Australian Open: Alexander Zverev und die bittere Erkenntnis nach dem Finale gegen Jannik Sinner - es fehlt noch viel

Alexander Zverev war bei den Australian Open angetreten, um im 36. Anlauf und dritten Major-Finale endlich den Meisterbrief zu machen, sprich den ersten Grand-Slam-Titel zu holen. Sechs von sieben Prüfungen hatte der Hamburger mit Bravour absolviert, dann fiel er durch. Gegen Jannik Sinner, in drei Sätzen und ohne echte Chance, das Match zu drehen. Es zeigt sich: Zverev ist doch noch nicht bereit.

Finale: Zverev beißt sich an Sinner die Zähne aus - Highlights

Quelle: Eurosport

Alexander Zverev stand tieftraurig in der Rod Laver Arena, den Silberteller für den Verlierer des Finals in der linken Hand. "Ich bin einfach nicht gut genug", stellte der 27-Jährige während seiner sehr fairen und reflektierten Rede fest.
Ein harsches Urteil über sich selbst, das der Weltranglistenzweite da fällte. Zu hart, denkt man an die Leistungen, die Zverev während der zwei Wochen von Melbourne gezeigt hat - aber durchaus treffend im Hinblick auf das 3:6, 6:7 (4:7), 3:6 im Endspiel in der Rod Laver Arena.
Keine Breakchance, weniger Winner (25 zu 32 bei Sinner), knapp doppelt so viele unerzwungene Fehler (27 zu 45) sowie niedrigere Punktquoten über den ersten (69 % zu 84 %) und zweiten Aufschlag (50 % zu 63 %) - Zverev hatte in nahezu allen relevanten Parametern schwächere Werte als die Nummer eins des ATP-Rankings.
Die Zahlen geben wieder, was die Zuschauer angeboten bekamen. Sinner war sofort anzumerken, dass er da war, um seinen Titel zu verteidigen.
picture

Becker exklusiv zum Finale: "Es war Sinners bestes Match"

Quelle: Eurosport

Zverev schien die Möglichkeit eines Erfolgs zwar zu sehen, trat aber nicht mit entsprechendem Habitus auf. Suchte der Herausforderer etwa den Weg ans Netz, nahm das häufig ein böses Ende. Nur 52 Prozent der Netzangriffe waren von Erfolg geprägt, bei Sinner waren es 77 Prozent.

Zverev schonungslos: "Er hat mich komplett ausgespielt"

Zverev war im dritten Grand-Slam-Finale seiner Laufbahn deutlich weiter entfernt vom Sieg als noch im Endspiel der US Open 2020 gegen Dominic Thiem und jenem bei den French 2024 gegen Carlos Alcaraz. Es ehrt den Olympiasieger von 2021, dass er seine Darbietung gegen Sinner schonungslos in Worte fasste.
picture

Zverev nach Final-Pleite gegen Sinner: "Das beschissenste Gefühl"

Quelle: Eurosport

"Er hat mich komplett ausgespielt. Ich schlage zwar besser auf als er, aber das war's auch. Jannik macht alles andere besser als ich. Er bewegt sich besser, schlägt seine Vorhand und Rückhand besser, er returniert besser und hat die besseren Volleys", analysierte der Hamburger.

Zverev: Fast alle Fakoren sprechen für Sinner

Es gebe im Tennis "fünf oder sechs massive Faktoren", die über Sieg oder Niederlage entscheiden, "und er macht vier oder fünf davon besser als ich. Das ist der Grund, warum er gewonnen hat", führte Zverev aus.
picture

Frustabbau im Finale: Zverev malträtiert Schläger

Quelle: Eurosport

Sinner sei "mit Abstand" der Beste auf Hartplatz. "Er hat alle Grand Slams auf Hartplätzen seit vergangenem Jahr gewonnen und auf dem Belag nur drei Matches verloren. Die Fakten sprechen für sich. Jannik befindet sich in einem anderen Universum als alle anderen", unterstrich Zverev.
Trotzdem war Sinner alles andere als ein Angstgegner, der Deutsche war schließlich mit einer 4:2-Bilanz im direkten Vergleich in die Partie gegangen.

Becker: "Sinner hat bestes Match im Finale gezeigt"

In der Rod Laver Arena war dann aber ein Klassenunterschied zu sehen.
Sinner, der seine Siegesserie gegen Top-Ten-Profis auf 10:0 ausbaute und dabei als erster Spieler der Tennisgeschichte nicht einen Satz abgab, machte vor, worauf es in Grand-Slam-Endspielen ankommt: eine präzise, aggressive und dominante Matchführung - und die Abgebrühtheit bei den Big Points. "Jannik hat sein bestes Match im Finale gezeigt, Sascha nicht", brachte es Eurosport-Experte Boris Becker auf den Punkt.
picture

Der große Moment: Sinner bekommt Norman Brookes Challenge Cup

Quelle: Eurosport

Weil Zverev dies, anders als in den Runden zuvor, nicht abrufen konnte, stand er komplett auf verlorenem Posten. Offensichtlich ist die Nummer zwei des Rankings doch noch nicht reif für eine Major-Krone und nicht so souverän, wie es die Weltranglistenplatzierung suggeriert.

Zverev muss reagieren - und will eines vermeiden

Das Team Zverev wird sich etwas überlegen müssen. Ein neuer Trainer? Ein Mentalcoach? Eine neue Spielstrategie? Schwer zu sagen bei einem, der so dicht dran ist an allen Träumen. Fakt ist nur, dass er reagieren muss, denn Branchenprimus Sinner oder Power-Player Carlos Alcaraz werden ihm auch künftig das Leben schwer machen.
Es ist zu bezweifeln, dass Zverev bereits eine Lösung im Kopf parat hat, eines aber weiß er ganz sicher: "Ich möchte meine Karriere nicht als der beste Spieler aller Zeiten beenden, der nie einen Grand Slam gewonnen hat."
Das könnte Dich ebenfalls interessieren: Pressestimmen zum Finale: "Zverevs trauma setzt sich fort"
picture

Zverev zeigt Größe nach Finale: "Sinner mit Abstand der Beste"

Quelle: Eurosport


Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung