Es war ein sportlicher Schock, der sich auf Court 14 abspielte.
Angelique Kerber, dreifache Grand-Slam-Turniersiegerin, fand gegen die Weltranglisten-139. nicht zu ihrem Spiel. Oder besser gesagt: viel zu spät. In beiden Sätzen geriet die Kielerin mit 0:5 in Rückstand und konnte daraufhin nur noch Ergebnis-Kosmetik betreiben.
Es war das dritte Mal in Folge, dass Kerber in Roland-Garros ihr Auftaktmatch verlor. "Das macht natürlich etwas mit dir", sagt Barbara Rittner im Gespräch mit Eurosport.de. "Rational wird sie sich denken, dass Sand nicht ihr Metier ist und es nun auf Rasen besser weitergeht", so die 48-Jährige, die beim Deutschen Tennisbund (DTB) als Head of Women's Tennis fungiert.
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Kerber aber ist gut beraten, die Fehler von Paris genau zu analysieren. Viel zu oft ließ sie sich aus dem Platz und in die Rückwärtsbewegung drängen. Kalinina hatte häufig leichtes Spiel, da die Deutsche nicht aggressiv genug auf die Bälle ging - auch dann, wenn die Ukrainerin auf Sicherheit spielte.

Kerber nach dem Aus: "Ich nehme das hin"

Der Plan sieht aber offenbar anders aus, Kerber will "nicht mehr allzu viel an das Match denken", wie sie auf der Pressekonferenz wissen ließ. "Ich nehme das hin." Ob dies der richtige Weg ist, wird sich weisen.

1. Runde: Attacke kommt zu spät - Kerber früh ausgeschieden

In vier Wochen steht mit Wimbledon der nächste Klassiker an. Kerber gewann das Turnier im All England Club 2018, eine Topleistung in diesem Jahr wird sich die 33-Jährige aber hart erarbeiten müssen.
"Es ist nicht so, dass es automatisch 'klick' macht, wenn Angie dort den Platz betritt. Sie muss sich bei den Vorbereitungsturnieren, wie zum Beispiel in Bad Homburg, mit guten Auftritten in die richtige Verfassung bringen", betont Rittner, die während ihrer Karriere zweimal die 3. Runde in Wimbledon erreichte.
Darum geht es nun für Kerber, will sie die Kritik verstummen lassen, die lauter geworden ist in den vergangenen Monaten. Zwar ist sie als Weltranglisten-27. noch immer Deutschlands Nummer eins, in diesem Jahr aber steht noch kein Topresultat zu Buche.

Rittner rät Kerber: "Nicht reinreden lassen"

"Man hört jetzt immer wieder Stimmen, die fragen, warum Angie sich das noch antut. Im Hinblick auf ein Karriereende darf und wird sie sich nicht reinreden lassen", so Rittner. Sie wisse, dass Kerber dies irgendwann "aus dem Bauch heraus" entscheiden werde. "Das halte ich auch für richtig, denn sie hatte eine tolle Karriere und sollte den Abschied vom Profitennis nicht vorab planen."

Kerber nach Erstrunden-Aus: "Schon viele Niederlagen eingesteckt"

Zumal diese Saison noch ein besonderes Highlight bereithält: die Olympischen Spiele in Tokio. Für die Norddeutsche eine Herzensangelegenheit, nachdem sie bereits 2016 in Rio de Janeiro die Silbermedaille gewann. Und Kerber weiß natürlich ganz genau: Das olympische Tennisturnier findet nicht auf Sand statt ...
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