Nick Kyrgios will Comeback geben - Eurosport-Experte Arnaud Clément ist skeptisch: "Er hat sein Talent vergeudet"
Update 16/10/2024 um 17:10 GMT+2 Uhr
Nick Kyrgios hat seine Rückkehr auf die große Tennis-Bühne angekündigt. Nach langer Verletzungspause will der 29-Jährige bei den Australian Open im Januar noch einmal angreifen. Sein Ziel? Einen Grand Slam zu gewinnen. Aber ist das für den Australier nach zwei Jahren Abwesenheit überhaupt realistisch? Eurosport-Experte Arnaud Clément glaubt jedenfalls nicht daran: "Für mich ist das nur Gerede."
Nick Kyrgios plant im Januar sein Comeback bei den Australian Open
Fotocredit: Getty Images
Dass Kyrgios schon immer ein Mann großer Worte war, ist hinlänglich bekannt. Die ehemalige Nummer 13 der Welt galt schon immer als besonders extrovertiert.
Kaum verwunderlich also, dass der Australier auch bei seiner Comeback-Ankündigung gleich in die Vollen ging. "Ich denke, das einzige, was ich jetzt anstrebe, ist ein Grand Slam. Ich denke, das ist das einzige, was die Leute endlich zum Schweigen bringen wird", sagte der Australier dem Portal "Code Sports".
Dass es dazu jedoch wirklich kommt, hält Ex-Topprofi Clément für unwahrscheinlich. "Er hat bereits ein Grand-Slam-Finale erreicht. Das Problem ist aber, dass er heutzutage gegen Jannik Sinner, gegen Carlos Alcaraz und viele andere Spieler bestehen muss. Für mich ist das Gerede."
Clément über Kyrgios: "Glaube keine Sekunde daran"
"Ich habe ein Grand-Slam-Finale gespielt und war sehr, sehr weit davon entfernt, zu gewinnen. Es liegen Welten zwischen denjenigen, die in der Lage sind, den letzten Schritt zu machen und den anderen", führte der Australian-Open-Finalist von 2001 weiter aus.
Kyrgios wiederum stand 2022 im Finale von Wimbledon, verlor dort jedoch nach Satzgewinn noch 4:6, 6:3, 6:4, 7:6 (7:3) gegen Novak Djokovic. Dabei spricht sein Talent nach wie vor für den 29-Jährigen. Djokovic selbst hatte dies nach einer gemeinsamen Trainingseinheit in Wimbledon im Juli bestätigt.
Das größte Problem bei Kyrgios ist und bleibt aber seine körperliche Verfassung. In den letzten zwei Jahren hat er nur ein einziges Spiel bestritten. Im Juni 2023 verlor er in Stuttgart gegen den Chinesen Yibing Wu mit 7:5, 6:3.
"Die Schwierigkeit besteht darin, dass er so lange nicht gespielt hat“, glaubt auch Clément, der sogar noch weiter geht. "Ich glaube nicht eine Sekunde daran, habe ich auch schon vor seiner Verletzung nicht."
Letztlich könne man von außen nicht beurteilen, wie hart Kyrgios tatsächlich trainieren würde: "Wir kennen seinen Alltag nicht."
Kyrgios? "Für mich ist es heute zu spät"
Bei einem Grand Slam komme es zudem auf die perfekten Umstände an. Dafür bräuchte der Australier auch Glück bei der Auslosung.
"Wird er bereits in der Lage sein, sein Tennis von 2022, das bei weitem das beste Niveau seiner Grand-Slam-Karriere war, wieder zu erreichen?", fragt sich Clément weiter.
Heutzutage müsse Kyrgios sogar noch besser spielen als vor zwei Jahren. Daher fiel das Urteil des Eurosport-Experten auch drastisch aus:
"Für mich ist es heute zu spät. Er war einer derjenigen aus seiner Generation, die unbestreitbar Grand Slams gewinnen konnten. Und ich denke, dass er der Einzige von denen mit dem entsprechenden Talent war, der es vergeudet hat."
Wie gut Kyrgios tatsächlich noch spielen kann, muss er im Januar beweisen.
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Good Trouble with Nick Kyrgios: Why it's so hard to 'get an edge' in tennis
Quelle: Eurosport
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