Australian Open 2026: Was für Alexander Zverev im Halbfinale gegen Carlos Alcaraz spricht - Rafael Nadal im Hinterkopf
Publiziert 28/01/2026 um 20:28 GMT+1 Uhr
Alexander Zverev ist am Freitagmorgen im Halbfinale der Australian Open gefordert und trifft auf niemand geringeren als Carlos Alcaraz. Die beiden verbinden Duelle auf der allergrößten Bühne, doch trotz ihrer gemeinsamen Geschichte sticht der Showdown in Melbourne besonders heraus. Für Zverev sprechen im Kampf um das Finale drei gewichtige Argumente - doch Alcaraz ist für diese Momente geboren.
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Quelle: Eurosport
Freitag. Melbourne. Rod Laver Arena.
Wenn Alexander Zverev auf den in ein markantes Blau getauchten Court tritt, wartet auf die ultimative Herausforderung: Carlos Alcaraz.
Illusionen macht er sich vor dem Duell nicht. "Wir sind im Halbfinale von einem Grand Slam", sagte der Vorjahresfinalist. "Da wird es kein einfaches Spiel geben."
Zwölfmal standen sich Zverev und Alcaraz auf der ATP Tour bereits gegenüber, jeder trug jeweils sechs Siege davon.
Und trotz dieser Geschichte hebt sich das Aufeinandertreffen am Freitagmorgen deutlich von den vorangegangenen ab. So hat sich einerseits Zverev seiner Achillesferse entledigt und beeindruckt mit seiner Physis, andererseits entdeckte Alcaraz neue Facetten in seinem Spiel.
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Eurosport.de erklärt, warum das Finale der Australian Open für Zverev mehr als nur ein Traum ist - und worauf der Hamburger gegen Alcaraz im Halbfinale besonders achten muss.
Pro: Was für Zverev im Halbfinale gegen Alcaraz spricht
- Vorhand als neue Waffe
"Es ist auffällig, wie stark seine Vorhand in diesen Tagen hier in Melbourne ist, die ja sonst oft seine Achillesferse im Repertoire war", analysierte Eurosport-Experte Boris Becker die bisherigen Auftritte von Zverev. Die flatterhafte Vorhand gehört der Vergangenheit an, in den fünf bisherigen Matches diktierte die deutsche Nummer eins damit regelmäßig das Geschehen auf dem Court.
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Dabei hat der Hamburger einen berühmten Landsmann von Alcaraz im Hinterkopf. "Er hat mir ganz oft gesagt: Ich muss mutiger sein, es in den wichtigsten Momenten selbst in die Hand nehmen", erzählte Zverev von seinem Austausch mit Tennis-Ikone Rafael Nadal. "Wenn du aggressiv bist, ist es so schwierig, dir zu schaden."
- Ein beispielloser Aufschlag
Härtere und schnellere Schläge mit der Vorhand, aggressivere Sprints zum Netz und kaum Rückfälle in die Passivität - am Beginn jedes Ballwechsels steht jedoch der Aufschlag. Und der spricht wie so oft für Zverev.
Der 1,98 Meter große Deutsche befördert seinen ersten Serve mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 205 km/h über das Netz, Alcaraz hat in diesem Ranking "nur" 192 km/h auf dem Tacho.
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Darüber hinaus bringt kein Spieler aus den Top 10 den ersten Aufschlag verlässlicher in die gegnerische Hälfte als Zverev (72,3 Prozent). So befreit sich Zverev selbst aus kniffligen Phasen und dreht den Spieß um - wie es im Viertelfinale gegen US-Amerikaner Learner Tien der Fall war.
- Gesundheit und Psycho-Push
Zum dritten Mal in Folge steht Zverev im Halbfinale der Australian Open. Dass der siebenmalige Masters-Sieger einmal mehr nach dem lang ersehnten Grand-Slam-Titel greift, hängt auch mit seiner Fitness zusammen. Letztere war in den vergangenen Monaten immer wieder im Fokus.
"Ich bin so fit wie schon lange nicht mehr", stellte Zverev fest. "Letztes Jahr war ich selten bei hundert Prozent, habe mich nicht gut gefühlt. Jetzt bin ich gesund, dann fühle ich mich auch wohl und alles wird ein bisschen leichter auf dem Platz."
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Körper und Geist hängen bekanntlich zusammen - und so ist ein kleiner Psycho-Push aus dem Vorfeld der Australian Open mit Sicherheit von Vorteil. Vor dem Auftakt haben die beiden Halbfinalisten gemeinsam "ein Training absolviert. Das Niveau war wirklich sehr, sehr hoch", bezog sich Alcaraz auf das Duell mit Zverev. Das Ergebnis der Session? 7:6 für Zverev. Im Training hat er das Rätsel, wie der Branchenprimus zu Fall zu bringen ist, also schon gelöst. Kann nicht schaden.
Contra: Was für Alcaraz und gegen Zverev spricht
- Geboren für das Rampenlicht
Zverev mag sich in Bestform präsentieren, auf der ganz großen Bühne herrschen aber noch einmal andere Gesetze. Während der Hamburger in zurückliegenden Duellen mit den absoluten Top-Leuten altbekannte Schwächen offenbarte, ist Alcaraz für ebenjene Momente wie geschaffen.
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Die ersten fünf Grand-Slam-Finals seiner Karriere hat der 22-Jährige allesamt gewonnen, auch im Kräftemessen mit Zverev behielt er in den schillerndsten Augenblicken die Oberhand: Viermal standen sich die beiden in einem Halbfinale oder Finale gegenüber, nur einmal siegte Zverev (Halbfinale in Wien 2021). In Madrid (Finale 2022), bei den French Open 2024 (Finale) sowie in Cincinnati (Halbfinale 2025) triumphierte Alcaraz.
- Alcaraz hat noch einen Gang mehr
Dazu kommt, dass Alcaraz im bisherigen Turnierverlauf bislang keinen Satz abgegeben hat. Geht es nach Eurosport-Experte Mats Wilander, hat der Spanier seine Grenzen noch lange nicht erreicht.
"Carlos wird gegen Sacha Zverev vermutlich in den vierten Gang schalten", ordnete der siebenmalige Grand-Slam-Turniersieger ein. "Wahrscheinlich muss er aber definitiv auch in den fünften und sechsten gehen. Zverev serviert einfach viel besser als Alex de Minaur, da bekommst du beim Return echte Probleme."
- Neue Stärken trotz Ferrero-Trennung
Bereits im Dezember hatte Alcaraz verlautbart, dass die Australian Open für ihn in diesem Jahr das wichtigste Turnier seien. Warum? Sollte er in Melbourne erstmals triumphieren, würde er den Karriere-Grand-Slam vollenden - und zwar vor seinem Rivalen Jannik Sinner.
Dass Alcaraz diesem Ziel so nahe ist, lässt den ein oder anderen Beobachter verwundert zurück. Immerhin schlug die Trennung von seinem jahrelangen Trainer Juan Carlos Ferrero hohe Wellen, sein Ex-Coach gilt letztlich auch als "Schöpfer" des spanischen Himmelsstürmers.
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Becker analysiert Alcaraz: "Früher war Aufschlag eine Schwäche"
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Mit Neo-Cheftrainer Samuel López legte Alcaraz aber offenbar eine Schippe drauf und erweiterte sein ohnehin schon vielseitiges Spiel um zusätzliche Facetten. Bestes Beispiel: der Aufschlag. In der jüngeren Vergangenheit galt dieser noch als Schwäche, in Melbourne serviert er schneller und unberechenbarer.
"Ich habe mein Level von der ersten Runde an bis jetzt in jedem Match gesteigert", meinte Alcaraz nach dem Viertelfinale gegen de Minaur. Der nächste logische Schritt: Zverev in die Schranken weisen.
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