Australian Open: Novak Djokovic bricht gegen Jannik Sinner endlich das Tabu - Serbe schielt im Finale auf den Titel

Novak Djokovic hat Titelverteidiger Jannik Sinner im Halbfinale der Australian Open ausgeschaltet (3:6, 6:3, 4:6, 6:4, 6:4). Damit brach der serbische Grand-Slam-Champion mit einem Tabu und fuhr gegen den Superstar der übernächsten Generation einen unglaublichen Sieg ein. Bei seinem Ausflug in die Vergangenheit bestach der 38-Jährige weniger mit Dominanz, sondern mit seiner Kaltschnäuzigkeit.

"Was passiert denn hier?!" Djokovic spielt Sinner aus - und macht das Break

Quelle: Eurosport

Ob er da schon wusste, dass es reichen würde?
Knapp acht Minuten dauerte das 46. Spiel im Halbfinale der Australian Open zwischen Novak Djokovic und Jannik Sinner. Die Tanks beider Superstars entbehrten mittlerweile nur noch kleinste Tröpfchen an Benzin, trotzdem kanalisierte der Altmeister noch einmal all seine Kräfte.
Ass. 5:3 im fünften Satz. Ein Kreuzzeichen - der Dank nach oben. Minuten später verwandelte Djokovic seinen dritten Matchball und zog in sein erstes Major-Finale seit Wimbledon 2024 ein.
Blickt man in ein paar Jahren auf die nackten Zahlen seiner Tennis-Vita zurück, mag das Ticket für das 38. Grand-Slam-Endspiel seiner Karriere wie Alltag wirken. Doch an jenem Freitagmorgen drehte Djokovic die Zeit zurück - und zwar endgültig.
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Djokovic bricht endlich das Tabu

"Mir fehlen die Worte. Bis zum letzten Schlag war alles unvorhersehbar", sagte ein sichtlich erleichterter Djokovic im exklusiven Interview mit Eurosport. "Jannik spielt seit Jahren auf einem unglaublichen Niveau. Unter diesen Umständen ist das mein größter Sieg in den vergangenen Jahren."
Nachdem er Sinner den finalen Schlag versetzt hatte, habe er zwar Freude verspürt, "aber vor allem Erleichterung", räumte er ein. Ein Gefühl, das nur allzu verständlich ist.
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Djokovic exklusiv nach Finaleinzug: "Größter Sieg der vergangenen Jahre"

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Fünf Grand-Slam-Halbfinals in Folge hatte Djokovic bis Freitag verloren. Vor ziemlich genau einem Jahr musste er verletzungsbedingt bei den Australian Open aufgeben, in den verbliebenen Duellen unterlag er jeweils Sinner oder Carlos Alcaraz. Also der übernächsten Generation, welche ihm vermeintlich den Rang abgelaufen hatte.
Weit hergeholt war diese Annahme nicht. Immerhin entschied Djokovic in jenen vier Partien nur einen einzigen Satz für sich. Das Erfolgsrezept gegen die 14 Jahre (Sinner) respektive 16 Jahre (Alcaraz) jüngeren Himmelsstürmer sollte sich ihm nicht offenbaren. Bis jetzt.

Der Djokovic-Schlüssel gegen Sinner

Ein Blick in die Statistiken verrät: Mit einer unvergleichlichen Dominanz hat Djokovic den Titelverteidiger nicht aus dem Turnier gekegelt. Ganz im Gegenteil.
So sammelte Djokovic über das gesamte Match hinweg weniger Punkte (140/152), schlug weniger Winner (46/72), weniger Asse (12/26) und punktete am Netz seltener (17/22) sowie auch als Returnspieler (34/52).
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Diese Statistik kostete Sinner den Sieg: "Muss sich an die eigene Nase fassen"

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Dafür besann sich Djokovic auf einen simplen Vorsatz: In den richtigen Momenten zuschlagen. Insgesamt erkämpfte sich Djokovic acht Breakchancen, derer drei er verwandelte. Damit war er deutlich gnadenloser als sein Gegenüber, Sinner nutzte nur zwei von 18 (!) Breakbällen.
Kaltschnäuzigkeit allein brachte ihm den Sieg an diesem Abend aber nicht ein. 4:09 Stunden Spielzeit gegen Sinner erfordern physische Reserven, welche Djokovic längst abgesprochen worden waren. Auch von ihm selbst.

Djokovic eiskalt und fit wie eh und je

Nach seinem Halbfinal-Aus bei den letztjährigen US Open sprach der "Djoker" nämlich davon, nicht auf dem Niveau von Alcaraz und Sinner über fünf Sätze spielen zu können. Ob er sich selbst widerlegt habe?
"Ich lag nicht falsch. Ich sagte, es sei sehr schwierig - aber nicht unmöglich. Und hier stehen wir", scherzte er im On-Court-Interview am Freitag. "Sie spielen auf einem anderen Level, ich musste es nur bis dahin schaffen."
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Tränen in der Box: "Absurder" Djokovic verwandelt Matchball

Quelle: Eurosport

Den Code hat Djokovic nun geknackt und erinnerte dabei an sich selbst. Vor 14 Jahren hatte er sich im Finale der Australian Open einen epischen Schlagabtausch mit Rafael Nadal über 5:53 Stunden geliefert, an dessen Ende die beiden Protagonisten auf dem Zahnfleisch gingen.
"Das war wie damals gegen Rafa", meinte der Serbe zu seinem damaligen Finalsieg. "Und heute waren Intensität und Qualität auch extrem hoch. Ich wusste, dass das meine einzige Möglichkeit sein würde, um gegen ihn zu gewinnen."
Novak Djokovic - eiskalt und fit wie eh und je.

Australian Open: Krönung im Finale gegen Alcaraz?

Am Sonntag will der Olympiasieger ein weiteres Tabu brechen und nach Sinner auch Alcaraz im selben Turnier ausschalten.
"Heute hat sich schon so angefühlt, als hätte ich den Titel gewonnen. Aber ich weiß, dass ich bald wieder hier stehen muss und die Nummer eins der Welt herausfordere", blickte Djokovic voraus.
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Novak Djokovic - Jannik Sinner | Halbfinale | Highlights

Quelle: Eurosport

Der direkte Vergleich mit dem blutjungen Spanier spricht mit 5:4 für Djokovic, in den bisherigen vier Finalspielen gegen Alcaraz behielt er zweimal die Oberhand. Während der 38-Jährige in 2023 in Cincinnati und bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris triumphierte, siegte Carlos Alcaraz 2023 und 2024 in Wimbledon.
"Ich hoffe nur, dass ich genügend im Tank habe, um auf Augenhöhe zu sein", gab Djokovic zu. "Und dann entscheidet der liebe Gott."
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Alcaraz erklärt umstrittenes Medical Timeout: Das steckte dahinter

Quelle: Eurosport


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