Alexander Zverev werde am Samstag nach Hause fliegen. "Danach muss man schauen, wie die finale Diagnose aussieht, wie schlimm es ist und wie Sascha sich am besten erholen kann", umriss Mischa Zverev im Eurosport-Studio die nächsten Schritte, die nun auf seinen Bruder zukommen.
Es habe sofort Angebote vonseiten des Deutschen Fußballbundes (DFB) und des Deutschen Tennisbundes (DTB) gegeben, bei der Suche nach dem geeigneten Arzt zu helfen.
Zuvor hatte sich auf dem Court Philippe-Chatrier ein sportliches Drama abgespielt.
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Rafael Nadal und Zverev hatten dem Publikum über gut drei Stunden beste Tennis-Unterhaltung geboten.
Der Ausgang der Partie war zum Zeitpunkt des Abbruchs völlig offen - bis Zverev bei einem Vorhandschlag unglücklich stürzte und verletzt aufgeben musste.

Zverev im Rollstuhl vom Platz

Die Nummer drei der Welt wurde im Rollstuhl vom Platz gefahren. Minuten später kehrte Zverev unter dem Applaus des Publikums auf Krücken zurück. Allerdings nur, um das Match offiziell für beendet zu erklären.
"Das ist sehr hart und sehr traurig für ihn. Sascha spielt ein unglaubliches Turnier. Er ist ein guter so Kollege auf der Tour. Ich weiß, wie hart er kämpft, um ein Grand-Slam-Event zu gewinnen, aber im Moment hat er einfach Pech", erklärte Nadal nach der Partie im Interview mit Mats Wilander.

"Tut weh in der Seele": So analysiert Mischa Zverev die Verletzung seines Bruders

Zverev erwischte einen formidablen Start in die Partie, gleich im ersten Aufschlagspiel des Spaniers holte sich der 25-Jährige die Chance zum Break und schlug zu.
Vor allem mit seiner schnellen Rückhand diktierte Zverev die Ballwechsel. Es war mit Abstand der beste Matchauftakt für den Hamburger im Turnierverlauf.

Live bei Eurosport: Mischa Zverev verdrückt Tränen wegen Alexander

"Das ist der auch wichtigste Weg gegen Rafa: Kommt der Ball kurz, draufgehen und in die freie Ecke spielen", lobte Mischa Zverev bei Eurosport die Herangehensweise seines Bruders. "Das ist einfach stark. Nadal macht zwar selbst Fehler, aber weil er ständig unter Strom steht."

Nadal dreht Tiebreak nach 2:6-Rückstand

Die Statistik spiegelt das wider. Bei einer 4:3-Führung hatte Zverev bereits elf Winner geschlagen, Nadal gerade einmal drei.

Oh no! Zverev verliert Schläger - und wird gebreakt

Das Publikum feuerte den Mallorquiner mit "Rafa-Rafa"-Rufen an - und tatsächlich kam der Rekordchampion an seinem 36. Geburtstag zurück in den Satz. Nach zwei schweren Fehlern von Zverev im achten Spiel schaffte Nadal das Rebreak zum 4:4. Kurz darauf ließ der 13-malige Roland-Garros-Sieger bei 5:4 drei Satzbälle liegen.
Noch dramatischer wurde es im Tiebreak. Zverev dominierte wieder, erspielte sich eine 6:2-Führung und hatte vier Satzbälle. Nadal kämpfte sich - teils mit Schlägen der Extraklasse - Punkt für Punkt heran und holte sich den Satz nach 91 (!) Minuten mit 10:8.

Mischa Zverev über Nadal: "Es ist wie verflucht"

"Nadal ist ein Magnet. Komischerweise spielt man den Angriffsball genau dorthin, wo er hinläuft oder sich hinbewegt. Wenn da jemand anders stehen würde, würde man Winner links und rechts spielen - und er könnte noch so schnell laufen. Gegen Nadal auf diesem Platz in Paris ist es wie verflucht. Es ist wahnsinnig", brachte Mischa Zverev es auf den Punkt.

Unmenschlich! Nadal wehrt vier Satzbälle am Stück gegen Zverev ab

Im zweiten Satz leisteten sich beide Profis mitunter einfachste Fehler. Nadal gab sein Aufschlagspiel viermal in Serie ab, doch Zverev konnte selbst aus einer 5:3-Führung kein Kapital schlagen. "Diese verpassten Chancen, ich kann nicht mehr hinschauen", litt Mischa mit seinem Bruder.

Mischa Zverev entsetzt: "Sascha weint nie!"

Ein sportliches Drama spielte sich beim Stand von 6:6 ab. Zverev stürzte und schrie sekundenlang seinen Schmerz heraus.
Mischa Zverev erkannte sofort, dass es schlimm war. "Sascha weint nie! Da muss etwas Schlimmes passiert sein! Das gibt es nicht", entfuhr es dem 34-Jährigen. "Der Fuß war weg. Das war ein Winkel, da kann nichts halten. Er konnte nicht aufstehen. Er hat richtig geschrien."

Nadal fühlt mit Zverev: "Er wird noch mehrere Grand Slams gewinnen"

Der Olympiasieger wurde im Rollstuhl vom Platz gefahren und musste das Match drei Stunden und 13 Minuten abbrechen. Auf Krücken kam Zverev noch einmal zurück, was die Zuschauer mit Applaus honorierten.

Tolle Worte von Nadal an Zverev

Gegner Nadal war sichtlich berührt. Der 36-Jährige eilte nach dem Sturz des Deutschen sofort auf dessen Seite.

Unter großem Applaus: Zverev muss aufgeben - Nadal umarmt ihn

"Ich wünsche ihm das Beste und eine schnelle Erholung", so der Superstar, der am Sonntag im Endspiel auf Casper Ruud trifft. "Das ist die bittere Seite des Sports, aber ich bin überzeugt, dass Sascha nicht nur eines, sondern mehrere Grand-Slam-Turniere gewinnen wird."
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