Nach Wimbledon beginnt eine hochinteressante Testphase auf der ATP Tour.
Die Spielervereinigung der Herren hat entschieden, dass in der zweiten Saisonhälfte gecoacht werden darf - unter Einhaltung bestimmter Regeln. So muss der Trainer etwa auf einem extra ausgewiesenen Platz sitzen und von dort aus seine verbalen und nonverbalen Anweisungen geben.
Carlos Moya hält das für keine gute Idee.
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"Ich bin kein großer Befürworter des Coachings. Was Tennis zu einem besonderen Sport macht, ist die Tatsache, dass es der einzige Sport ist, bei dem man allein gegen einen anderen antritt - ohne Hilfe von außen", betont der ehemalige Weltranglistenerste im Gespräch mit den spanischen Kollegen von Eurosport.de.

Moya: "Ich bin absolut gegen das Coaching"

Seine Arbeit als Coach von Rafael Nadal müsse "vor dem Spiel erledigt sein. Der Spieler muss dann alle Varianten beherrschen, denn es passieren immer Dinge, die sicher nicht im Drehbuch standen. In diesem Sinne bin ich absolut gegen das Coaching", so Moya, der seit 2017 im Trainerteam von Nadal dabei ist und nach dem Rücktritt von dessen Onkel Toni im Jahr 2018 die Hauptverantwortung trägt.

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Der French-Open-Sieger von 1998 zieht einen Vergleich zur Schule, um seinen Standpunkt zu verdeutlichen. "Es ist wie bei einer Prüfung. Der Lehrer kann dir helfen, aber sobald die Prüfung beginnt, bist du auf dich allein gestellt", sagt Moya. Es sei absolut entscheidend, "dass der Spieler selbst denkt".

Moya: 180 Puls und 20 Sekunden Zeit

Sollte es möglich sein, während des Matches zu coachen, würde eine wichtige Facette des Tennisspiels verloren gehen.
"Der einsame Kampf des Tennisprofis, der bei einem Puls von 180 und nur 20 Sekunden zwischen den Ballwechseln die richtige Taktik wählen muss, ist eine Qualität, die einen Spieler auszeichnet", stellt Moya klar.
Deshalb lasse die Debatte für ihn nur einen Schluss zu: "Ich würde alles so lassen, wie es ist."
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