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"Das gewisse Etwas fehlt": Das machen die DTB-Profis in der Corona-Pause

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Maximilian Marterer

Fotocredit: Getty Images

VonEurosport
03/05/2020 Am 09:10 | Update 03/05/2020 Am 09:52

Sie sind keine Großverdiener wie Alexander Zverev und wegen der Coronakrise bereits seit Wochen ohne Einkommen: Deutsche Tennisprofis jenseits der Top 100 leben vom Ersparten - und nutzen die freie Zeit für eher ungewohnte Beschäftigungen. Während Doppel-Spezialist Kevin Krawietz im Supermarkt arbeitet, versucht sich Cedric-Marcel Stebe am Klavier mit Filmmusik.

Kevin Krawietz hat bis Donnerstag in einem Supermarkt gearbeitet. Cedric-Marcel Stebe spielt verstärkt Klavier, bevorzugt Filmmusik, "'Fluch der Karibik', so was". Maximilian Marterer kümmert sich um den Garten daheim in Stein bei Nürnberg. Und Peter Gojowczyk vertreibt sich die Freizeit, von der auch er derzeit viel mehr hat, als ihm recht ist, mit seinem liebsten Hobby neben Tennis: Einmal pro Woche kocht er in der Instagram-Show seines Trainers Christopher Kas.

In Zeiten von Corona geht es den vier deutschen Tennisprofis, in der Weltrangliste allesamt ab Position 125 platziert, wie auch weitaus prominenteren Kollegen: Zuletzt haben sie am ersten März-Wochenende gespielt, und mindestens bis zum 13. Juli besteht keine Chance auf ein internationales Turnier. Das heißt für alle: viel Zeit, wenig Abwechslung und vor allem keine Einnahmen. Krawietz, French-Open-Sieger 2019 im Doppel, hatte im Supermarkt immerhin einen 450-Euro-Job.

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Sie alle leben gerade vom Ersparten, von Rücklagen - und noch kommen sie ganz gut über die Runden. "Ich darf mich auf keinen Fall beschweren", sagt Krawietz, "es gibt viele Spieler, die schlimmer dran sind." Im Einzel ist er die Nummer 626 im ATP-Ranking, im Doppel dafür die 13, und weil das vergangene Jahr "phänomenal lief, konnte ich was zurücklegen". Auch 2020 hat er immerhin schon 83.000 Dollar eingespielt, auf den Job im Supermarkt wäre er nicht angewiesen gewesen.

Marterer wird unruhig

Krawietz und seine Kollegen, die derzeit in der TennisBase in Oberhaching bei München wenigstens trainieren dürfen, haben in diesen Tagen noch eher das Problem der Tagesgestaltung. Klar, betont Krawietz, "wenn man zehn, elf Jahre nur unterwegs war und aus dem Koffer gelebt hat, genießt man auch mal die Zeit, man probiert sich aus." Er versucht es unter anderem mit Kochen, neulich hat er sich mal an ein Bananenbrot gewagt. Ergebnis? "Verbesserungswürdig."

Alles nicht so leicht, weil: "Das gewisse Etwas fehlt", sagt Routinier Gojowczyk, Nummer 125 der Welt. "Am Anfang war es echt schwer", gesteht er, "ich wusste echt nicht, wie ich mich zurecht finden soll". Mittlerweile geht's, "ich versuche, das Positive rauszufinden". Und zum Glück ist Kochen ja seine große Leidenschaft. Vergangene Woche hat er für die Follower im Internet Thunfischsteak mit Avocado-Koriander-Creme und Mango-Chutney zubereitet, "das ist ganz gut angekommen".

Unruhig ist vor allem Marterer. Wegen Verletzungen war schon sein vergangenes Jahr schwierig, er ist daher momentan auch nur die Nummer 376 im ATP-Ranking, und die Situation nun mit Coronakrise "macht die Sache nicht leichter", sagt er. Er hat halt versucht, sich fit zu halten, hat ein bisschen was "im Haushalt gemacht" und musste im Garten "ein bisschen was ansäen". Nun ist er froh, dass der Deutsche Tennis-Bund (DTB) ab 8. Juni eine Turnierserie für deutsche Spieler startet.

Auch Stebe macht mit bei dieser Serie mit Vorrunde, Zwischenrunde, Halbfinale und Finale. Bis dahin und darüber hinaus kann auch er von seinen Rücklagen leben, er sagt aber auch: "Wer weiß, wenn das ein Jahr oder länger dauert, kann das ein Problem werden." Sollte es so kommen, hat Gojowczyk schon einen Plan: "Vielleicht gebe ich dann Trainerstunden. Weil dauernd nichts machen, da wirst Du ja verrückt."

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