Boris Becker exklusiv zu Comebacks von Rafael Nadal und Angelique Kerber: "Ganz andere Hausnummer"

Mit den Comebacks von Rafael Nadal, Angelique Kerber und Naomi Osaka beginnt die Tennis-Saison 2024 spektakulär. "Die Erwartungshaltung reicht jetzt nicht in den Himmel", sagt Boris Becker im Eurosport-Podcast Das Gelbe vom Ball im Hinblick auf die Rückkehr von Nadal. Auch bei Kerber dürfe man nicht zu viel erwarten. "Für mich ist die wichtigste Botschaft, dass sie überhaupt wieder da ist."

Becker exklusiv zum Kerber-Comeback: "Ganz andere Hausnummer"

Quelle: Eurosport

Was für ein Auftakt. In der ersten Woche der Saison 2024, die schon in den letzten Dezember-Tagen beginnt, kehren Rafael Nadal, Angelique Kerber und Naomi Osaka auf die Tour zurück.
Allesamt mehrfache Grand-Slam-Champions, 29 Major-Titel hat das Trio in der Addition angesammelt. Eine sehr gute Nachricht für den Tennis-Sport. Nadal und Osaka schlagen bei parallel stattfindenden ATP-WTA-Event in Brisbane auf. Kerber hat sich für den United Cup entschieden, wo sie unter anderem mit Alexander Zverev für Deutschland aufschlägt.
"Erst einmal freut es mich, dass Angie zurück auf die Tour kommt. Meines Erachtens ist Tennis die schönste Sportart der Welt, und ich glaube, das sieht sie genauso. Das ist die erste große Liebe", sagt Eurosport-Experte Boris Becker im Podcast-Gespräch mit Moderator Matthias Stach.
Sportlich aber müsse sich Kerber, die im Juli 2022 in Wimbledon ihre bis dato letzte Partie bestritt und inzwischen Mutter geworden ist, auf einen harten Weg einstellen. "Im Training bekommt man keine Matchfitness, die baut sich nur in einem ernsthaften Spiel auf - mit Schiedsrichter, Linienrichter, mit Druck, Erwartungshaltung, Zuschauern und so weiter", erläutert Becker.
Er sei "gespannt", wie Kerber damit umgehe. "Die Nachwuchsspieler, die mit ihr trainieren, sind bestimmt im Training stark, aber ein echtes Match gegen die Topspielerinnen der Welt ist eine ganz andere Hausnummer", unterstreicht der dreimalige Wimbledon-Champion.

Osaka offensiv: "Auf jeden Fall mehr Grand Slams gewinnen"

Osaka steht vor einer ganz ähnlichen Herausforderung wie Kerber. Die Japanerin, die jeweils zweimal die Australian Open und US Open gewann, war zuletzt im September 2022 im Einsatz und ist ebenfalls Mutter geworden.
picture

Becker rät Zverev: "Ich kann ihm nur empfehlen, dass ..."

Quelle: Eurosport

Die 26-Jährige geht ihre Rückkehr offensiver an als Kerber, die allerdings auch neun Jahre älter ist. Sie wolle "auf jeden Fall mehr Grand Slams gewinnen", versicherte Osaka dem japanischen Sender "NHK".

Nadal steht vor Herkulesaufgabe

Ganz anders liegen die Dinge bei Rafael Nadal. Der 22-malige Grand-Slam-Turniersieger schlug letztmals bei den Australian Open im Januar auf. Danach wurden die Probleme am linken Hüftbeuger und an der Gelenklippe dermaßen groß, dass eine Operation zwingend nötig war. Anfang Juni ließ Nadal den Eingriff in Barcelona vornehmen.
Nun steht dem 37-Jährigen beim Comeback eine Herkulesaufgabe bevor. Wenn er zu Beginn "ein paar Matches" gewinne, sei das schon gut, sagt Becker. "Rafa wird sich dann früh auf die Sandplatz-Turniere konzentrieren. Er wird garantiert Monte-Carlo spielen, Barcelona, Madrid und vielleicht sogar Rom. Letztendlich geht es darum, in Paris wieder zu 100 Prozent fit zu sein."

Becker zu Nadal-Comeback: "Das ist die schwierigste Aufgabe"

Zum Problem könnte die Erwartungshaltung werden. "Ich habe mein ganzes Leben lang verinnerlicht, das Maximum von mir zu fordern. Ich hoffe wirklich, dass ich es mir nun gelingt, genau das nicht zu tun", erklärte Nadal vor kurzem.
"Das ist natürlich die schwierigste Aufgabe, weil man Erwartungshaltungen hat. Nadal hat nahezu jedes Turnier in der Welt gewonnen, mehrfach sogar. Da ist natürlich die Hoffnung sehr groß, was Rafa niemals öffentlich zugeben würde", glaubt Becker. Auf der anderen Seite sei der Spanier "ein sehr cleverer Spieler", der auf einen immensen Erfahrungsschatz zurückgreifen könne.
"Ich würde niemals gegen Rafael Nadal auf dem Tennisplatz wetten. Dafür ist er zu stark, hat zu viel gewonnen, zu viel Erfahrung", unterstreicht Becker. "Wenn er der Meinung ist, dass er noch eine Chance hat, große Titel zu gewinnen und gutes Tennis zu spielen, dann muss man ihm das glauben. Punkt aus."
Nichtsdestotrotz müsse Nadal in den kommenden Wochen "ein bisschen durch das Tal der Tränen gehen und ein wenig leiden". Die Konkurrenz wird diesen Weg mit allergrößtem Interesse verfolgen.
Das könnte Dich ebenfalls interessieren: Becker exklusiv zu Disput mit Kyrgios: Er muss Respekt zeigen
picture

Becker tadelt Kyrgios: Er muss Stars von einst wertschätzen

Quelle: Eurosport

Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung