Tennis

Thiems Strategie besser als die von Nadal? Schett analysiert die Lage

Teilen mit
Kopieren
Diesen Artikel teilen

Dominic Thiem hat noch viel vor im Jahr 2020

Fotocredit: Getty Images

VonTobias Laure
30/07/2020 Am 18:29 | Update 30/07/2020 Am 18:35

Dominic Thiem ansolviert ein Power-Programm, obwohl die ATP Tour infolge der Corona-Pandemie seit März den Betrieb eingestellt hat. Der Österreicher wusste sich zu helfen, organisierte in der Heimat ein Show-Event und schlug bei vielen weiteren in Europa auf. Kein anderer Topspieler stand so oft auf dem Platz wie der 26-Jährige, aber hilft ihm das wirklich? Eine Insiderin analysiert die Lage.

Wien, Belgrad, Biot, Kitzbühel, Berlin. Dominic Thiem ist mächtig herumgekommen seit Ende Mai.

Fünf Reisen in Corona-Zeiten, fünf unterschiedliche Sicherheitskonzepte, weniger Zeit für Trainingseinheiten. Das verwundert insofern, als dass der Rest der Weltelite einen anderen Weg geht.

Tennis

Thiem gibt US-Open-Zusage und verteidigt Djokovic

23/07/2020 AM 14:48

"Anscheinend braucht Dominic das und tankt damit Selbstvertrauen", erklärt die ehemalige Weltranglisten-Achte Barbara Schett exklusiv bei Eurosport.de. Die Ergebnisse untermauern diese Sichtweise, Thiem gewann 25 seiner 28 Show-Matches, fuhr dabei vier Turniersiege ein. In Berlin triumphierte der Österreicher sogar auf Rasen, seinem schwächsten Belag.

Spotify oder Apple Podcast? Höre alle Folgen "Extra Time" auf der Plattform deines Vertrauens

Thiem trainiere mit den häufigen Belagswechseln der vergangenen Wochen "seine Anpassungsfähigkeit", sagt Schett. Die Österreicherin, die 1999 ins Viertelfinale der US Open einzog, kennt ihren Landsmann bestens und kann dessen Herangehensweise verstehen. "Dominic hat schon immer viele Turniere gespielt und ist einer der härtesten Trainierer", unterstreicht die 44-Jährige, die inzwischen auch als TV-Expertin für Eurosport arbeitet.

Akrobatische Einlage am Netz: Thiem kontert Berrettinis Tweener-Lob perfekt

00:00:30

Auf Thiem, so viel steht fest, kommt ein knüppelharter August und ein ebenso intensiver September zu. Ab dem 22. August schlägt der Weltranglisten-Dritte beim Masters von Cincinnati auf, direkt im Anschluss geht es auf derselben Turnieranlage in Flushing Meadows mit den US Open weiter. Es folgt der Transfer nach Europa, wo schon zwei Wochen später der Klassiker von Roland Garros beginnt.

Thiems Mission wird schwerer

Dort gilt Thiem längst als Kronprinz von Sandplatz-König Rafael Nadal, 2018 und 2019 unterlag er dem Spanier jeweils im Finale.

Auf dem roten Belag ist Thiem am stärksten einzuschätzen, zehn seiner 16 Titel holte er auf Sand. In Anbetracht seines proppevollen Programms steht allerdings zu befürchten, dass er in Paris nicht in bester Verfassung ankommt. Die Mission, Nadal vom Thron zu stoßen, wird dadurch selbstredend nicht leichter.

Dominic Thiem verlor gegen Rafael Nadal schon zwei French-Open-Finals

Fotocredit: Getty Images

Der 19-fache Grand-Slam-Turniersieger geht das Projekt Re-Start dagegen anders an. Seit März weilt Nadal auf seiner Heimatinsel Mallorca, trainiert dosiert in seiner eigenen Tennis-Akademie in Manacor.

Ob das der bessere Weg ist, lässt sich laut Schett nicht sagen. Die Trainings und Turnierplanung sei eine "sehr individuelle" Angelegenheit. Auf die Frage, "wie oft, wann und wo ein Spieler bei Turnieren oder einer Exhibition aufschlägt", gebe es keine allgemeingültige Antwort. Was für Nadal passt, muss für Thiem nicht richtig sein - und umgekehrt.

Man dürfe bei der Vielzahl der Auftritte von Thiem aber "nicht vergessen, dass all' diese Exhibition-Matches einem Turnier-Match am ähnlichsten sind und somit die Matchpraxis fördern", so Schett.

"Der Junge ist heiß auf die Saison!"

Für eine kleine Überraschung sorgte indes die Meldung, dass Nadal auf der Teilnehmerliste für das in New York stattfindende Masters von Cincinnati steht. Ein klares Zeichen dafür, dass Nadal seinen Titel bei den US Open verteidigen möchte - und sich nicht ausschließlich auf die Sandplatz-Events und die French Open fokussiert.

Haas kämpft, Thiem trumpft auf: So lief das spannende Halbfinale

01:31:34

Das könnte eine gute Nachricht sein für Thiem und seine Jagd auf den ersten Grand-Slam-Titel, den ihm die meisten Experten in Paris zutrauen.

Nimmt man alle Faktoren inklusive der aktuellen Form des 26-Jährigen zum Maßstab, dann stehen die Chancen gar nicht schlecht, dass es ein richtig guter Spätsommer wird für den Niederösterreicher - oder um es mit den Worten von Barbara Schett zu sagen: "Der Junge ist heiß auf die bald startende Saison!"

QUIZ: Kennst Du alle Grand-Slam-Sieger seit 2010?

Das könnte Dich ebenfalls interessieren: Nadal beim Masters Cincinnati dabei - aber ein Fragezeichen bleibt

  • Die ATP-Weltrangliste
  • Alle Eurosport.de Tennis-Videos

Nach 67 Minuten ist Schluss: Thiem fertigt Sinner im Finale ab

01:03:38

Tennis

Zweiter Titel: Thiem entscheidet Finale in Berlin-Tempelhof klar für sich

19/07/2020 AM 15:27
US Open

Thiem: Erfolge bei US Open weniger Wert

09/08/2020 AM 11:57
Ähnliche Themen
TennisDominic Thiem
Teilen mit
Kopieren
Diesen Artikel teilen