Alexander Zverev stand nach seinem ersten Match auf dem Court Suzanne-Lenglen und freute sich, glatt durchgekommen zu sein. "Normalerweise beginne ich Grand-Slam-Turniere ja mit Fünfsatzmatches", witzelte der 25-Jährige.
Das passiert ihm inzwischen zwar seltener, dennoch sind die Anlaufprobleme in Matches und Major-Turniere noch immer ein Faktor, der den jüngeren Profis im Vergleich zu den Big 3 einen Nachteil beschert.
Aus Sicht von Wilander führt das dazu, dass Zverev oder Tsitsipas plötzlich "in der dritten Runde Matchball gegen sich haben, weil sie eine schlechte Phase im Match hatten".
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Ganz anders bei den drei Legenden. "Das sieht man bei Rafa, Novak oder Roger nicht. Sie haben so gut wie nie einen schlechten Start hingelegt", betont Wilander, der während seiner Karriere sieben Grand-Slam-Titel holte.

Comeback gegen Nadal? Fast unmöglich

Die drei Ausnahmespieler aus Spanien, Serbien und der Schweiz seien in den ersten Runden stets "in Führung gegangen, sie haben Breaks geschafft, dann entspannter agiert und den ersten Satz geholt".

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Wie oft, fragt Wilander rhetorisch, "kommt ein Spieler zurück, wenn er gegen Rafa den ersten Satz verliert?" Das sei nahezu ein "Ding der Unmöglichkeit", liefert der 57-Jährige die Antwort gleich mit.
Die ersten Tage von Roland-Garros bestätigen Wilander.

Wilander: "So etwas würde Rafa nie sagen"

Während Titelverteidiger Djokovic und Rekordsieger Nadal mit zwei Dreisatzerfolgen in den Klassiker einstiegen, haben Zverev und Tsitsipas bereits Fünfsatzduelle auf der Uhr.
Sowohl der Deutsche als auch der Grieche gerieten dabei mit 0:2 Sätzen ins Hintertreffen und standen vor dem Aus. "Tsitsipas hat danach erklärt, er sei nicht richtig da gewesen und von sich enttäuscht. So etwas würde Rafa nie sagen", unterstreicht Wilander.
Der Einzige aus der jüngeren Generation, der aus diesem Schema erfolgreich ausbrach, ist Daniil Medvedev. Der 26-Jährige gewann in Vorsaison die US Open und legte in Paris trotz seiner Abneigung gegen Sand mit zwei glatten Siegen los.

Alcaraz der lachende Dritte?

Die Geschichte der vergangenen zehn bis fünfzehn Jahre lehre, dass Zverev und Tsitsipas auf der Hut sein müssen.
"Sprechen wir über die Generation davor mit Marin Cilic, Juan Martìn del Potro, Tomas Berdych, Kei Nishikori und anderen. Die haben von wenigen Ausnahmen abgesehen keine Grand Slams gewonnen - und zwar wegen Novak, Roger und Rafa."

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Das Gleiche würden die Big 3 "jetzt mit dieser Generation, mit Stefanos und Sasha, veranstalten. Sie haben sich nicht daran gewöhnt, mit 25 Jahren große Turniere zu gewinnen. Das ist unglaublich", staunt Wilander. Nutznießer dieser Situation könne Carlos Alcaraz werden. "Er ist beim ersten Grand-Slam-Erfolg vielleicht 21 Jahre alt und lernt dann wesentlich schneller."
Bedeutet: Die Uhr tickt für Zverev und Tsitsipas ...
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