Dopingvorwürfe um Jannik Sinner - Ex-Physio Giacomo Naldi weist alleinige Schuld von sich: "Das ist nicht der Fall"

Im Zuge der Dopingvorwürfe um Jannik Sinner fiel vor allem ein weiterer Name: Giacomo Naldi. Über die Hände des Physiotherapeuten soll das nachgewiesene Steroid Clostebol in den Körper des Weltranglistenersten gelangt sein. Im August trennte sich Sinner von seinem Teammitglied, wenige Tage später meldete sich Naldi auf Instagram zu Wort. Nun legte er nach - und wies die alleinige Schuld von sich.

"Kann nichts dagegen tun": Sinner über Reaktionen auf Kontroverse

Quelle: Perform

Auf einer PR-Veranstaltung in der vergangenen Woche deutete der frühere Sinner-Wegbegleiter erneut an, dass die in den Medien und der Öffentlichkeit kursierende Meinung über ihn so nicht der Wahrheit entspreche.
"Ich hoffe, dass ich früher oder später sagen kann, was passiert ist, um ein Gesamtbild zu geben", wird Naldi von der italienischen Tageszeitung "La Stampa" zitiert: "So, wie die Geschichte in der breiten Öffentlichkeit interpretiert wurde, sieht es aus, als ob es nur mein Fehler war. Aber das ist nicht der Fall - wie jeder, der das Urteil gelesen hat, auch weiß."
Ihm sei jedoch klar, dass "nicht jeder diese Mühe auf sich genommen hat", betonte der Physiotherapeut.
Konkreter wurde Naldi dabei nicht. "Es tut mir sehr leid, aber mehr kann ich nicht sagen, weil es leider noch nicht vorbei ist", betonte der ehemalige Betreuer lediglich. Seine kryptischen Worte lassen also viel Raum für Spekulation.

Kontamination durch Wundspray?

So mutmaßte das italienische Blatt "Corriere della Sera" bereits, dass Naldi mit seinen Andeutungen vielleicht Sinners Ex-Fitnesstrainer Umberto Ferrara meinen könnte. Dieser soll das Clostebol enthaltende Spray, das Sinner für seine beiden positiven Dopingproben verantwortlich macht, aus Italien zum ATP-Turnier nach Indian Wells mitgebracht haben.
Mit jenem Spray, so heißt es, soll Naldi eine Wunde an seinem Finger behandelt haben. Bei einer Massage ohne Handschuhe soll das Clostebol dann durch Hautkontakt in Sinners Körper gelangt sein, wie der Weltrangliste argumentierte.
Sinner kam bislang ohne langfristige Sperre davon. Naldi hingegen musste bereits kurz nach dem Bekanntwerden der Dopingvorwürfe Tribut zollen - und verlor wie Ferrara seinen Job.

Naldi verteidigt sich - und wird beleidigt

Nach der Trennung hatte sich Naldi bereits Ende August auf seinem Instagram-Account verteidigt.
"Es stimmt, dass es zwei Wege der Gerechtigkeit gibt", schrieb er damals, einen des Gerichts und einen durch die Medien abgesegneten: "Letzterer ist oft zu oberflächlich und basiert kaum auf konkreten Fakten, die in diesem Fall sogar öffentlich sind."
Laut der "Corriere della Sera" wurde sein Instagram-Profil daraufhin von zahlreichen abfälligen Kommentaren überschwemmt. Mittlerweile ist Naldis Konto privat.

Freundschaftliches Verhältnis zu Sinner

Trotz der Posse und der Trennung von Sinner betonte Naldi erneut, dass er nach wie vor "ein freundschaftliches Verhältnis zu Jannik" habe.
Dieser habe ihm auch geschrieben, als in der Zwischenzeit seine Tochter geboren wurde.
"Im Allgemeinen habe ich Zuneigungsbekundungen vor allem von denen bekommen, die mich persönlich kennen", sagte Naldi und spannte damit noch einmal den Bogen zum anhaltenden Dopingwirbel: "In den sozialen Medien hingegen habe ich böse Nachrichten gelesen und bin beleidigt worden. Denn das, was bei der Erzählung dieser Geschichte passiert ist, ist ein bisschen schlecht gelaufen."
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Quelle: Eurosport


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