French Open - Boris Becker analysiert Chancen von Novak Djokovic in Roland-Garros: Diese beiden Faktoren entscheiden
Novak Djokovic ist bei den French Open der Einzige der Big 3, der an den Start geht. Normalerweise liese sich daraus der Schluss ableiten, dass der Serbe damit automatisch der Topfavorit ist. Das ist in Paris anders. "Das hängt damit zusammen, dass man mit 36 Jahren - logischerweise - körperlich nicht immer an die Grenze gehen kann", sagt Boris Becker im Eurosport-Podcast Das Gelbe vom Ball.
Novak Djokovic
Fotocredit: Imago
Bewundert und gejagt. Novak Djokovic muss sich dieser Tage wie das letzte Einhorn vorkommen.
Rafael Nadal fehlt in Roland-Garros verletzungsbedingt, Roger Federer hat den Schläger längst an den Nagel gehängt. So ist es an Djokovic, die Big 3 in Paris zu vertreten.
Es wird mehr denn je eine Herkulesaufgabe. Denn: Die Vorleistungen des Serben stimmen nicht, dazu rütteln die jungen Herausforderer mit nie da gewesener Vehemenz an Djokovics Thron. "Ich habe das Viertelfinale gegen Holger Rune in Rom gesehen, da war der junge Däne körperlich stärker irgendwann", erklärt Boris Becker im Podcast-Gespräch mit Matthias Stach.
Djokovic musste sich dem jungen Dänen trotz Satzführung 6:2, 4:6, 2:6 geschlagen geben. Zuvor setzte es auch bei den Sandplatzturnieren von Banja Luka (Viertelfinale gegen Dusan Lajovic) und Monte-Carlo (Achtelfinale gegen Lorenzo Musetti) empfindliche Niederlagen.
Jetzt die gesamte Folge mit Boris Becker anhören:
"Ich glaube, auf Hartplatz ist er nach wie vor der König und auch auf Rasen sehe ich ihn momentan besser als jeden anderen", so Becker. Auf Sand aber seien Rune, Carlos Alcaraz oder Jannik Sinner "vielleicht ein Ticken besser momentan".
Dies zu kompensieren, werde extrem schwer bei den French Open. "Novak hat zweimal Paris gewonnen. Das ist für jeden Normalsterblichen die absolute Krönung. Er hat aber zehnmal Melbourne und siebenmal Wimbledon für sich entschieden. Insofern ist Roland-Garros, was Quote angeht, Paris nicht sein stärkstes Grand-Slam-Turnier", unterstreicht Becker. Andererseits sei Djokovic der "mit Abstand erfahrenste Spieler im Hauptfeld von Paris" und wisse besser als jeder andere, "wie Grand-Slam-Tennis geht".
Becker: Zwei Faktoren entscheiden bei Djokovic
Aus Sicht von Becker gibt es zwei Faktoren, die darüber entscheiden, ob der Superstar aus Belgrad bei den French Open den 23. Grand-Slam-Titel und damit den alleinigen Rekord unter Dach und Fach bringt: das Wetter und die Auslosung.
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Becker exklusiv: "Zverev kämpft mit seinem Selbstvertrauen"
Quelle: Eurosport
"Wenn es heiß ist, dann ist die rote Asche in Paris fast wie ein Hartplatz. Wenn es aber regnerisch, nasskalt ist wie in Rom, dann haben wir einen schwereren, langsamen Court. Das führt dazu, dass Novak sich schwerer tut wie andere Spieler", erläutert Becker. "Bei einem sonnigen Pariser Frühling ist er nach wie vor einer der Topfavoriten."
Die Auslosung spielt ebenfalls eine gewichtige Rolle, denn Djokovic hat knifflige Monate hinter sich. Aufgrund seines Verzichts auf eine Impfung gegen das Coronavirus konnte er die US-Masters in Indian Wells und Miami nicht aufschlagen, was eine rund eineinhalbmonatige Zwangspause nach sich zog. Das Comeback auf Sand lief zäh, nach drei Wettbewerben steht der Ausnahmekönner bei fünf Siegen und drei Niederlagen.
Djokovic: Warum die Auslosung so wichtig ist
Djokovic fehlt es an Matchpraxis und an Positiverlebnissen. Das werfe Fragen auf, sagt Becker. "Wie kommt er ins Turnier? Wie ist die Auslosung? Wann trifft er auf diese jungen Starken? Schon in der Runde der letzten 16 schon oder erst ab dem Viertelfinale?"
Der Schriftsteller Peter S. Beagle lässt in seinem Roman "Das letzte Einhorn" einen roten Stier wüten, der sich dem Einhorn entgegenstellt. Diese Gefahr muss Djokovic in Paris nicht fürchten, denn Nadal, der "Stier von Manacor", kann ja bekanntlich nicht antreten ...
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Becker betroffen wegen Nadal-Aus: "Der Anfang vom Ende"
Quelle: Eurosport
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