Italiens Davis-Cup-Kapitän Volandri zeigt Verständnis für Sinner-Absage: "Ungewöhnliches Jahr für Jannik"
Italiens Davis-Cup-Kapitän Filippo Volandri hat mit Bedauern, aber auch Verständnis auf die Absage von Top-Star Jannik Sinner für das Final 8 in Bologna (18. bis 23. November) reagiert. "Natürlich hätte man gerne die bestmögliche Mannschaft am Start", sagte der 44-Jährige der "Gazzetta dello Sport": "Das Team ist aber auch so sehr stark." Die Entscheidung Sinners tue ihm dennoch "weh".
Jannik Sinner beim ATP-Turnier von Wien 2025
Fotocredit: Getty Images
Allerdings könne sie der ehemalige Profi nachvollziehen. "Es ist nicht das erste Mal, dass sowas passiert und auch nicht das letzte Mal", sagte Volandri und nannte andere prominente Beispiele.
So habe Alexander Zverev "schon seit Ewigkeiten keinen Davis Cup" mehr gespielt und auch Rafael Nadal den prestigeträchtigen Teamwettbewerb früher öfter ausgelassen. Zverev will diesmal allerdings für Deutschland antreten.
"Es gibt einfach unterschiedliche Energielevel am Ende eines Jahres und dies war ein sehr ungewöhnliches für Jannik", meinte Volandri verständnisvoll. Der Südtiroler hatte die Absage mit einer Woche mehr Pause, die er vor den Australian Open im Januar benötige, begründet.
Sinner habe "viel investiert, vor allem mental", so Volandri: "Beim Davis Cup im letzten Jahr hat er seine letzten Energiereserven aufgebraucht." Er sei danach "völlig erschöpft" gewesen. Dennoch gewann der 24-Jährige anschließend auch die Australian Open.
Pietrangeli: "Ein schwerer Schlag ins Gesicht"
Sinners Absage für die Davis-Cup-Endrunde vor heimischem Publikum hatte zuvor hohe Wellen geschlagen. Nicola Pietrangeli, erfolgreichster Spieler der italienischen Davis-Cup-Geschichte, attackierte den Südtiroler für seine überraschende Entscheidung scharf.
"Das ist ein schwerer Schlag ins Gesicht der italienischen Sportwelt", sagte der 92-Jährige im Interview mit der Nachrichtenagentur "Ansa". Er verstehe nicht, warum von einer "schwierigen Entscheidung" gesprochen werde, kritisierte Pietrangeli: "Es geht doch darum, Tennis zu spielen, und nicht darum, in den Krieg zu ziehen."
Das höchste Ziel eines Sportlers in Italien sei "es, das 'Maglia Azzurra' (blaues Trikot, Anm. d. Red.) zu tragen. Aber leider sprechen und denken wir von und in anderen Zeiten", sagte der French-Open-Sieger von 1959 und 1960.
Sinner gewann den Davis Cup schon zweimal
Sinner hatte in den vergangenen Wochen zunächst das ATP Masters in Shanghai aufgrund von heftigen Krämpfen abbrechen müssen, danach aber den umstrittenen Six Kings Slam in Saudi-Arabien gewonnen, wofür er sechs Millionen US-Dollar einstrich.
In dieser Woche schlägt er beim ATP-Turnier in Wien auf. Sein Ziel ist es, Carlos Alcaraz bis Jahresende wieder von Platz eins der Weltrangliste zu verdrängen.
Italien gewann den Davis Cup in den vergangenen beiden Jahren. 2024 führte Sinner die Azzurri in Málaga zum Titel, 2023 gelang das Kunststück ebenfalls. Den Coup wollen die Gastgeber nun in Bologna wiederholen - nur eben ohne Sinner.
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Sinner dominiert Duell mit Altmaier - Highlights
Quelle: Eurosport
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