French Open - Wegen Spritzen in Roland-Garros: Radprofis erheben Vorwürfe gegen Sieger Rafael Nadal
Rafael Nadal hat die French Open in diesem Jahr bereits zum 14. Mal gewonnen. Eine epochale Leistung, die allerdings nur aufgrund des massiven Einsatzes von Spritzen möglich war. Das erklärte der Spanier nach dem Turnier bei Eurosport und auf der Pressekonferenz in Paris. Die beiden französischen Radprofis Guillaume Martin und Thibaut Pinot sehen diese Praxis kritisch und kritisieren Nadal scharf.
Finale: Nadal zieht es gegen Ruud gnadenlos durch - Highlights
Quelle: Eurosport
"Ich habe ohne Gefühl im Fuß und mit einer Spritze in den Nerv gespielt. Der Fuß war dann wie taub", berichtete Rafael Nadal nach dem 6:3, 6:3, 6:0 im Finale von Roland-Garros gegen Casper Ruud.
Nur mit einer Reihe von Injektionen in den Nerv seines Fußes habe er überhaupt antreten können.
Eine sportliche Heldentat - oder nicht?
Guillaume Martin vom Team Cofidis und Thibaut Pinot von der Mannschaft Groupama - FDJ rücken die Leistung des Tennisstars jedenfalls in die Nähe von Doping.
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Nadal exklusiv: "Ich hatte kein Gefühl im Fuß. Nur so konnte ich spielen"
Quelle: Eurosport
Injektionen wie bei Nadal "beeinflussen auch die Performance oder können dafür genutzt werden, um die Leistung zu verbessern", erklärte Martin im Interview mit der renommierten französischen Sportzeitung "L'Équipe".
Martin: Nadals Vorgehen wäre im Radsport verboten
Wenn ein Radprofi dieselben Methoden wie Nadal anwende, sei dies "bereits verboten". Selbst wenn dies nicht der Fall wäre, führte Martin aus, "würde ihn jeder als gedopt bezeichnen". Im Radsport gebe es eben eine andere Kultur in dieser Hinsicht.
Der legale Einsatz solcher Spritzen sei hier nicht denkbar. Da die Anforderungen seines Sports aber durchaus mit jenen im Tennis vergleichbar wären, hätten die "gleichen Mittel auch einen Doping-Effekt", so Martin, der 2020 die Bergwertung der Spanien-Rundfahrt gewann.
Der 28-Jährige prangerte zudem an, dass häufig mit zweierlei Maß gemessen werde, zum Nachteil des Radsports. "Der Sieger, insbesondere bei der Tour de France, wird systematisch des Dopings bezichtigt, auch wenn nichts dahintersteckt."
Pinot vielsagend: "Die Helden von heute ..."
Pinot wiederum hatte auf "Twitter" zur Causa Nadal mit einem vielsagenden "Die Helden von heute..." reagiert.
Nichtsdestotrotz stelle er keinesfalls Nadals "Karriere oder sein Talent infrage". Es sei nur so, dass inzwischen "zu viele Athleten die diese Praktiken nutzen".
Die heiße Debatte um Injektionen im Profisport dürfte noch eine ganze Weile anhalten ...
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