Vom ATP-Turnier in Stuttgart berichtet Tobias Laure
Tommy Haas kann sehr gut nachfühlen, wie es Alexander Zverev im Moment geht - und das liegt nicht daran, dass beide Nordlichter sind und aus der Hansestadt Hamburg stammen.
Der Grund ist vielmehr negativer Natur. Wie bei kaum einem zweiten Profi wurde die Laufbahn von Haas von Verletzungen begleitet, darunter eine Reihe an Bänderrissen. Besonders in Erinnerung geblieben ist jene Szene, als Haas 2005 in der 1. Runde von Wimbledon gegen Janko Tipsarevic in der Einschlagphase auf einen Tennisball trat und sich infolge dessen eine Bänderverletzung zuzog.
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"Das war extrem unglücklich. Es war das erste Mal, das mir das im Rahmen eines Matches passiert ist. Ich hatte aber noch weitere Bänderrisse, durchaus im vergleichbaren Ausmaß wie jetzt bei Sascha Zverev", erzählt Haas im Gespräch mit Eurosport.de. Der 44-Jährige ist derzeit als Experte für "Servus TV" beim Rasenturnier in Stuttgart im Einsatz.
Er habe damals seine Lehren aus dem Vorfall gezogen. "Ich habe getaped gespielt. Das macht inzwischen auch Rafael Nadal und Roger Federer sowieso schon seit vielen Jahren", so der 15-malige ATP-Turniersieger, der während seiner Karriere mit bemerkenswerter Ausdauer seinen körperlichen Problemen trotzte.

Tommy Haas in Wimbledon

Fotocredit: Eurosport

So ganz abgetreten ist Haas immer noch nicht. So schlug der einstige Wimbledon-Halbfinalist in dieser Saison bereits erfolgreich für den Münchner Verein TC Großhesselohe in der Herren-30-Bundesliga auf.

Haas rät Zverev zu Tapes

Zverev würde er nach der Negativerfahrung von Roland-Garros indes raten, künftig ebenfalls den Einsatz von Tapes in Erwägung zu ziehen. "Es kann natürlich niemand wissen, ob ein Tape die Verletzung verhindert hätte, aber man kann mit einiger Wahrscheinlichkeit sagen, dass es nicht so schlimm ausgegangen wäre", glaubt Haas.
Der Ex-Profi, heute Turnierdirektor beim ATP Masters in Indian Wells, gab aber zu, dass Tapes kein Allheilmittel seien und schon gar nicht für jeden Spieler anzuraten sind.

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"Alex müsste schauen, inwieweit er mit sich mit einem getapeten Fuß im Match wohlfühlt", erläutert Haas. In den kommenden Wochen werde Zverev ohnehin andere Prioritäten setzen. "Die Ärzte haben bei der Operation ihren Job gemacht, nun ist es an Sascha und seinem Team, das Gelenk und die Bänder Schritt für Schritt aufzubauen."

Zverev nach der Operation - Geduld ist gefragt

Die Arbeit am Comeback und die erste Zeit auf der Tour werde überdies eine "mentale Angelegenheit" für Deutschlands Nummer eins. "Selbst wenn alles wieder hergestellt ist, braucht es Zeit, bist du wieder die Sicherheit und das Vertrauen erlangt hast", weiß Haas.
Das Motto könne daher nur lauten: "Geduld!"
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