"Das war wieder großer Sport von Sascha Zverev. Wie eigentlich im gesamten Turnier kommt er wieder an seine Spitzenleistung heran. In dieser Form kann er das Turnier gewinnen", zeigte sich
Eurosport-Experte Boris Becker begeistert vom Auftritt des Hamburgers.
Nun allerdings erwarten Zverev die schwersten Aufgaben im Herren-Tennis aktuell: Im Halbfinale, seinem dritten bei den Australian Open in Folge, gibt es jetzt ein Duell mit dem Weltranglistenersten Carlos Alcaraz.
Der Spanier musste dazu im Viertelfinale den australischen Lokalmatadoren Alex de Minaur aus dem Weg räumen (
7:5, 6:2, 6:1).
Im Endspiel könnte für Zverev dann die Neuauflage des Vorjahresfinals gegen Titelverteidiger Jannik Sinner (Italien) anstehen. 2025
verlor Zverev glatt in drei Sätzen (3:6, 6:7, 3:6).
Becker zum Viertelfinale: Darum ist Zverev so stark gegen Linkshänder
Quelle: Eurosport
"Learner hat von der Grundlinie unglaublich gespielt", lobte der Deutsche seinen Gegenüber in der Runde der letzten Acht: "Ich habe lange nicht mehr gegen jemanden gespielt, der von der Grundlinie so gut ist. Ohne meine 20 Asse (genauer: 24, Anm. d. Red.) hätte ich heute wahrscheinlich nicht gewonnen. Ich bin glücklich, wieder im Halbfinale zu stehen."
"Come ooooon!" Zverev gelingt erstes Break im Viertelfinale
Quelle: Eurosport
Zverev übersteht knifflige Situation in Satz eins
Gegen Newcomer Tien, der in der Weltrangliste nach den Australian Open in die Top 25 vorrücken wird, zeigte Zverev eine beachtlich reife Leistung. Schon im ersten Satz konnte sich der 28-Jährige auf seinen starken Aufschlag verlassen, beim Return schlug er gleich bei seiner zweiten Breakchance zu.
Gut für den Deutschen: Aufgrund der extremen Nachmittagshitze auf der Anlage am Yarra River mit Temperaturen von bis zu 45 Grad hatte der Veranstalter beschlossen, das Dach der Rod Laver Arena zu schließen und von Beginn an für angenehme und berechenbare Bedingungen zu sorgen.
Der Deutsche kam bei 4:2 und 30-40 jedoch ein wenig ins Schwitzen, zudem verhängte ihm Stuhlschiedsrichter Thomas Sweeney (Australien) eine Verwarnung wegen Zeitüberschreitung beim Service. Zverev blieb jedoch ganz ruhig und antwortete mit einem Aufschlag-Winner.
Time violation bei Breakball gegen sich - Zverev übersteht kritischen Moment
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Zverev muss oft über 30-30 gehen
"Mit dem frühen Break hat er die Weichen gestellt und Tien gezeigt, wer hier der Herr im Ring ist", urteilte Ex-Profi Patrik Kühnen als Co-Kommentator bei Eurosport nach dem 6:3 in Satz eins: "Wenn du so aufschlägst, kannst du offensiv in die Returnspiele rein gehen und enorm viel Druck machen. Alexander Zverev gefällt mir ausgesprochen gut. Das war vielleicht sein bester Satz im Turnier."
Die Partie blieb jedoch auch im zweiten Satz eng. Bis Ende des zweiten Durchgangs gingen die Spiele acht Mal über 30-30. Der erst 20 Jahre alte Tien ließ Zverev jetzt mehr laufen, der stand dafür zeitweise zu tief - alte Muster für den 28-Jährigen.
Stark befreit! Zverev verhindert Satzball gegen sich
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Doch wann immer Tien an einem Break roch, rettete den Deutschen der Aufschlag. Zverev versuchte zudem in längeren Ballwechseln aggressiv zu bleiben und tauchte öfter mal am Netz auf. Auch die körperliche Fitness, über die sich Zverev in Melbourne zuletzt immer wieder freute, war erneut zu beobachten.
Zverev-Schwächephase im Tiebreak
So hatte der 28-Jährige die 2:0-Satzführung bei 5-4 im Tiebreak und eigenem Aufschlag auf dem Silbertablett, zeigte dann aber seine einzige Schwächephase im Match, gab drei Punkte in Serie und damit den Satz ab. "Tien hat seine Chance gesehen und zugepackt", meinte Kühnen anerkennend.
Der US-Youngster hatte seinem Vornamen im vergangenen Jahr alle Ehre gemacht und sich Stück für Stück in der erweiterten Weltspitze etabliert. Und der Linkshänder zeigte auch in der Rod Laver Arena mehrfach sein variables Spiel mit zahlreichen hübschen Stopps.
"Falsche Entscheidung!" Zverev verliert Tiebreak gegen Tien
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Wer nun dachte, dass das Spiel kippen könnte, wurde jedoch enttäuscht: Zverev blieb vor den Augen von Ex-Australian-Open-Siegerin Angelique Kerber weiter bei sich, servierte weiter stark - und durchbrach Tiens Service zum 3:1 ein weiteres Mal.
Kühnen applaudiert Zverev
Der Vorjahresfinalist nahm die Bälle früh und überzeugte auch im dritten Durchgang erneut bei seiner einstigen Schwachstelle: Die Vorhand lief gut, abermals produzierte er mit dem Schlag deutlich mehr Winner als mit seiner gewohnt guten Rückhand.
Der Widerstand des US-Amerikaners war damit für einige Zeit gebrochen - in nur 28 Minuten tütete Zverev Durchgang drei ohne einzigen ungezwungenen Fehler mit 6:1 ein.
"Da war er!" Zverev schnappt sich vorentscheidendes Break in Satz drei
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"Ich applaudiere, besser kannst du es nicht spielen", sagte Kühnen: "Ich habe ihn selten so spielen sehen: sehr offensiv, nah an der Grundlinie, stets darauf bedacht, Druck zu machen und seinen Gegner zu beschäftigen. Die Basis für alles ist aber sein Aufschlag."
Zverev wehrt Satzball in Satz vier ab
Tien wurden zahlreiche Doppelfehler zum Verhängnis, ein eigenes Break gelang dem US-Amerikaner die gesamte Partie über nicht.
Der US-Amerikaner gab sich jedoch immer noch nicht geschlagen, hielt auch den vierten Satz offen und hatte bei 6:5 sogar Satzball. Der Deutsche aber wehrte diesen mit einem weiteren Aufschlag-Winner ab.
Auf Messers Schneide: Zverev wehrt Satzball von Tien ab
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Der folgende Tiebreak war dann eine klare Sache für den Hamburger. Nach 3:10 Stunden Spielzeit war der Kraftakt dann geschafft, Zverev verwandelte nach 6:0-Führung seinen vierten Matchball zum 6:3, 6:7 (5:7), 6:1, 7:6 (7:3).
Zverev lobt Tien
"Das war ein richtiges Stück Arbeit, aber auch der beste Alexander Zverev, den ich seit ganz langer Zeit gesehen habe", urteilte Kühnen bei Eurosport.
Zverev war indes bewusst, was ihm da gelungen war. "Ich weiß nicht, was Michael Chang (Tiens Trainer, Anm. d. Red.) in der Off-Season mit ihm gemacht hat. Aber es ist fantastisch, wie er spielt", lobte der Deutsche seinen 20-jährigen Gegenüber.
Kraftakt geschafft! Zverev verwandelt vierten Matchball gegen Tien
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Im Interview mit Eurosport lobte er Tien weiter. "Wie er gespielt hat, war absoluter Wahnsinn. Ich habe selten gegen einen Spieler gespielt, der so gut von der Grundlinie war." Der 20-Jährige habe "immer die Initiative übernommen, so dass ich immer laufen musste. Sein Level war sehr hoch, es war wirklich schwierig."
Verliert Zverev dennoch Boden in der Weltrangliste?
Dennoch schielt Zverev, der zum insgesamt zehnten Mal in einem Grand-Slam-Halbfinale steht, auf weitere Siege in Melbourne. "Ich hoffe, dass es die nächsten zwei Matches weiterhin so klappt", sagte der 28-Jährige.
Zverev exklusiv: "Ohne meine 20 Asse hätte ich das Match nicht gewonnen"
Quelle: Eurosport
Der Hamburger, der als erster Deutscher seit Boris Becker 1996 in Melbourne einen Grand-Slam-Titel gewinnen will, kämpft trotz seines Halbfinaleinzugs noch gegen den Verlust der Weltranglistenposition drei an.
Weil er letztes Jahr im Endspiel stand, muss der Hamburger 1300 Punkte verteidigen. So könnten theoretisch noch Lorenzo Musetti (Italien) oder Novak Djokovic (Serbien) sowie Sinner-Gegner Ben Shelton (USA, spielt gegen Sinner) im Ranking an ihm vorbeiziehen.
Atemberaubender Ballwechsel: Tien und Zverev zeigen "Hammer"-Tennis
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Ausgeglichene Bilanz gegen Alcaraz
Ein Sieg im Halbfinale brächte Zverev weitere 500 Zähler auf die Haben-Seite, für den Turniersieg gäbe es dann nochmal 700 Punkte (insgesamt 2000) mehr.
Im Duell gegen Alcaraz hat der Deutsche durchaus Chancen: Der Spanier ist so etwas wie Zverevs Lieblingsgegner unter den größten Namen im Tennis - die beiden stehen bei einer Bilanz von 6:6 in den direkten Duellen.
2024 etwa schlug Zverev Alcaraz bei den Australian Open
in einem hochklassigen Viertelfinale. Der Spanier steht, anders als der Deutsche, in Melbourne erstmals im Semifinale.
Zverev gewinnt positive Erkenntnis: "Das ist ein gutes Zeichen"
Quelle: Eurosport
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(mit SID)
"Ein Sahne-Schnittchen!" Rittner von Zverev-Viertelfinale begeistert
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