Carlos Alcaraz schafft ein neues Machtgefüge - wie reagieren Alexander Zverev, Jannik Sinner und Co.?
Die Leistungsexplosion von Carlos Alcaraz in den vergangenen eineinhalb Jahren hat das Machtgefüge an der Weltspitze auf den Kopf gestellt. Sogar Novak Djokovic musste im Wimbledonfinale anerkennen, dass er "noch nie" einem Gegner dieser Art gegenüberstand. Mehr noch als für den Serben ist die Klasse von Alcaraz aber eine Herausforderung für Jannik Sinner, Alexander Zverev oder Daniil Medvedev.
Becker exklusiv zum Alcaraz-Coup: Darum ist es eine Wachablösung
Quelle: Eurosport
"Es ist ein Spieler geboren, der die kommenden Jahre möglicherweise dominiert. Carlos Alcaraz hat sich so unglaublich verbessert, wie man es nicht für möglich gehalten hat", stellt Tennis-Ikone Boris Becker im Eurosport-Podcast Das Gelbe vom Ball klar.
Die herausragenden Vorstellungen des Spaniers, der mit 20 Jahren zwei Grand-Slam-Titel auf dem Konto hat und seinen Sport als Nummer eins der Weltrangliste anführt, hätten Signalwirkung für die ganze Branche. "Was machen Zverev, Sinner, Medvedev und Andrey Rublev jetzt?", fragt Becker.
Dieser Spielkreis, der um Casper Ruud, Stefanos Tsitsipas oder auch Holger Rune ergänzt werden kann, hegte und hegt Hoffnungen, ebenfalls bei den Grand-Slam-Veranstaltungen abzuräumen. Bislang bestand das große Problem darin, an Novak Djokovic und Rafael Nadal vorbeizukommen.
Die beiden Ausnahmekönner bildeten zusammen mit Roger Federer über zwei Jahrzehnte die Benchmark. Wer bei den Majors einen Titel wollte, musste sich wohl oder übel intensiv mit dem Spielstil der Big 3 auseinandersetzen. Das war in den seltensten Fällen von Erfolg gekrönt.
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Nun muss umgedacht werden, das Nonplusultra auf der Tour ist ab sofort Alcaraz. "Die Konkurrenz schläft nicht, wird sich das genau anschauen und studieren, wo die Schwächen beim jungen Spanier liegen und wie man ihn bezwingen", ist Becker sicher.
Denn natürlich sei auch das Spiel des Shootingstars nicht perfekt. Im ersten Satz des Wimbledonfinales gegen Djokovic etwa "war Carlos nicht auf dem Platz", gibt Becker zu bedenken.
Beängstigend schnelle Entwicklung bei Alcaraz
Was den Zverevs, Sinners und Medvedevs indes Sorgen bereiten sollte, ist die irre Geschwindigkeit, mit der sich Alcaraz entwickelt. Vor Beginn dieser Rasensaison hatte er ganze zwei Turniere auf dem grünen Belag gespielt. Es folgte ein Lernprozess im Schnelldurchlauf. Alcaraz gewann das Vorbereitungsturnier im Londoner Queen's Club, danach Wimbledon. 12 Siege in Serie, zwei Titel, Djokovic entthront.
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Becker sieht Zverev-Umgang mit Aus kritisch: "Zu dünn"
Quelle: Eurosport
Die Verhältnisse an der Spitze sind geklärt - und so einige schauen sich verdutzt um. "Wir drehen mal das Rad ein Jahr zurück, was man im Tennis ja gerne tut. Alcaraz konnte auf Rasen noch nicht spielen, Sinner war als Nachfolger in Position. Dann muss man Zverev nennen, der bei den French Open in Paris das Halbfinale erreicht hat und mit dem Turniersieg die neue Nummer eins geworden wäre", erinnert Becker an die Ausgangslage in der vergangenen Spielzeit.
Becker: "Tennisjahre sind Hundejahre"
Aber: "Tennisjahre sind Hundejahre", so der 55-Jährige, innerhalb eines Jahres könne sich quasi alles verändern. Alcaraz habe es bewiesen und damit den Zeigefinger auf seine schärfsten Rivalen gerichtet, die alle jünger sind als er selbst. "Was machen die anderen jetzt mit dieser Leistungsexplosion? Haben sie wahrgenommen, wie unglaublich sich Alcaraz verbessert hat?"
Zumindest Medvedev und Rune, die beide im All England Club am Branchenprimus scheiterten, konnten sich aus nächster Nähe davon überzeugen. Medvedev habe im Halbfinale eine "Lehrstunde auf Rasen" erlebt. Die "Frage für den Rest der Saison" laute nun, inwiefern es der Konkurrenz gelingt, Strategien zu entwickeln, um dagegenzuhalten.
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Quelle: Eurosport
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