French Open in Paris: Alexander Zverev beißt sich im Finale an Carlos Alcaraz die Zähne aus - das sind die Gründe

Alexander Zverev hat Carlos Alcaraz im Finale der French Open einen Riesenfight geliefert. Phasenweise wirkte es so, als ob er die besseren Karten hätte, den Titel zu holen. Selbst Alcaraz musste bei Eurosport zugeben, dass er "das Gefühl hatte, den fünften Satz verlieren zu können". Das macht die Frage umso interessanter, warum Zverev mit 3:6, 6:2, 7:5, 1:6, 2:6 als Verlierer vom Platz ging.

Matchball Becker: Das sagt Boris Becker zum Zverev-Drama im Finale

Quelle: Eurosport

Eine erste Antwort, warum es nichts wurde mit dem ersten Grand-Slam-Titel der Laufbahn, hatte Alexander Zverev schon kurz nach dem Endspiel parat: Die ganz "andere Intensität", die Carlos Alcaraz auf den Platz bringe und ihn von allen anderen Gegnern unterscheide, denen er in Roland-Garros gegenüberstand. "Das killt dich", erläuterte der 27-Jährige.
Dies führte wiederum dazu, dass Zverev Probleme bekam, die er bislang nicht kannte.
"Ich habe den Fokus verloren und bei meinem Aufschlag hatte ich nicht mehr die Kraft aus den Beinen, was seltsam ist", berichtete der Hamburger. Normalerweise werde er "nicht müde und verkrampfe nicht".
Dass ihm das im Endspiel von Roland-Garros passierte, kostete letztlich den Titel. "Ich muss physisch noch einmal auf ein ganz anderes Niveau", schloss Zverev daraus. Diese Komponente werde er sich in Zukunft genauer anschauen.

Fehlentscheidung: Zverev zeigt Verständnis

Erschwerend kam hinzu, dass Deutschlands Nummer eins im fünften Satz durch eine Fehlentscheidung ausgebremst wurde. Schiedsrichter Renau Lichtenstein gab einen Aufschlag des Spaniers fälschlicherweise gut - statt Break Zverev hieß es kurz darauf Spiel Alcaraz zum 3:1.
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Bitter! Fehlentscheidung kostet Zverev Break im Fünften

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"Ein entscheidender Unterschied", befand Zverev, der aber auch Verständnis für Lichtenstein zeigte und die Szene nicht über Gebühr aufbauschte. "Es ist frustrierend, aber es ist, wie es ist. Schiedsrichter machen Fehler. Sie sind eben auch Menschen."

Zverev lässt Breakchancen in Serie liegen

Die Niederlage im zweiten Grand-Slam-Finale der Karriere hatte andere Gründe. Neben der Intensität, die Zverev ins Feld führte, stolperte der Olympiasieger über die Chancenverwertung.
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Finale: Alcaraz besiegt Zverev in fünf Sätzen - Highlights

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Im vierten und fünften Satz nutzte er nur eine seiner neun (!) Breakmöglichkeiten.
Alcaraz kam auf eine Quote von fünf aus neun. Zahlen, die erklären, warum die beiden letzten Sätze so deutlich an den 21-Jährigen gingen.

Zverevs Quote beim Aufschlag bricht ein

Ein weiterer Faktor, der sich auswirkte, war der Service. "Er hat über den Aufschlag so viel Druck entwickelt", stellte Alcaraz im Exklusiv-Interview mit Eurosport fest. "Bei Sascha fängt es immer beim Aufschlag an. Wenn der läuft, ist der Rest des Spiels einfacher", stimmte Eurosport-Experte Boris Becker zu.
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Zverev nach Finale: "Muss physisch auf ein ganz anderes Niveau"

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Einfacher war es aber nur in den Durchgängen zwei und drei. Zverev kam über den ersten Aufschlag auf Punktquoten von 80 beziehungsweise 72 Prozent. Über den zweiten waren es gute 50 bzw. 78 %.
Danach brachen die Werte dramatisch ein. Im vierten Satz lag Zverev bei 46 und 22 Prozent, im fünften wurden 56 beziehungsweise 17 % ermittelt. Damit einher gingen weniger freie Punkte, ein höherer Kraftaufwand und bessere Möglichkeiten für Alcaraz, beim Return Druck auszuüben.

"Er ist eine Bestie": Zverev lobt Alcaraz

Der Weltranglistendritte nutzte die Schwäche seines Kontrahenten gnadenlos. "Wir sind beide körperlich stark, aber er ist eine Bestie, ein Tier", sagte Zverev und meinte dies selbstverständlich als Lob. "Die Intensität, mit der er Tennis spielt, ist anders als bei anderen."
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"Gladiatoren-Tennis"! Zverev und Alcaraz geben alles in Satz fünf

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Alcaraz bringt dazu eine spielerische Cleverness mit, die außergewöhnlich ist für einen Profi seines Alters. "Er hat seine Taktik im fünften Satz stark verändert", so Zverev. Sein Gegner habe plötzlich "viel höher" und tiefer ins Feld gespielt, "damit ich nicht mehr so viel Power reinbringen kann". Ein weiteres Puzzleteil, das Alcaraz im richtigen Moment des Endspiels an die passende Stelle legte.
Da half es Zverev nichts, dass er am Ende mehr Asse (8:3) und weniger unforced errors (41:56) auf dem Konto hatte - die Vorteile, die Alcaraz sich erspielte, überwogen jene des Deutschen.

Zverev: Kein Vergleich zum US-Open-Finale

Überraschenderweise präsentierte sich Zverev nach der Niederlage in aufgeräumter Stimmung den Pressevertretern in den Katakomben des Stade Roland-Garros. Immer wieder huschte sogar ein Lächeln über sein Gesicht.
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Der Matchball: Alcaraz gewinnt in Paris - Zverev bitter enttäuscht

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"Ich habe alles gemacht, was ich konnte", erklärte der Hamburger. Darin bestehe der große Unterschied zum verlorenen US-Open-Finale 2020, das er nach 2:0-Satzführung und Break-Vorsprung noch gegen Dominic Thiem verlor.
"Damals habe ich es selbst weggegeben." Paris sei nun eine ganz andere Geschichte - und es ist sicher kein Fehler, dass Zverev bei allem Frust über den verpassten Titel zu einer positiven Einschätzung seiner Leistung kommt.
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Alcaraz im Eurosport-Interview: "Hatte nach Satz drei meine Zweifel"

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