Australian Open 2026 - Stan Wawrinka mischt Melbourne auf: Oldie sorgt für Zäsur nach 48 Jahren
Stan Wawrinka zog nach einem mitreißenden Fünfsatz-Krimi (4:6, 6:3, 3:6, 7:5, 7:6) gegen den 19 Jahre jüngeren Arthur Gea in die dritte Runde der Australian Open ein. Damit sorgte der Schweizer Oldie für eine Zäsur, immerhin gelang seit Ken Rosewall 1978 keinem Ü40-Spieler eine derartige Überraschung in Melbourne. Grund genug für den Schweizer, sich erst einmal auf ein Belohnungsbier zu freuen.
Arthur Gea - Stan Wawrinka | 2. Runde | Highlights
Quelle: Eurosport
Das musste Stan Wawrinka erst einmal sacken lassen.
Sichtlich erschöpft ließ sich der Schweizer nach seinem Marathon-Match (4:33 Stunden) gegen den 19 Jahre jüngeren, am Ende von Krämpfen geplagten Gegner Arthur Gea, auf seiner Bank nieder.
Sinnierend ließ sich der 40-Jährige, der nach der Saison seine Karriere beenden wird, vom frenetischen Publikum in der KIA Arena feiern und tippte sich symbolträchtig an die Schläfe. Sein Signature-Jubel, der vermittelt: Es ist alles Kopfsache, die Mentalität ist entscheidend.
Mentalität, unbändigen Willen, hatte der Oldie in dieser denkwürdigen Zweitrunden-Partie reichlich an den Tag gelegt, mit seiner unwiderstehlichen einhändigen Rückhand an jenen "Stan the Man" erinnert, der sich während seiner Laufbahn drei Grand-Slam-Siege sicherte.
Auf Rosewalls Spuren: Wawrinka sorgt für Zäsur
Ganz nebenbei sorgte Wawrinka mit seinem Triumph über Gea für eine Zäsur. Seit Ken Rosewall, der 1978 im Alter von 43 Jahren in die dritte Runde der Australian Open eingezogen war, hatte kein Ü40-Spieler mehr die zweite Runde bei einem Major-Turnier überstanden.
"Ich bin erschöpft. Es ist mein letztes Mal bei den Australian Open, deswegen versuche ich, so lange wie möglich dabei zu bleiben", sagte Wawrinka nach dem Match im Gespräch mit Mats Wilander. Er schob mit Blick auf die anwesenden Zuschauer nach: "Ich bin nicht mehr so jung, also brauche ich Eure Energie. Es ist ein unglaubliches Gefühl. Ich bin super happy."
Für solche Momente trainiere er eben immer noch hart, für seine Anhänger gehe er selbst im hohen Tennisalter noch an seine Grenzen, gab Wawrinka weiter zu Protokoll.
Wawrinka gibt den Bierkapitän
Bei aller Professionalität ließ der Altstar aber auch den Spaßfaktor neben dem Platz nicht zu kurz kommen. Als einem Fan versehentlich eine Bierdose herunterfiel, hob Wawrinka das Gefäß auf und deutete zur großen Freude der gesamten Arena an, sich einen großen Schluck zu genehmigen, ehe er die Dose zurückgab.
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Bier? Warum nicht! Wawrinka sorgt für Lacher
Quelle: Eurosport
"Er genießt diese Emotion und Leidenschaft", erklärte Eurosport-Experte Boris Becker, der sich in seiner Sendung "Matchball Becker" tief beeindruckt von der Leistung des Urgesteins zeigte: "Er ist ein außergewöhnlicher Spieler und man vergisst gerne mal, dass er drei Grand Slams gewonnen hat. Seine einhändige Rückhand ist vielleicht die beste aller Zeiten - so die Meinung unter Experten."
Besagte Rückhand wird auch im kommenden Match wieder elementar für ein mögliches Weiterkomen werden. Der an Nummer neun gesetzte US-Amerikaner Taylor Fritz wird mutmaßlich eine noch deutlich höhere Hürde darstellen als Youngster Gea.
Wawrinka: "Eventuell gönne ich mir ein Bier"
Entsprechend wichtig dürfte hinsichtlich des Aufeinandertreffens mit Schwergewicht Fritz eine sorgsame Regeneration werden.
Wie diese konkret ausfällt, vermochte Wawrinka kurz nach seinem imposanten Triumph noch nicht zu sagen: "Keine Ahnung", antwortete die einstige Nummer drei der Welt auf Wilanders Nachfrage - er schob nach: "Ihr habt da vorhin ein Bier runterfallen lassen, eventuell gönne ich mir eins."
Wohl bekomms, Herr Wawrinka!
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Wahnsinn! Wawrinka dreht im Match-Tiebreak die Zeit zurück
Quelle: Eurosport
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