Australian Open in Melbourne: Jannik Sinner auf den Spuren von Novak Djokjovic - der Hartplatz ist zu klein geworden
Jannik Sinner hat seinen Status als Nummer eins bei den Australian Open zementiert, spätestens nach der Gala im Finale besteht Einigkeit darin, dass er auf Hartplatz "in einem anderen Universum" spielt, wie es Alexander Zverev formulierte. In Zahlen ausgedrückt: Sinner hat seit Januar 2024 eine sagenhafte Match-Bilanz von 60:3 Siegen auf Hardcourt. Dabei soll es aber nicht bleiben, im Gegenteil.
Sinner exklusiv: Das passiert mit dem Australian-Open-Pokal
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Wunderdinge ist man inzwischen gewöhnt von Jannik Sinner auf dem Tennisplatz, trotzdem haben sich die Augen der Konkurrenz vor Staunen noch mehr geweitet.
Alexander Zverev, der die Klasse des Südtirolers im Endspiel von Melbourne schmerzhaft zu spüren bekam, fand einen schönen Vergleich. Dieser Sinner sei "wie Prime-Novak", vergleichbar mit Djokovic, "als der sein bestes Tennis gespielt" habe.
Tatsächlich bestünden "Ähnlichkeiten zu Novaks Spiel", gab Sinner zu. "Was den Spielstil angeht, habe ich zu ihm aufgeschaut und versucht zu verstehen, wie er mit Druckphasen und den wichtigen Momenten umgeht", erläuterte der 23-Jährige. Mit Djokovic verbinde ihn die Fähigkeit, von der Grundlinie präzise und druckvoll zu spielen.
Es liegt auf der Hand: Sinner ist der legitime Erbe des Serben auf Hartplatz, wo die Dominanz noch höher war als auf den anderen Belägen. Zehn Mal gewann Djokovic die Australian Open, insgesamt gelangen ihm 71 von 99 Turniersiegen auf seinem stärksten Untergrund.
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Becker exklusiv zum Finale: "Es war Sinners bestes Match"
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Bei Sinner zeichnet sich in etwa das gleiche Bild ab. 18 von 20 Titel fuhr der Italiener auf Hardcourt ein. "Das ist einfach der natürliche Belag für Jannik", erklärte sein Trainer Simone Vagnozzi in Melbourne.
Hartplatz reicht nicht mehr: Sinner nimmt neue Ziele ins Visier
Doch das reicht dem Team Sinner nicht mehr. Neue Ziele werden ins Auge gefasst, auf Sand und Rasen. Er sehe durchaus die Möglichkeit, "in Paris und in Wimbledon zu versuchen, den Titel anzugreifen", gibt Vagnozzi einen ersten Einblick, wohin die Reise gehen soll.
Sinner möchte weg vom Hartplatz-Spezialisten, hin zum Allrounder auf höchstem Level - wie einst Djokovic. Er habe auf den anderen Belägen noch Nachholbedarf, räumte der Weltranglistenerste ein.
"Daher werde ich viel Energie darauf verwenden und versuchen, die richtigen Wege zu finden, um auch bei den Grand-Slam-Wettbewerben, die nicht auf Hartplatz gespielt werden, weit zu kommen."
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Finale: Zverev beißt sich an Sinner die Zähne aus - Highlights
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Der Branchenprimus hat dieser Aussage freilich eine satte Portion Understatement beigemischt, stand er doch sowohl bei den French Open (2024) als auch in Wimbledon (2023) bereits im Halbfinale. Beim Rasenklassiker in London habe sogar schon "eine kleine Chance bestanden, das Turnier im vergangenen Jahr zu gewinnen", befand Vagnozzi.
Coach Cahill auf letzter Mission mit Sinner
Das Team will nun an den letzten Feinheiten arbeiten, die bislang zwischen Sinner und einem Grand-Slam-Titel auf Rasen oder Sand liegen. Der Zeitpunkt ist günstig, auch wenn der Pustertaler erst 23 Jahre alt ist. Aber: Es ist die letzte Saison mit Darren Cahill. Der Australier, der sich die Trainerarbeit mit Vagnozzi teilt, gilt als wesentlicher Faktor der großen Erfolge. Ende des Jahres will der 59-Jährige in den Ruhestand gehen.
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Sinner punktet wunderbar, Zverev kontert spektakulär
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Cahill und Vagnozzi seien für ihn nicht nur die "Kombination zweier unglaublicher Trainer, sondern ebensolcher Menschen", schwärmte Sinner. Er habe "großes Glück", auf dieses australisch-italienische Duo bauen zu können, denn "Coaching findet nicht nur auf dem Platz, sondern auch abseits des Courts statt".
Dunkle Wolken ziehen auf - Sinner bleibt entspannt
Es ist nachvollziehbar, wie wichtig Cahill und Vagnozzi für den Shootingstar sind, denn das vergangene Dreivierteljahr war für Sinner trotz aller Erfolge eine extreme Herausforderung. Sechs Tage vor Beginn der US Open im August 2024 wurde bekannt, dass es beim Italiener im März zwei positive Proben auf das verbotene Steroid Clostebol gab.
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Tennis - Australian Open - Final - Sinner Press Conf UK
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Die Nachwehen, Umstände und die vorläufige Entscheidung, auf eine Sperre zu verzichten, begleiten Sinner bis heute - und mindestens bis April. Dann nämlich fällt vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS die Entscheidung, ob es doch zu einer Sperre kommt.
Die Causa provozierte auch in Melbourne unweigerlich die Frage, wie er denn ob dieser Thematik in der Lage sei, seinen Sport auf dermaßen hohem Niveau zu betreiben. "Ich spiele so weiter, weil ich eine klare Vorstellung davon habe, was passiert ist. Wenn ich schuldig wäre, würde ich das nicht tun", entgegnete Sinner. So einfach ist das.
Sinner baut grandiose Serie gegen Top-Ten-Profis aus
Die Statistiken scheinen das zu bestätigen. Sinner holte seit Bekanntwerden der Affäre vier Titel, darunter jene bei den US Open und den Australian Open.
Im Endspiel gegen Zverev baute er seine Siegesserie gegen Top-Ten-Spieler auf 10:0 aus, bei 22:0 Sätzen. Sinner spielt eben in einem "anderen Universum" - und es darf niemanden wundern, wenn er das bald auf Rasen und Sand ausdehnt.
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Der Matchball: Sinner macht Titel gegen Zverev perfekt
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