf der Tour ein gutes Verhältnis habe."
Zverev braucht den Aufschlag gegen Medvedev
Im November relativierte Zverev zwar sein Interview in Monte-Carlo; die Netflixfolge sollte allerdings nicht beruhigend auf das Verhältnis eingewirkt haben. Beobachter und Fans dürften nicht überrascht sein, wenn es am Freitag zu sogenannten "mind games" oder gar Scharmützeln auf dem Platz kommt.
Sportlich werden sich beide dennoch auf dem höchsten Niveau begegnen. Kein Spieler dieser Welt vermag es, gegen Medvedev einen eigenen Wohlfühlrhythmus zu erzeugen. Dafür gestaltet Medvedev sein Spiel und seine Schläge zu unkonventionell.
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Viertelfinale: Zverev bringt Alcaraz zu Fall - Highlights
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Zverev wird also Probleme in den Grundlinienduellen bekommen. Umso wichtiger wird für den Deutschen sein, seine bis hierhin überragenden Aufschlagleistungen am Freitag erneut abzurufen.
Seine Aufschlagquote liegt im Turnier bei mehr als 70 Protent; gegen Alcaraz bei zeitweise 90 Prozent. Zusammen mit einer wieder offensiven Ausrichtung, die ihm Vorteile bei kurzen Ballwechseln einbringen sollte, hat Zverev gute Gewinnchancen. Wenn er die Vorgeschichten ausblenden kann.
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Viertelfinale: Medvedev gewinnt Hitzeschlacht - Highlights
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