French Open | WTA übt heftige Kritik an Roland Garros
Der Sport ächzt unter den Folgen der Corona-Pandemie, Verschiebungen und Unsicherheit prägen das Bild. Allerdings gibt es nirgendwo so viel Ärger wie im Tennis. Auslöser ist die Verlegung der French Open in den September, die am 17. März öffentlich gemacht wurde. Seitdem hagelt es Kritik, der Tennissport steht vor der Zerreißprobe. Es scheint sich sogar eine Allianz gegen Roland Garros zu bilden.
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"Jeder denkt an sich. Es ist schade, dass es in der Krise, die wir jetzt haben, immer noch so ist", polterte Philipp Kohlschreiber bei "Sky".
Jan-Lennard Struff kritisierte derweil, "von der Verlegung auch nur über die Sozialen Netzwerke erfahren" zu haben. "Ich finde das schlicht unglaublich." Die zweifache Grand-Slam-Turniersiegerin Naomi Osaka war ebenfalls fassungslos. "Excusez moi???", wie bitte???", twitterte die Japanerin.
Ein Martyrium für die Profis
Der Alleingang der Fédération Française de Tennis (FFT), die den Sandplatz-Klassiker von Roland Garros ausrichtet, steht seit Tagen schwer in der Kritik. Die nicht abgesprochene Verschiebung - der Wettbewerb soll nun von 20. September bis 4. Oktober stattfinden - bedeutet unter anderem, dass mit den US Open (31. August bis 13. September) und den French Open nun zwei Grand-Slam-Events auf zwei unterschiedlichen Belägen innerhalb von fünf Wochen stattfinden.
Ein Martyrium für die Profis, weshalb die Organisatoren der US Open darüber nachdenken, ihrerseits eine Turnierverlegung zu veranlassen.
Angefressen ist man auch bei der WTA, der Women’s Tennis Association. Die hat sich nun offenbar in einem Memo, das an die Spielerinnen ging, mit deutlichen Worten klar positioniert. In der Mitteilung heißt es unter anderem:
Die Folgen der Verlegung der French Open seien groß und "die Aktion respektlos", so die WTA in ihrem Statement.
Der Spielbetrieb auf der WTA und ATP Tour ruht noch bis mindestens 7. Juni, die Weltranglisten sind eingefroren. Im Prinzip wäre nun Zeit gewesen, ausführlich über das weitere Vorgehen zu beraten.
Eine Allianz gegen die French Open?
Nachdem die French Open nun vorgeprescht sind, ohne auf die Belange der übrigen Turniere einzugehen, könnte es zu einer prominenten Allianz kommen, die sich auch gegen Roland Garros richtet. So ist im Memo der WTA zu lesen:
Die French Open haben sich ins Abseits manövriert - bei Spielern, Trainern und den Verbänden. Damit hat die FFT dem Tennis-Sport einen Bärendienst erwiesen, denn gerade in der aktuellen Krise wäre es so wichtig, dass alle zusammenarbeiten und sich auf ein gemeinsames Handeln verständigen.
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