Australian Open - Boris Becker, Justine Henin und Tim Henman zum Aus von Novak Djokovic

Novak Djokovic war im Australian-Open-Halbfinale gegen Jannik Sinner chancenlos. "Ich bin nicht überrascht, dass Jannik gewonnen hat, aber ich bin überrascht über die Art und Weise, wie er es getan hat", befand Boris Becker. Justine Henin wunderte sich, dass "keine Reaktion" von Djokovic kam, während Tim Henman staunte, dass Sinner "nicht in Panik" verfiel. Die Analysen der Eurosport-Experten.

Becker von deutlicher Djokovic-Niederlage gegen Sinner überrascht

Quelle: Eurosport

Jannik Sinner ist in der Form seines Lebens, ohne Satzverlust kam der Südtiroler ins Halbfinale und zeigte auch beim 6:1, 6:2, 6:7 (6:8), 6:3 gegen Titelverteidiger Novak Djokovic seine Klasse.
"Das Niveau von Sinner war sehr, sehr gut. Das war auch zu erwarten. Aber die Anzahl der unerzwungenen Fehler bei Djokovic, seine Langsamkeit, seine Unfähigkeit zu reagieren - das war ziemlich unvorhersehbar", befand Eurosport-Expertin Justine Henin, die 2004 die Australian Open gewann.
Man habe sehen können, dass Sinner noch einiges vorhabe, befand Tim Henman.
"Ich finde es toll, wie er nach dem Sieg reagiert hat; es gab kein großes, wildes Feiern, weil er das als Teil der Reise betrachtet", erklärte der Brite, einst die Nummer vier der Welt und heute TV-Experte bei Eurosport.
Boris Becker (sechsmaliger Grand-Slam-Turniersieger): "Ich bin nicht überrascht, dass Jannik Sinner gewonnen hat, aber über die Art und Weise, wie er gewonnen hat. Eigentlich muss er schon im dritten Satz alles klar machen. Der sympathische Südtiroler hatte letztes Jahr schon an die Tür geklopft und wird jetzt erwachsen. Er ist cool geblieben, hat bis zum Ende gut serviert. Die Tatsache, das Novak Djokovic - der beste Returnspieler aller Zeiten - nicht einen einzigen Breakball gegen Sinner hatte, ist die Story des Matches."
Justine Henin (siebenmalige Grand-Slam-Championesse): "Djokovic hatte gegen Fritz schon viele Probleme bei Breakbällen. Er hat bei den Australian Open ein paar negative Anzeichen gezeigt. Wir alle kennen seine Fähigkeit, sich immer wieder zu erholen. Das hat er im Laufe des Turniers sogar mehrmals getan. Heute war es die fehlende Reaktion, die uns überrascht hat. Das Niveau von Sinner war sehr, sehr gut, und das hätten wir erwarten können. Aber die Anzahl der unerzwungenen Fehler, die Langsamkeit von Djokovic, seine Unfähigkeit zu reagieren - das war ziemlich unvorhersehbar. Novak hat von einem seiner schlechtesten Grand-Slam-Matches gesprochen. Das sehe ich genauso."
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Djokovic: "Eines meiner schlechtesten Grand-Slam-Matches"

Quelle: Eurosport

Tim Henman (viermaliger Wimbledon-Halbfinalist): "Sinner hat Djokovic geschlagen, und er ist dabei nicht in Panik geraten. Jannik hat so viel über den Prozess und die Art und Weise, wie er gespielt hat, gesprochen. Er hat seine Schläge getroffen und das Spiel von hinten diktiert. Am Ende des dritten Satzes lief es nicht so, wie er wollte, aber er ist nicht in Panik geraten, sondern hat eine phänomenale Leistung gezeigt. Ich finde es toll, wie er nach dem Sieg reagiert hat. Es gab kein großes, wildes Feiern, weil er das als Teil seiner Reise betrachtet. Er hat das Finale erreicht, aber er will seinen ersten Slam gewinnen."
Laura Robson (Olympia-Silber 2012 im Mixed): "Die Atmosphäre auf dem Garden Square war etwas gedämpft, als Sinner gewann, weil es dort viele Djokovic-Fans gibt. Sie hatten ihre Fahnen dabei und waren bereit, zu feiern - aber Sinner hat die Party total gecrasht. Er hat sich einfach an seinen Spielplan gehalten. Es fühlt sich an, als hätten wir dieses Ergebnis kommen sehen. Aber es in einem Best-of-Five-Match bei einem Grand-Slam-Turnier zu schaffen, und das vor so vielen Leuten, die ihm das aufgrund seiner Leistung in Wimbledon im vergangenen Jahr nicht zugetraut haben, ist einfach phänomenal."
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Sinner erklärt Gala gegen Djokovic: "Ein riesiges Privileg"

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Arnaud Clément (Australian-Open-Finalist von 2001): "Sinner hat ein komplettes Match gespielt, mit einem außergewöhnlichen Spielniveau. Man hätte nicht gedacht, dass Novak Djokovic so verunsichert sein könnte, dass er keine Lösungen findet. Novak war von seinem Spielniveau her weit entfernt, dem Serben fehlte es an körperlicher Präsenz. Die Reaktion kam, aber sie kam zu spät. Auf der anderen Seite haben wir heute gesehen, welche Fortschritte Sinner in der Saison 2023 gemacht hat."
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