Coco Gauff gewinnt ersten Titel bei French Open - Aryna Sabalenka will sich mit "Tequila und Gummibärchen" trösten
Update 08/06/2025 um 14:10 GMT+2 Uhr
Coco Gauff schlägt Aryna Sabalenka in einem denkwürdigen Finale und holt zum ersten Mal den Titel bei den French Open. Die schwierigen Bedingungen auf Court Philippe-Chatrier verlangten beiden Spielerinnen ihr Äußerstes ab. Daher zeigte sich die siebenmalige Paris-Siegerin Chris Evert im Anschluss vom Auftritt ihrer Landsfrau begeistert. Und auch die Herzen der französischen Fans eroberte Gauff.
Finale: Gauff zähmt Sabalenka und holt den Titel - Highlights
Quelle: Eurosport
Coco Gauff hob grinsend den Deckel des wunderbar silbern glitzernden Coupe Suzanne Lenglen hoch und linste neugierig hinein. Doch eine weitere dicke Überraschung hielt dieser ohnehin schon so wilde Tag für die überglückliche Siegerin nicht mehr bereit.
"Ich weiß nicht, was ich getan habe, dass ich hier so viel Liebe erfahre", rief die 21-Jährige dem Pariser Publikum entgegen, während ihre schwer geschlagene Gegnerin Aryna Sabalenka still in sich hinein weinte.
Auf der Pressekonferenz versuchte die Nummer eins der Welt ihre Niederlage schon mit etwas Humor zu nehmen. "Tequila, Gummibärchen und ein wenig Schwimmen", erklärte Sabalenka ihren Plan, um das Finale zu verarbeiten. Denn dieses sei aus ihrer Sicht "das schlechteste Finale, das ich je gespielt habe".
In einem Auf und Ab der Gefühle hatte sich Gauff zuvor im Finale 6:7 (5:7), 6:2, 6:4 gegen die Belarussin durchgesetzt. Das Match hatte bei insgesamt 15 Breaks und tückischen Böen immer neue und irrwitzige Wendungen parat. Letztlich aber eroberte Gauff nach der bitteren Final-Abfuhr gegen Iga Swiatek 2022 die Sandplatz-Krone.
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Sabalenka: "Schlechtestes Finale, das ich je gespielt habe"
Quelle: Eurosport
Gauff überzeugt Experten: "großartige Allround-Spielerin"
Im Rückblick meinte sie: "Als ich hier vor drei Jahren verloren habe, habe ich viel durchgemacht. Ich bin glücklich, dass ich hier stehe." Es fühle sich "großartig an, es war hart, und ich habe versucht, mir selbst die beste Chance zu geben und um jeden Punkt zu kämpfen", sagte Gauff.
Die siebenmalige French-Open-Siegerin Chris Evert freute sich bei Eurosport mit ihrer Landsfrau: "Sie hat es verdient, dieses Match zu gewinnen. Sie ist auf Sand aufgewachsen und stand schon einmal im Finale. Als wir sie mit 15 Jahren sahen, wussten wir, dass sie mehrere Grand Slams gewinnen würde, und jetzt ist sie gerade bei ihrem zweiten."
Gauff habe bewiesen, dass sie eine "großartige Allround-Spielerin" sei. Im Vergleich mit Sabalenka habe sie die Ruhe bei den schwierigen Bedingungen besser bewahrt. Auch Barbara Rittner war dieser Meinung: "Sie hat die Umstände besser akzeptiert. Dieses Spiel im Wind ist besser für die Spielerinnen, die nicht so glatt spielen wie Sabalenka."
Sabalenka entthront Swiatek, aber scheitert an Gauff
Vor 15.000 Zuschauern auf dem Court Philippe-Chatrier, darunter Hollywood-Legende Dustin Hoffman und der scheidende IOC-Präsident Thomas Bach, verwandelte sie ihren zweiten Matchball. Wie schon im US-Open-Finale 2023 drehte Gauff damit das Match gegen die vorher favorisierte und nachher untröstliche Sabalenka.
"Es tut gerade so sehr weh", schluchzte die Nummer eins: "Ich habe tolle zwei Wochen hinter mir, und dann spiele ich im Finale unter so schrecklichen Bedingungen so schreckliches Tennis."
Sabalenka verpasste nach einer Unzahl von Fehlern - 70 aus der Kategorie Unforced Error - leichtfertig ihren ersten Paris-Triumph und ihren vierten Major-Titel. Die 27-Jährige hatte im Halbfinale die "Königin von Roland Garros" entthront: Swiatek hatte im Vorjahr zum vierten Mal insgesamt und zum dritten Mal in Serie den Titel gewonnen.
Gauff, die in Paris nach ihrem Sieg wie gewohnt in dicker schwarzer Lederjacke auf den Platz kam, wirkte zunächst nicht wirklich warm, verlor ihr zweites Aufschlagspiel zu null und das dritte gleich hinterher. Sabalenka ließ Gauff aber wieder ins Spiel kommen, fabrizierte Fehler in Serie. Die Zuschauer wurden erstmals richtig laut.
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Damen-Finale: Die Siegerehrung mit Gauff - Sabalenka weint
Quelle: Eurosport
Fans jubeln Gauff zum Titel
Und genau diese Fans, bei denen sich die Amerikanerin bei der Siegerehrung mit einem herzlichen "Merci beaucoup" bedankte, spielten eine wichtige Rolle. Das glaubt zumindest Eurosport-Experte Mats Wilander: "Gauff hat das Match im ersten Satz gewonnen, auch wenn sie diesen verloren hat, ihr Kampfgeist hat sie einfach durchgebracht. Die Leute waren auf ihrer Seite, sie wussten, dass sie ein bisschen die Außenseiterin war, und sie hat das Publikum wirklich zu ihrem Vorteil genutzt."
Mit dem dritten Spielgewinn in Serie glich Gauff schließlich zum 4:4 aus. Auch danach gab es in den Ballwechseln eigentlich nur zwei Optionen: Winner oder Fehler Sabalenka. Zweimal schlug die Weltranglistenerste zum Satzgewinn auf, hatte einen Satzball und musste dennoch in den Tiebreak. Dort vermied sie dann einen maximal unnötigen Rückstand.
Der Satzgewinn gab der Favoritin aber keine Sicherheit, gleich dreimal gab sie ihren Aufschlag ab, nach rund zwei Stunden Spielzeit war wieder alles offen. Sabalenka verlor zusehends die Nerven, zeterte, schimpfte, fluchte.
Und nach nervenaufreibenden 2:38 Stunden fiel Gauff nach ihrem verwandelten Matchball zu Boden und reckte wenig später den Pokal in den windigen Pariser Abendhimmel.
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(mit SID)
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Top 5 im Finale: Gauff und Sabalenka liefern sich großen Fight
Quelle: Eurosport
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